Manche Eltern trauen ihren Augen nicht, wenn ihr Kind nach fünf Fischstäbchen und sieben Omeletten immer noch nicht genug zu haben scheint. Angesichts der vielen übergewichtigen Kinder liegt die Frage auf der Hand, ob, wann und wie man einschreiten soll, wenn der Nachwuchs mit solchem Appetit isst.

Ist ein Kind bereits übergewichtig, sollte man es liebevoll und vorsichtig bremsen. Zum Beispiel indem man ihm, wenn es etwas zu essen holen will, erst ein Glas Wasser hinstellt. Oder darauf hinweist, dass seit der letzten Mahlzeit noch keine drei Stunden vergangen sind und es nicht öfter als fünfmal am Tag zu essen gebe. Es kann auch helfen, dem Kind zu sagen, es habe jetzt wahrscheinlich genug gegessen und solle eine Pause einlegen. Wenn es dann eine Viertelstunde später immer noch Hunger hat, darf es nochmals etwas essen. Diese Pause hilft den Kindern, besser zu spüren, ob sie satt sind.

Denn oft bekommen auch diejenigen Kinder nicht genug, die viel zu schnell essen. Das Sättigungsgefühl wird erst etwa 15 bis 30 Minuten nach Beginn der Mahlzeit wahrgenommen. Hier hilft es, wenn die ganze Familie die Mahlzeiten «entschleunigt», indem alle langsamer essen und das Besteck zwischen jedem Bissen kurz hinlegen. Oder eine Pause einlegen, bevor sie ein zweites Mal schöpfen.

Auch das ständige Naschen zwischendurch erhöht das Risiko für Übergewicht. Hier beugt man vor, indem man darauf besteht, dass am Tisch gegessen wird - und nur da. Weil übergewichtige Kinder manchmal nur aus Langeweile essen, um sich zu trösten oder zu belohnen, kann es auch helfen, ihnen einen Ersatz anzubieten: etwa eine Geschichte vorlesen oder ein Gesellschaftsspiel machen. So lernen sie, dass es anderes gibt, das erst noch mehr Spass macht, als Nahrung in sich hineinzustopfen.

Grössere Portionen als die Eltern

Ist das Kind hingegen normal- oder sogar untergewichtig, können Hungerattacken und der Verzehr grosser Portionen auch einfach dazugehören. Da Kinder in Schüben wachsen, mal etwas mehr in die Höhe, mal etwas mehr in die Breite, variiert auch der Appetit. Deshalb ist es kein Anlass zur Sorge, wenn Kinder vor Eintritt in die Pubertät damit beginnen, mehr und grössere Portionen zu essen als ihre Eltern - diese wachsen ja auch nicht mehr zehn Zentimeter pro Jahr.

Anzufügen ist: Kinder werden nicht nur übergewichtig, wenn sie zu viel essen, sondern auch wenn sie sich zu wenig bewegen. Kinder, die regelmässig länger als eine Stunde pro Tag vor dem Fernseher sitzen, leiden viel häufiger an Übergewicht.

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