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HeiratWer trägt nach der Hochzeit welchen Namen?

Änderungen des Zivilstands führen nicht mehr automatisch zu einem neuen Nachnamen. Auch Frauen behalten bei der Heirat ihren Namen. Bild: Thinkstock Kollektion

Das neue Namensrecht steht konsequent im Zeichen der Gleichbehandlung von Frau und Mann. Wer trägt also welchen Namen? Und wie heisst das Kind?

von Alexandra Gavriilidisaktualisiert am 2017 M07 07

Das neue Namensrecht ist seit Anfang 2013 in Kraft – und beschäftigt weiterhin die Gemüter. Zahlreich sind die Fragen ans Beobachter-Beratungszentrum, gerade zu den Namen der Kinder, wenn sich die Familienverhältnisse geändert haben. Erfahren Sie hier, was gilt.

Zwei Ledige heiraten

Die Formel des neuen Gesetzes lautet: einmal Name, immer Name. Der Geburts­name bleibt neu nicht nur den Männern, sondern auch den Frauen bis ans Lebensende unverändert erhalten. Änderungen des Zivilstands führen nicht mehr automatisch zu einem neuen Nachnamen. Auch Frauen behalten bei der Heirat ihren Namen. Nach der Hochzeit heissen also beide Partner gleich wie vor der Eheschliessung.

Von dieser Regel gibt es eine freiwillige Ausnahme: Ein Paar kann einen der beiden Ledignamen zum gemeinsamen Familiennamen bestimmen. Neu kann sich ein Ehepaar also auch für den Ledignamen der Frau als gemeinsamen Namen entscheiden. Es braucht hierzu eine gemeinsame Erklärung bei der Eheschliessung.

Zwei Geschiedene heiraten

Wer schon einmal verheiratet war, heisst auch nach der zweiten Trauung so wie davor. Hat eine Frau also einen Doppelnamen, wie er nach altem Recht möglich war, behält sie ihn nach erneuter Heirat weiterhin. Sie hat allerdings die Möglichkeit, vor der Heirat gegenüber dem Zivilstandsamt zu erklären, dass sie wieder zu ihrem ein­fachen Ledignamen zurückkehren möchte.

Zwei Homosexuelle heiraten

Für Schwule und Lesben, die heiraten beziehungsweise eine eingetragene Partnerschaft eingehen, gelten die gleichen Namensregeln wie für heterosexuelle Paare: Jeder behält seinen Namen. Die eingetragenen Partner oder Partnerinnen können aber zusammen einen ihrer Ledignamen zum gemeinsamen Namen küren.

Zwei Ledige heiraten und erwarten ein Kind

Nur wenn sich die künftigen Eltern bei der Heirat auf einen gemeinsamen Familiennamen einigen, heisst das Kind gleich wie beide Eltern. Behalten sie jedoch bei der Heirat ihren Ledignamen, verlangt das Gesetz, dass sie schon bei der Heirat festlegen, welchen Nachnamen ihr Erstgeborenes tragen wird. Zur Wahl steht der Ledigname der Mutter oder des Vaters. Wer mit dieser Wahl später unglücklich ist, kann sich bei der Geburt des ersten Kindes oder spätestens ein Jahr danach doch noch für den Namen des anderen Elternteils entscheiden. Dieser Kindername gilt dann aber definitiv und auch für alle später geborenen gemeinsamen Kinder des Ehepaars.

In begründeten Fällen – zum Beispiel bei älteren Paaren – kann das Zivilstandsamt von der Pflicht befreien, bei der Heirat einen Kindernamen anzugeben.

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Nicht nur der Name kann sich ändern, wenn Paare entscheiden, den Bund der Ehe einzugehen. Guider erläutert seinen Mitglieder unter anderem, welcher Güterstand sich anbietet, zeigt anhand von konkreten Fallbeispielen, wie das eheliche Vermögen aufgeteilt wird und liefert eine Vorlage für einen Ehevertrag.

Zwei Geschiedene heiraten und werden Eltern

Wenn zwei Geschiedene heiraten, heissen beide weiter wie vor der Heirat. Das hat auch Auswirkungen auf den Namen gemeinsamer Kinder. Neu ist es nicht mehr möglich, einen Namen, den einer der Partner aus einer früheren Ehe mitbringt, auf gemeinsame Kinder zu übertragen. Nur die Ledignamen der Eltern stehen zur Wahl. Das neue Recht will so verhindern, dass unbeteiligte Personen wie Ex-Ehegatten Namensgeber für Kinder sein können.

Trägt eine Frau den Namen ihres Exmanns, nimmt sie vor der erneuten Heirat ihren Ledignamen wieder an und bestimmt mit ihrem Bräutigam ihren oder seinen Ledignamen zum Kindernamen. Oder sie wählen einen gemeinsamen Familiennamen.

Die Eltern heiraten nachträglich

Nicht selten fragen geschiedene Mütter, ob der Name ihres Kindes nach der Scheidung auch ihrem neuen Nachnamen angeglichen werde. Das neue Recht sagt hierzu klar: Die Scheidung der Eltern hat auf den Namen der gemeinsamen Kinder keine Auswirkungen. Eine Angleichung des Kindernamens ist – wenn überhaupt – nur über ein Namensänderungsgesuch möglich. Auch dieses wird im Lichte des neuen Gesetzesgrundsatzes beurteilt, wonach jede Person ihren Namen von der Geburt bis zum Tod behält. Von diesem Grundsatz weicht die Behörde künftig nur ab, wenn «achtenswerte», das heisst nachvollzieh­bare Gründe vorliegen, die eine Namensänderung dennoch rechtfertigen.

Vor 2013 hatte die nachträgliche Heirat der Eltern oft ungewollte Konsequenzen für bereits erwachsene Kinder: Selbst sie erhielten so deren Familiennamen. Nur mit einem Namensänderungsgesuch konnten sie das wieder rückgängig machen. Neu gilt: Kinder, die das zwölfte Altersjahr vollendet haben, müssen einer allfälligen Namensänderung zustimmen, sonst ändert sich ihr Name nicht.

Abschied vom Namen bei der Scheidung der Eltern?

Wer mit dem angeheirateten Namen zufrieden ist, für den ändert sich nichts. Das gilt auch für diejenigen Frauen (und wenige Männer), die einen Doppelnamen tragen. Wer aber wieder seinen Ledignamen annehmen möchte, kann dies jederzeit verlangen, ohne ein Namensänderungsverfahren anstrengen zu müssen. Beim Zivilstandsamt erhalten Verheiratete, Verwitwete und Geschiedene ihren Ledignamen auf Verlangen gegen eine geringe Gebühr zurück.

Vor 2013 erworbene Nachnamen

In der Schweiz ist es verbreitet, dem Familiennamen den eigenen Ledignamen oder den Ledignamen der Ehefrau mit Bindestrich anzufügen. Diese «Allianznamen» sind weiterhin nicht rechtsverbindlich. Auch der amtliche Name von Alt-Bundesrätin Widmer-Schlumpf ist schlicht Widmer. Wegen seiner grossen Verbreitung kann der Allianzname aber im Schweizer Pass und in der Identitätskarte eingetragen werden.

1988 erhielten Frauen die Möglichkeit, ihren Namen jenem des Bräutigams voranzustellen. Diese Doppelnamen sind unter neuem Recht nicht mehr zu haben.

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