Ja, Ihr Arbeitgeber ist bei der Invaliden­versicherung melde­berechtigt. Voraus­sichtlich hat er Sie für die Früherfassung angemeldet – dies ist noch keine eigentliche IV-Anmeldung.

Solche frühen Interventionen zielen darauf ab, geeignete Massnahmen zu suchen, die einen Verbleib im Arbeitsprozess unterstützen oder eine Rückkehr an den jetzigen Arbeitsplatz erleichtern. Daran haben Sie und auch Ihr Chef ein direktes Interesse.

Was unternimmt die IV?

Bereits nach 30 Tagen Arbeitsunfähigkeit kann eine Meldung zur Früherfassung an die IV erfolgen. Dazu berechtigt sind einerseits die Betroffenen selbst sowie – wie in Ihrem Fall – der Arbeitgeber, aber auch Familienangehörige, Ärzte und involvierte Versicherungen. Namentlich die Krankentaggeld- und die Unfallversicherung melden öfters ihre Klienten bei der IV zur Früherfassung an, da diese Versicherungsträger als Erste dem erkrankten Mitarbeiter das Taggeld finanzieren.

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Sobald die IV eine derartige Mit­teilung erhält, meldet sie sich innert 30 Tagen bei Ihnen. Während dieser ersten Kontaktnahme wird Ihre aktuelle Situation besprochen. Die IV nimmt eine erste Abklärung vor und informiert sich über Ihre medizinische, berufliche und soziale Situation. Danach wird entschieden, ob Frühinterventionen sinnvoll sind. Darunter versteht die IV Mass­nahmen, die primär auf den Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes abzielen. Ist das nicht möglich, kann das Ziel auch sein, Ihnen rasch einen neuen passenden Arbeitsplatz zu vermitteln. Gleichzeitig hat der Eingliederungsverantwortliche der IV die Möglichkeit, Anpassung der Arbeitsplätze, Ausbildungskurse, Berufsberatung, sozialberufliche Rehabilitation und Beschäftigungsmassnahmen zu ermöglichen.

Stellt die IV im Rahmen der Früh­erfassung fest, dass weitere Eingliederungsmassnahmen nötig sind oder gar ein Rentenanspruch besteht, fordert sie die Betroffenen auf, sich formell zum Bezug von IV-Leistungen anzumelden.