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ErgänzungsleistungenZustupf trotz Vermögen?

Ein Eigenheim schliesst Ergänzungsleistungen zu AHV und IV nicht aus. Welche Regeln gelten?

Bei der Berechnung von Ergänzungsleistungen wird für ein selber bewohntes Haus ein Freibetrag von 112'500 Franken berücksichtigt.
von aktualisiert am 05. Dezember 2017

Viele meinen, dass Ergänzungsleistungen zu AHV und IV nur erhält, wer kein Vermögen besitzt. Ab wann gibt es auch Zusatzleistungen für Rentner, die im eigenen Haus wohnen oder vermögend sind?

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie auch vermögende Rentner im Eigenheim Ergänzungsleistungen erhalten: Eine Witwe hat 1500 Franken monatliche Rente. Sie besitzt ein Vermögen von 270'000 Franken. Trotzdem hat sie Anspruch auf 525 Franken monatliche Ergänzungsleistungen. Wie das?

Die Ergänzungsleistungen beachten zwar ebenfalls das Vermögen, jedoch wird für ein selber bewohntes Haus ein Freibetrag von 112'500 Franken berücksichtigt, und für das übrige Vermögen beträgt die Freigrenze 37'500 Franken.

In unserem Beispiel werden damit lediglich 120'000 Franken in die Ergänzungsleistungsrechnung eingerechnet. Davon wird der Witwe ein Zehntel als Einkommen berücksichtigt: 12'000 Franken im Jahr oder 1000 im Monat. Zusammen mit den 1500 Franken AHV-Rente sind das nur 2500 Franken im Monat.

Deshalb bekommt sie Ergänzungsleistungen. Zudem werden ihr auch die Krankheits- und Zahnarztkosten vergütet, ebenso Diätauslagen, und sie wird von Billag-Gebühren befreit.

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Um Ergänzungsleistungen (EL) zu beziehen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Guider zeigt seinen Mitgliedern nicht nur, welche das sind, sondern führt auch mit Fallbeispielen auf, welche Auswirkungen eine Hausübertragung hat und welche Rechtsmittel bei einem negativen Entscheid offenstehen.

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Sozialversicherungsberater
Die Aussage "Die Ergänzungsleistungen beachten zwar ebenfalls das Vermögen, jedoch wird für ein selber bewohntes Haus ein Freibetrag von 112'500 Franken berücksichtigt, und für das übrige Vermögen beträgt die Freigrenze 37'500 Franken." von Anita Hubert ist unvollständig bzw. falsch. Gemäss Artikel 11 Absatz 1bis ELG wird für eine Liegenschaft ein Freibetrag von 300'000 Franken berücksichtigt, wenn ein Ehepaar eine Liegenschaft besitzt, die von einem Ehegatten bewohnt wird, während der andere im Heim oder Spital lebt oder wenn eine Person Bezügerin einer Hilflosenentschädigung der AHV, IV, Unfallversicherung oder Militärversicherung ist und eine Liegenschaft bewohnt, die sie oder ihr Ehegatte besitzt. Zudem bezieht sich der normale Vermögensfreibetrag von 112'500 Franken gemäss Artikel 11 Absatz 1 Buchstabe c ELG auf eine "Liegenschaft", die mindestens von einer dieser Personen bewohnt wird und ist somit nicht nur auf ein "Haus", sondern auch auf eine Eigentumswohnung anwendbar. Darüber hinaus ist der allgemeine Vermögensfreibetrag gemäss Artikel 11 Absatz 1 Buchstabe c ELG nicht "für das übrige Vermögen", sondern für das gesamte "Reinvermögen" einschliesslich der Liegenschaft. Zudem beträgt der allgemeine Vermögensfreibetrag nur bei alleinstehenden Personen 37'500 Franken. Bei Ehepaaren beträgt der allgemeine Vermögensfreibetrag 60'000 Franken und bei rentenberechtigten Waisen sowie bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen, 15'000 Franken.
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