Kurt Spiess aus Uster wollte bei der Postfinance ganz normal ein Konto auf seinen Namen eröffnen. Verdutzt stellte er fest, dass er auf dem Formular auch Angaben zu Beruf, Arbeitgeber und sogar seinem Lohn machen musste. Das war ihm dann doch zu viel. Denn solche Informationen gehen Geldinstitute höchstens dann etwas an, wenn man einen Kredit oder eine Kreditkarte wünscht.

Postfinance sieht das anders. «Wir kommen einer Sorgfaltspflicht nach, die unter anderem der Bekämpfung der Geldwäscherei dient», sagt Sprecher Marc Andrey. Die Finanzmarktaufsicht verlange von den Banken, bei Neukunden «gewisse Zusatzinformationen einzuholen». Dazu gehörten auch Angaben über die wirtschaftlichen und die persönlichen Verhältnisse.

Das Problem ist nur: Die Finanzmarktaufsicht verlangt das gar nicht. Sie überlässt es den Banken, welche Grundinformationen sie bei neuen Kundenbeziehungen einholen will. Damit war es allein der Entscheid von Postfinance, derart detaillierte Angaben zu verlangen.

Die anderen Finanzinstitute gehen jedenfalls nicht so weit wie die Postfinance. Sieben angefragte Banken – Credit Suisse, UBS, Raiffeisen, Migros-Bank, Bank Coop sowie die Zürcher und die Berner Kantonalbank – verlangen bei einer Kontoeröffnung lediglich den amtlichen Ausweis, eine Adresse und das Geburtsdatum. Es geht also auch anders.

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