Grundsätzlich haftet ein Ehegatte nicht für die Schulden des andern – ausser in zwei Fällen:

1. Wenn der Ehegatte dem Gläubiger gegenüber erklärt hat, mit­zuhaften. Zum Beispiel bei einem gemeinsam unterzeichneten Darlehensvertrag.

2. Wenn es sich um Schulden für laufende Bedürfnisse der Familie handelt, wie etwa Lebensmittel, Kleidung, kleinere Haushaltswaren, kleinere Reparaturen oder übliche Auslagen für die Gesundheit wie Prämien oder Franchise der Krankenkasse. Für solche Ausgaben haften Eheleute solidarisch. Das heisst: Jeder Ehegatte kann einzeln für den ganzen Betrag belangt werden.

Da es sich bei den Schulden Ihres Mannes um Geschäftsschulden handelt und Sie wohl nichts mitunterzeichnet haben, haften Sie nicht dafür.

Ob Sie und Ihr Mann Gütertrennung statt der normalen sogenannten Errungenschaftsbeteiligung vereinbart haben, ist für die Schuldenhaftung nicht relevant. Auch wenn Sie Gütertrennung vereinbart hätten, hätte bezüglich Schuldenhaftung das oben Ausgeführte gegolten.

Ein häufiges Missverständnis

Die Gütertrennung spielt einzig bei der Aufteilung des ehelichen Vermögens beim Tod eines Ehegatten oder bei einer Scheidung eine Rolle. Gehört das Geschäft dem Mann, hat er es während der Ehe aufgebaut und gilt Errungenschaftsbeteiligung, muss er der Frau bei einer Scheidung die Hälfte des Werts der Firma auszahlen. Das kann ihn in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen. Mit Gütertrennung hingegen müsste er der Frau nichts auszahlen – was wiederum für sie stossend sein kann, etwa wenn sie auf eine eigene Berufstätig­keit zugunsten von Haushalt und Kindern verzichtet hat, um dem Mann den Rücken freizuhalten. Die Gütertrennung – oft zu Unrecht als Lösung angesehen, um der Haftung für Geschäftsschulden des Ehemanns zu entgehen – sollte also gut überlegt sein. Oder es sollte für die all­fällig benachteiligte Person eine finan­zielle Kompensation vereinbart werden.

Anzeige