
Veröffentlicht am 15. September 2026 - 05:00 Uhr

«Ich bin zufrieden so, wie es ist», sagt der Jugendliche heute.
Wenn Matteo Schwarz die Waren im Supermarkt über den Scanner zieht, tut er das mit präzisen Handgriffen. Der Job bei einem grossen Detailhändler gibt ihm Struktur, er verdient sein eigenes Geld. Und vor allem hat er: Abstand von seinen psychischen Problemen, die ihn schulisch ins Abseits stellten. Um ihn und sein Umfeld zu schützen, haben wir Namen anonymisiert und Details seiner Geschichte leicht verändert.
Wer mit dem 19-Jährigen spricht, merkt schnell, dass da ein besonderer junger Mann vor einem sitzt. Schwarz – lange, dunkle Haare, zurückhaltend und hager – spricht nicht nur gewandt, er schreibt auch komplexe Theaterstücke. Sein mathematisches Verständnis liegt weit über dem Durchschnitt. Prüfungen schloss er regelmässig mit Bestnoten ab. Eigentlich wollte er theoretische Physik studieren. Dem Beobachter liegen seine Zeugnisse und weitere Unterlagen sowie Therapieberichte vor.