
Veröffentlicht am 1. August 2026 - 05:00 Uhr

Sieht im Schweizer Bünzlitum nichts Negatives: Mona Vetsch.
Wenn ich fürs Fernsehen unterwegs bin, gehe ich auf andere Menschen zu, frage sie aus, locke sie aus der Reserve. Für diese Rolle muss ich mich gar nicht gross verstellen: Ich habe schon immer alle angesprochen, auch die, die ich nicht kenne. Dann sagen mir die Leute, das sei aber nicht sehr schweizerisch, das tue man hier eigentlich nicht. Da habe ich wohl einen individuellen Defekt.
Denn es stimmt schon: Schweizerinnen und Schweizer sind eher zugeknöpft und diskret. So, als würden sie einen Schutzpanzer um sich tragen. Aber diese Distanziertheit hat – so sehe ich das – nichts mit Unfreundlichkeit zu tun, sondern mit Respekt. Die Menschen lassen sich gegenseitig einen gewissen Freiraum und wollen anderen nicht unnötig auf die Füsse treten. Wir halten einen Sicherheitsabstand, wie im Verkehr, um aneinander vorbeizukommen. Das ist typisch Schweiz.