«Ein Verbot bekämpft nicht das Problem, sondern bestraft die Jugendlichen»
Der US-Tech-Konzern Meta zahlt Milliarden im Jugendschutz-Vergleich. Für Datenschutzexperte Martin Steiger ein zu billiger Kompromiss: Es brauche klare Schweizer Regulierungen für Instagram und Co., die alle Bürger schützen.

Veröffentlicht am 19. September 2026 - 05:00 Uhr

«Problematische Nutzung hört nicht magisch mit dem 16. oder dem 18. Geburtstag auf»: Martin Steiger.
Über 17 Milliarden Dollar muss der US-Tech-Gigant Meta über die nächsten zehn Jahre bezahlen, weil seine Plattformen Jugendliche psychisch geschädigt haben sollen. Meta gehören Social-Media-Plattformen wie Facebook, Whatsapp und Instagram. Dieser gerichtliche Vergleich in den USA sorgte weltweit für Schlagzeilen.
Martin Steiger, ist der Meta-Vergleich ein Meilenstein für den Jugendschutz oder ein grosser Sieg für den Anbieter von Instagram, Facebook und Whatsapp?
Es ist vor allem ein Sieg für Meta. Plakativ ausgedrückt: Der Tech-Konzern hat sich mit dieser Summe weitgehende Rechtssicherheit gekauft und konnte die künftigen Jugendschutzstandards mitverhandeln. Wirtschaftlich kann Meta diese Kosten problemlos verkraften – die Summe entspricht einigen Monatsgewinnen und wird über zehn Jahre verteilt. Gemessen am beseitigten Rechtsrisiko ist das ein recht billiger Deal.