Seit mehr als 35 Jahren bin ich Journalist und Jurist. Ich bin es aus Überzeugung. Niemand kennt die Wahrheit. Aber beide Berufe haben über Jahrhunderte Regeln entwickelt, wie man der Wahrheit möglichst nahekommt. Fakten belegen, Quellen nennen, Kritisierte Stellung nehmen lassen.

Deshalb sind Journalismus und Recht in der heutigen Zeit so wichtig. Und gleichzeitig unter Druck. Ungezügelte Macht kontrolliert zunehmend Weltpolitik und Medienwelt. Big Tech – von Meta über Google bis Amazon – bestimmt, wie wir die Welt sehen. Ohne sich an Regeln zu halten, ohne ein Handwerk, das hilft, der Wahrheit möglichst nahezukommen.

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Bald stimmen wir darüber ab, ob wir den öffentlich-rechtlichen Medien in der Schweiz mehr als einen Drittel der Gelder streichen. Es gibt Argumente dafür und dagegen. Das ist Politik.

Sind Medien einmal verstummt, gibt es oft kein Zurück mehr.

Als Journalist blicke ich mit Sorge in unsere Nachbarländer. In Liechtenstein hat eine künstliche Intelligenz das Mikrofon des öffentlich-rechtlichen Radios übernommen. Sind Medien einmal verstummt, gibt es oft kein Zurück mehr.

Als Jurist warne ich deshalb davor, einen starren Betrag von 200 Franken in die Verfassung zu schreiben. Das zementiert den Entscheid für Jahrzehnte und verhindert zeitnahe vernünftige Korrektur, wenn sich die Annahme der Initiative als Fehler erweisen sollte. Und das wäre fatal in Zeiten wachsender Desinformation.