Die Schweiz ist ungerecht – vor allem wenns um Geld geht
Leben wir in einem fairen Land? Das wollte der Beobachter in seiner zweiten grossen Umfrage wissen. 2024 bejahte eine knappe Mehrheit diese Frage noch – nun ist die Stimmung gekippt. Auftakt einer mehrteiligen Serie.

Die Unzufriedenen werden zahlreicher – neu sind sie in der Mehrheit.
Der soziale Kitt der Schweiz bröckelt weiter. Und das Gefühl, gerecht behandelt zu werden, schwindet. Dies zeigt das Gerechtigkeitsbarometer 2026 – eine Umfrage des Beobachters in Kooperation mit Coop Rechtsschutz. Die Bilanz der repräsentativen Erhebung, für die das Forschungsinstitut GFS Bern rund 2000 Personen befragt hat, zeichnet insgesamt ein eher düsteres Bild: Wir sind heute deutlich unzufriedener mit der Gerechtigkeit im Land als bei der ersten Erhebung im Spätsommer 2024.
Ein Land, unterschiedliche Realitäten
Was empfinden wir als fair? Wer wird bevorzugt, wer abgehängt? Die Antworten hängen heute stärker denn je vom Portemonnaie ab. Geld ist zum Gradmesser für das Gerechtigkeitsempfinden geworden. Während Gutverdienende das System stützen, fühlen sich einkommensschwächere Gruppen zunehmend benachteiligt – sei es bei den täglichen Kosten oder beim teuren Zugang zur Justiz.

