Die Idee schien bestechend. Ein bisschen Fluorid ins Essen streuen, und schon ist Karies Zahnpflege Was uns die Zahnfee verschwieg Vergangenheit. So wurde es in den USA gepredigt. Der Aargauer Gynäkologe Hans- Jakob Wespi konnte in den fünfziger Jahren dem ­Wundermittel nicht widerstehen. Auf seine Initiative hin wurde die Fluoridierung von Lebens­mitteln 1955 auch in der Schweiz ein­geführt. Perfekt dafür schien ihm das Salz, das seit 1922 mit Jod angereichert war – im Kampf gegen die Schilddrüsen-Erkrankung Kropf.

In den dreissiger Jahren fiel US-Wissenschaftlern auf, dass Fluorid Nebenwirkungen hat. In Regionen mit hohem Fluoridgehalt im Wasser hatten manche Menschen weisse bis braune Flecken auf ihrem Zahnschmelz, die Zahnfluorose. Einige hatten auch andere ­Beschwerden wie Bauch- und Kopfschmerzen, Gelenk- und Wirbelsäulenversteifungen, Schlafstörungen , Müdigkeit und Schwindel.