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HautpflegeDie richtige Pflege macht den Unterschied

Die richtige Pflege macht den Unterschied
Beim Waschen sollte das Wasser nicht zu heiss sein. Wenn Sie am Schluss mit kühlem Wasser abspülen, schliessen sich die Poren. Bild: Thinkstock Kollektion

Gesunde Haut fühlt sich samtweich an und ist schön anzuschauen. Falsche Behandlung und ein unvernünftiger Lebenswandel können sie jedoch aus dem Lot bringen.

von Vera Sohmeraktualisiert am 2017 M05 31

Viel nützt viel? Das falsche Motto, wenn es um gesunde Haut geht. Wer es mit der Hygiene übertreibt und sich wahllos aus einem Arsenal von Reinigungsmitteln und Cremen bedient, richtet möglicherweise Schaden an. Sich Gutes tun heisst vielmehr: zurückhaltend sein und erst seinen Typ testen. Fettig, trocken oder normal – üblicherweise werden diese drei Hautkategorien unterschieden.

Es handelt sich zwar um eine grobe Einteilung, aber sie gibt Hinweise darauf, wie und womit man sich am besten pflegt. Normale Haut ist an ihrem feinporigen Bild zu erkennen, sie fühlt sich glatt an und hat eine ausgeglichene Talgproduktion. Hier reicht ein Minimum an Pflege: Waschen mit milder Seife oder mit einem synthetischen Reinigungsmittel (Syndet), nur bei ­Bedarf kommt eine leichte Feuchtigkeitscreme zum Einsatz. Mehr Aufmerksamkeit braucht trockene oder sensible Haut, denn sie ist nicht in der Lage, genügend Fett zu produzieren und Feuchtigkeit lange zu binden. Sie neigt oft zu frühzeitiger Fältchenbildung und kann mit ­Rötungen und Juckreiz reagieren.

Keine Hautpartie ist wie die andere

Die meisten Menschen haben Mischhaut. Ihr Fettgehalt schwankt je nach Körperstelle. Fettige Haut im Gesicht kann mit trockener Haut am Körper kombiniert sein. Unterschenkel beispielsweise sind schlechter durchblutet und ­haben wenig Talgdrüsen. Deshalb ist die Haut dort oft besonders trocken, manchmal sogar schuppig. Und auch im Gesicht gibt es unterschiedliche Bereiche. Stirn, Nase und Kinn, die sogenannte T-Zone, ist meistens fettiger als die Wangen oder die zarten Stellen um die Augen.

Ausserdem kann der Hauttyp abhängig sein vom Alter, vom Gesundheitszustand, von den Umwelteinflüssen oder von der Jahreszeit. Im Winter leiden besonders viele Menschen unter spröder Haut. Denn die kalte Luft lässt sie ­austrocknen. Zudem arbeiten die Talgdrüsen bei tiefen Temperaturen weniger. Oft ist dann eine fetthaltigere Creme oder Lotion sinnvoll. In der wärmeren Jahreszeit können viele darauf wieder verzichten. Dann reicht eine leichtere Pflege, um alles geschmeidig zu halten.

Der Einfluss der Hormone

Die Haut ist nicht immer so beschaffen, wie wir es gern hätten. Das hat verschiedene ­Ursachen. Trockene Haut kann eine Veranlagung sein oder auch eine Nebenwirkung von Medikamenten. Ist sie fettig und neigt zu Pickeln und Mitessern, sind oft Hormone im Spiel. Viele Frauen klagen darüber kurz vor der Menstruation. Stehen wir unter Stress, werden zusätzlich Hormone ausgeschüttet. Das kann der Grund sein, warum ausgerechnet vor Vorstellungsgesprächen oder bei Prüfungen Pickel spriessen. Auch Teenager können ein Lied davon singen. Bei ihnen läuft mit der Hormonumstellung die Talgproduktion auf Hochtouren. Das Ergebnis kennt fast jeder Jugendliche in der Pubertät: lästige Akne. Sie entsteht, wenn sich Mitesser entzünden. Dann blüht es vor allem im Gesicht, auf dem Rücken und im Décolleté.

Das Beispiel Akne zeigt sehr gut, dass viele Empfehlungen für gesunde Haut barer Unsinn sind. Wer sich nicht richtig wäscht, bekomme ­Pickel, heisst es oft. Das ist falsch, wie eine Pa­tientenbroschüre des Universitätsspitals Zürich aufklärt. Akne ist keine Folge mangelnder Hy­giene. Die schwarze Farbe der Mitesser kommt vom Farbstoff Melanin und von einer Verfärbung des Talg-Horn-Pfropfs. Und: Es verhindert Akne keineswegs, nur den Fettglanz zu entfernen, der durch die vermehrte Talgproduktion entsteht.

Wichtig ist auch hier eine behutsame Pflege: reinigen mit einem Syndet, auf parfümierte, ­aggressive Pflegeprodukte und auf fettige ­Salben und Cremen verzichten. Und sich bloss nicht zu oft waschen. Das trocknet die Haut aus und kann die Talgproduktion zusätzlich an­kurbeln. Auch pudrige und fettige Kosmetika können die Poren verstopfen. Experten empfehlen, Akne von Fachleuten behandeln zu lassen. Das ­können ausgebildete Kosmetikerinnen oder Dermatologen sein.

Schokolade ist nicht schuld an Pickeln

Die Annahme, dass Fastfood Pickel spriessen lässt, ist falsch. Der Einfluss einzelner Nahrungsmittel wie Schokolade, Nüsse, Chips oder Salami auf die Hautbeschaffenheit ist nicht ­erwiesen. Bekannt ist nur, dass kohlenhydrat­reiche Ernährung und grosse Mengen Milchprodukte Akne begünstigen können. Dasselbe gilt für Nikotin. Es kann insbesondere bei Erwachsenen bestimmte Akneformen fördern. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, aufs Rauchen zu verzichten.

Es gibt auch keine gesicherten Erkenntnisse darüber, dass bestimmte Lebensmittel die Qualität der Haut gezielt verbessern. So nützt es beispielsweise nichts, bei trockener Haut besonders viel Wasser oder ­ungesüsste Tees zu trinken.

Fest steht, dass Hautpflege viel mit gesunder Lebensführung zu tun hat. Die Empfehlungen hierfür sind aber eher allgemein gehalten. Dazu gehört zum Beispiel, sich ausgewogen zu ernähren und wenig Alkohol zu trinken. Man sollte sich täglich an der frischen Luft bewegen und bei der Arbeit regelmäs­sig kleine Erholungspausen einlegen. Ausserdem ist es wichtig, Stressbewältigung zu lernen, genügend zu schlafen und sich vor zu viel Sonne zu schützen. All das ist sinnvoller als teure, mit Vitaminen und ­sonstigen Wirkstoffen angereicherte Pflege­produkte. Denn deren Nutzen ist ebenfalls nicht bewiesen.

Heisses Wasser und Seife strapazieren die Haut

Im Schaumbad abtauchen oder sich den heissen Wasserstrahl über den Körper laufen lassen kann eine Wohltat für die Seele sein. Für die Haut jedoch ist übermässiges Baden oder Duschen eine Strapaze. Wasser lässt die Hornschicht aufquellen. Greift zusätzlich Seife den Säureschutzmantel der Haut an, ist diese vorübergehend anfälliger für Infektionen.

Junge, gesunde Haut erholt sich vom Baden und Duschen zwar im Handumdrehen. Schon nach wenigen Minuten hat sie wieder den vollen Schutz aus Schweiss und Talg. Mit den Jahren arbeiten die Talgdrüsen langsamer, die Haut trocknet schneller aus. Der Prozess beginnt im 25. Altersjahr. Nach dem ­Waschen spannt die Haut oft unangenehm, fühlt sich ausgelaugt an, ist vielleicht gerötet, rissig und juckt hier und da. Wer zu trockener Haut neigt, sollte sie nach dem Baden oder Duschen rückfetten. Dazu eine Salbe (Wasser-in-Öl-Typ), eine Fettcreme oder ein Körperöl benutzen. Letzteres ist gut verträglich und eine günstige Alternative zu teuren Pflegeprodukten. Geeignet ist etwa reines Mandel- oder Jojobaöl. Eine dünne Schicht ­genügt. Bei fettiger Haut kann man eine milde Seife benutzen. Bei Bedarf reicht danach ein fettfreies Gel oder eine Öl-in-Wasser-Lotion.

So tun Sie Ihrer Haut einen Gefallen

  • Duschen Sie nur einmal am Tag. Das Wasser sollte nicht zu heiss sein. Wenn Sie am Schluss mit kühlem Wasser abspülen, schliessen sich die Poren.

  • Ab und zu reicht auch mal eine «Katzenwäsche». Denn die Haut profitiert davon, wenn man einen Tag nicht badet oder sich nicht duscht.

  • Seien Sie sparsam mit Duschmittel. Kurz ein­seifen und gut abspülen ­genügt.

  • Verwenden Sie bei empfindlicher und trockener Haut am besten milde und pH-neutrale Mittel. Seife reinigt zwar gründlich, greift aber den natürlichen Säureschutzmantel an. Als schonender gelten ­synthetische Reinigungsmittel. Sie haben einen ähnlichen pH-Wert wie die Haut (zwischen 4,8 und 6) und enthalten gut verträgliche, rückfettende Zusätze.

  • Reiben Sie sich nicht mit Schwämmen oder Massagehandschuhen ab.

  • Trocknen Sie sich sanft. Tupfen ist besser als ­heftiges Rubbeln.

  • Waschlappen und Hand­tücher sollten immer gut trocknen können und regelmässig bei 60 Grad gewaschen werden.

Weitere Informationen

Infobroschüren über gesunde Haut und Hautkrankheiten: www.dermatologie.usz.ch