Das Zenkersche Divertikel ist eine Ausstülpung im oberen Drittel der Speiseröhre und ist nach dem Arzt und Pathologen Friedrich Albert von Zenker benannt. Männer sind häufiger davon betroffen als Frauen; besonders im fortgeschrittenen Alter wächst das Risiko, bedingt durch die zunehmend schwächere Muskulatur. Beim Schlucken wird die Schleimhaut durch Lücken in der Wandmuskulatur nach aussen gedrückt.

Wenn sich Teile des Nahrungsbreis in diesen Ausbuchtungen ansammeln, können sich Bakterien darauf festsetzen, Entzündungen sind die Folge. Häufig entsteht so übler Mundgeruch. Zu den Symptomen zählen auch Schluckbeschwerden sowie das Zurückfliessen unverdauter Speisen in den Mund oder die Atemwege und dadurch ausgelöster Hustenreiz. Typisch ist, dass bei Betroffenen keine Säurebeschwerden entstehen, da der Nahrungsbrei nicht mit der Magensäure in Berührung gekommen ist.

Die Divertikel können sich derart vergrössern, dass sie die Speiseröhre mit der Zeit einengen und verdrängen. Die ­Diagnose erfolgt durch ein Röntgenbild mit Kontrastmittel. Solange die Divertikel klein sind, kann man mit sehr gründlichem Kauen und mit sorgfältiger Auswahl von breiigen und flüssigen Speisen die Beschwerden lindern. Grössere Divertikel müssen operativ entfernt werden.
 

Anzeige