Als Arbeitgeber sind Sie gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu schützen. In Corona-Zeiten gilt diese Fürsorgepflicht umso mehr: Sie müssen alle Vorgaben des Bundes umsetzen, um die Pandemie einzudämmen und Angestellte wie Kunden zu schützen. 

Gut zu wissen: Für den Gesundheitsschutz haben Sie ein weitgehendes Weisungsrecht den Mitarbeitern gegenüber: So können Sie von Ihren Angestellten beispielsweise verlangen, dass sie beim Eintreten die Hände desinfizieren oder je nach Tätigkeit Schutzkleidung oder eine Maske tragen

Verfolgen Sie die Lage international und in der Schweiz und entscheiden Sie fortlaufend, ob zusätzliche Massnahmen anzuordnen sind. 
 

Schutzmassnahmen in der Corona-Krise

Abstand: Der Abstand zwischen zwei Personen am Arbeitsplatz muss mindestens zwei Meter betragen. Ist dies nicht möglich, darf die Kontaktzeit maximal 15 Minuten lang sein. Das heisst:

  • Arbeitsplätze mit Distanz einrichten
  • Trennscheiben zwischen Mitarbeitenden sowie zwischen Mitarbeitern und Kunden anbringen
  • Versetzte Arbeits- und Pausenzeiten

Hygiene: Stellen Sie sicher, dass Ihre Angestellten sich an die Hygieneregeln der Kampagne «So schützen wir uns» des Bundesamts für Gesundheit (BAG) halten.

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  • Sie sind verpflichtet, Wasser und Seife zum Händewaschen zur Verfügung zu stellen.
  • Lassen Sie regelmässig Arbeitsflächen, Tastaturen, Telefone und Werkzeuge desinfizieren.
  • Lassen Sie regelmässig Türgriffe, Liftknöpfe, Kaffeemaschinen et cetera reinigen.
  • Ersetzen Sie Sitzungen durch Videokonferenzen. Wenn das nicht möglich ist, sorgen Sie für genügend Abstand im Sitzungszimmer und beschränken Sie die Anzahl der Teilnehmenden auf fünf.
  • Achten Sie darauf, dass auch in Kaffee- und Mittagspausen dieselben Regeln eingehalten werden: zwei Meter Abstand und nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig. 

Merkblätter, Erklärvideos, Plakate des BAG in 13 verschiedenen Sprachen finden Sie hier.

Gedrucktes Informationsmaterial gibt es im Shop Bundeshauspublikationen.

Mehr Informationen, auch über die aktuelle Situation hinaus, finden Sie in «Pandemieplan: Handbuch für die Betriebliche Vorbereitung» des BAG

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Besonders gefährdete Personen: In diese Gruppe fallen aktuell Menschen über 65 Jahre, Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Menschen mit anderen Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen. Und das sind Ihre Pflichten gegenüber solchen Angestellten (Art. 10c der Covid-19-Verordnung 2):

  • Sorgen Sie dafür, dass diese Angestellten von zu Hause arbeiten können. Sie sind verpflichtet, die nötigen technischen und organisatorischen Massnahmen zu treffen. Sorgen Sie dafür, dass diese Angestellten von zu Hause arbeiten können.
  • Ist eine Tätigkeit nur am Arbeitsort möglich, zum Bespiel im Detailhandel, müssen Sie den Arbeitsplatz so einrichten, dass die Vorschriften zu Abstand und Hygiene sichergestellt sind: Bereitstellen von Desinfektionsmitteln, Plexiglas-Scheibe zwischen Kunde und Kassiererin oder Zuteilen von anderen Aufgaben, etwa im Backoffice-Bereich.
  • Sind beide Punkte nicht umsetzbar, müssen Sie die besonders gefährdeten Arbeitnehmer beurlauben – und ihnen den Lohn weiterbezahlen. 

Achtung: Die Bezeichnung «beurlauben» kann irreführend sein: Es handelt sich nicht um einen regulären Urlaub, und diese Zeit kann nicht vom Ferienguthaben abgezogen werden. Sprechen Sie besser von einer Dispensierung von der Arbeit.

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Dass eine besondere Gefährdung besteht, muss Ihr Angestellter durch eine persönliche Erklärung geltend machen. Sie können als Bestätigung ein ärztliches Attest verlangen. Dieses Attest ist aber kein Arbeitsunfähigkeitszeugnis, und es entsteht daraus kein Anspruch auf Lohnfortzahlung durch die Krankentaggeldversicherung.

Achtung: Die Bestimmungen für besonders gefährdete Personen werden allenfalls in den nächsten Tagen vom Bund überarbeitet.

 

Wenn Mitarbeiter erkranken

Arbeitgeber dürfen den Angestellten nicht erlauben, krank zu arbeiten – das gilt natürlich insbesondere für eine mögliche Corona-Infektion: Bei Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen sollen Mitarbeiter zu Hause bleiben und nach telefonischer Anmeldung medizinische Hilfe suchen. Selbstverständlich gilt auch in diesem Fall die übliche Lohnfortzahlungspflicht. 

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Tipp: Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Arbeitgebern, ein Arztzeugnis frühestens ab dem fünften Tag einzufordern, um Arztpraxen und Spitäler zu entlasten.


Mitarbeiter in Quarantäne: Was gilt für die Lohnzahlung?

Unter die Massnahmen zum Gesundheitsschutz fällt auch die Selbstquarantäne. Wenn eine Mitarbeiterin aus dem Ausland zurückkehrt, können Sie anordnen, dass sie sich zehn Tage zu Hause isoliert und – wenn es die Art der Arbeit zulässt – im Homeoffice arbeitet. In dieser Zeit müssen Sie den Lohn weiterzahlen. Eine Quarantäne, die Sie als Arbeitgeber anordnen, können Sie nicht über Ihre Krankentaggeldversicherung abrechnen – solange die Mitarbeiterin nicht erkrankt. Dasselbe gilt auch, wenn der ganze Wohnort oder das Quartier eines Mitarbeiters behördlich unter Quarantäne gestellt wird.

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Ärztlich oder behördlich verordnete Quarantäne: Wenn sich ein Mitarbeiter in ärztlich oder behördlich verordneter Quarantäne befindet – weil er mit (möglicherweise) infizierten Personen in Kontakt war –, hat er für die zehn Tage zu Hause Anspruch auf Erwerbsersatz. Dafür muss er jedoch die Quarantänemassnahme mit einem ärztlichen Attest oder einer behördlichen Anordnung belegen. Eine Selbstisolation genügt nicht. 

Die Erwerbsersatzentschädigung wird nicht automatisch ausgerichtet, Ihr Mitarbeiter muss sie selber bei der Ausgleichskasse beantragen und erhält die Beiträge direkt. Die Auszahlung dieser speziellen Corona-Entschädigung läuft über die AHV-Ausgleichskassen. 

Tipp: Informieren Sie Ihren Mitarbeiter, welche Kasse für Ihren Betrieb zuständig ist, und leiten Sie ihm das Formular 318.758 – Anmeldung für die Corona-Erwerbsersatzentschädigung weiter.

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Gut zu wissen: Bezahlen Sie Ihrem Mitarbeiter während der Quarantäne weiterhin den Lohn – weil er im Homeoffice arbeitet –, wird die Entschädigung an Sie ausgezahlt.

Weitere Informationen finden Sie beim Bundesamt für Sozialversicherung.

 

Wenn gesunde Mitarbeiter zu Hause bleiben wollen

Angestellte dürfen nicht aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben – sofern am Arbeitsplatz die Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten sind. Wenn einer Ihrer Angestellten dies trotzdem tut, müssen Sie den Lohn nicht weiterzahlen. Anderseits sind Sie verpflichtet, Ihre Mitarbeitenden gesundheitlich zu schützen. Das BAG empfiehlt daher, dass Arbeitgeber ihre Angestellten, insbesondere Personen mit erhöhtem Risiko, im Homeoffice arbeiten lassen, wenn dies organisatorisch möglich ist. Mitarbeiter im Homeoffice erhalten weiter den normalen Lohn. 

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Gut zu wissen: Wenn Angestellte ihre Kinder unter zwölf Jahren zu Hause betreuen müssen, weil sie keine Fremdbetreuung haben, besteht eine Lohnfortzahlungspflicht für maximal drei Tage. Anschliessend haben diese Mitarbeiter gemäss der Covid-19-Verordnung Anspruch auf Taggelder der Erwerbsersatzversicherung. Angestellte müssen diese Entschädigung selbst bei der Ausgleichskasse beantragen.

Hier finden Sie das Merkblatt für Arbeitgeber vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco und vom BAG sowie Antworten auf häufige Fragen

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Urs Gysling, Leiter Beobachter-Edition

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