Update per 1. September 2020

  • Für befristet angestellte Mitarbeiter besteht kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung mehr.
  • Für über ein Temporärbüro beschäftigte Mitarbeiter besteht kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung mehr.
  • Für Arbeitnehmer auf Abruf gibt es keine Kurzarbeitsentschädigung mehr, sofern ihr Beschäftigungsgrad um mehr als 20 Prozent schwankt.
  • Es gilt wieder die maximale Bewilligungsdauer von drei Monaten. Das heisst: Bewilligungen, die älter als drei Monate sind, verlieren ihre Gültigkeit. Sie müssen unter Umständen also eine neue Voranmeldung für Kurzarbeit einreichen.
  • Die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung beträgt 18 Monate (statt 12 Monate).

Bis 31. Dezember 2020 unverändert bleibt

  • Vereinfachtes Verfahren für die Kurzarbeitsentschädigung
  • Mehrstunden, die Arbeitnehmer ausserhalb der Kurzarbeitsphase angesammelt haben, müssen nicht abgezogen werden.
  • Einkommen aus Zwischenbeschäftigung muss nicht an die Kurzarbeitsentschädigung angerechnet werden.

Um Arbeitgeber, die wegen den Auswirkungen von Covid-19 in Schwierigkeiten geraten waren, schnell und unkompliziert zu unterstützen, hatte die Arbeitslosenversicherung die Verfahren für die Kurzarbeitsentschädigung in den Krisenmonaten März bis August 2020 vereinfacht. Der Bundesrat hat nun entschieden, das vereinfachte Verfahren für die Voranmeldung von Kurzarbeit sowie das summarische Verfahren für die Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung bis Ende 2020 beizubehalten. Wenn Sie als Arbeitgeber Kurzarbeitsentschädigung geltend machen wollen, müssen Sie dazu also weiterhin die besonderen Covid-19-Formulare verwenden.

Wer ist in einem von Kurzarbeit betroffenen Unternehmen anspruchsberechtigt?

  • Grundsätzlich alle Angestellten, die für die Arbeitslosenversicherung (ALV) beitragspflichtig sind oder das Mindestalter für die Beitragspflicht in der AHV noch nicht erreicht haben.
  • Das gilt auch für ausländische Arbeitnehmer (zum Beispiel Grenzgänger), unabhängig von ihrem Wohnort und Aufenthaltsstatus.

Eine Mindestdauer der ALV-beitragspflichtigen Beschäftigung wird nicht vorausgesetzt. Sprich: Es genügt eine beitragspflichtige Beschäftigung im Zeitpunkt der Einführung und während der Kurzarbeit.

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Nicht anspruchsberechtigt sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in einem gekündigten Arbeitsverhältnis stehen.

Ab 1. September 2020 ebenfalls nicht mehr anspruchsberechtigt sind:

  • Angestellte in befristetem Arbeitsverhältnis
  • Personen im Dienst einer Organisation für Temporärarbeit
  • Angestellte auf Abruf, deren Beschäftigungsgrad um mehr als 20 Prozent schwankt

Gut zu wissen: Bereits seit dem 1. Juni keinen Anspruch mehr haben Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (Inhaber) in einer AG oder GmbH sowie mitarbeitende Ehegatten oder eingetragene Partner des Arbeitgebers (unabhängig von der Unternehmensform). Auch für Lernende gibt es keine Kurzarbeitsentschädigung mehr.

So kommen Sie zur Kurzarbeitsentschädigung

Verwenden Sie für Ihre Anmeldung weiterhin das dem speziellen Formular «Voranmeldung von Kurzarbeit Covid-19». Reichen Sie das Formular schriftlich auf dem Postweg bei der zuständigen Amtsstelle des Kantons ein, in dem sich der Betrieb befindet. In den meisten Kantonen ist diese Amtsstelle eine Abteilung der Volkswirtschaftsdirektion.

  • Das Formular «Voranmeldung von Kurzarbeit Covid-19» finden Sie als PDF zum Downloaden auf der Website der Amtsstelle in Ihrem Kanton oder hier.

Beispiel

Ein Betrieb führt für seinen einzigen Angestellten Kurzarbeit ein und reduziert das Arbeitspensum um 50 Prozent. Der Angestellte verdient für sein Vollzeitpensum einen Monatslohn von brutto 4000 Franken. Für die Kurzarbeit muss der Arbeitgeber dem Angestellten einen Bruttolohn von 3600 Franken pro Monat bezahlen (2000 für 50 Prozent Arbeit und 80 Prozent von 2000 für die ausgefallene Arbeitszeit von 50 Prozent). Die Kurzarbeitsentschädigung beträgt 80 Prozent des anrechenbaren Arbeitsausfalls, für diesen Betriebsinhaber also 1600 Franken.

Wichtig: Die Sozialversicherungsabzüge erfolgen vom vertraglich vereinbarten Lohn für die Normalarbeitszeit, damit die Rentenbildung und der Versicherungsschutz bestehen bleibt.
 

Das gilt seit der Corona-Krise und auch nach dem 1. September 2020

Der administrative Aufwand zur Anmeldung von Kurzarbeit ist weiterhin geringer: Sie müssen in der «Voranmeldung von Kurzarbeit» viel weniger Fragen beantworten, neben Angaben zu Branche und Personalbestand etwa noch, was der Grund der Betriebsschliessung oder -einschränkung ist.

Zudem müssen Sie weniger Dokumente einreichen und auch die Begründung für die Einführung wurde vereinfacht. Es gilt ein milderer Massstab.

Nicht einreichen müssen Sie aktuell aufgrund der Erleichterung: das Formular «Zustimmung zur Kurzarbeit» sowie die Kopie des Handelsregisterauszugs.
 

Das gilt ausserdem

  • Die Wartefrist (Karenzfrist) für Kurzarbeitsentschädigungen ist immer noch kürzer; sie beträgt nur einen Tag. Diesen Tag müssen Sie als Arbeitgeber aus dem eigenen Sack bezahlen.
  • Die Begrenzung der Bezugsdauer auf vier Monate bei einem Arbeitsausfall von 85 Prozent ist für die Dauer der ausserordentlichen Lage aufgehoben.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen ihre Überstunden nicht abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können. 
  • Einkommen aus Zwischenbeschäftigungen wird nicht an die Kurzarbeitsentschädigung angerechnet. Das soll ein finanzieller Anreiz sein für Arbeitnehmende auf Kurzarbeit, in Bereichen mit aktuell hohem Personalbedarf eine Zwischenbeschäftigung anzunehmen.
  • Die Zustimmung der Angestellten zur Kurzarbeit ist nach wie vor nötig. Es genügt, aber die Bestätigung des Arbeitgebers, dass die betroffenen Arbeitnehmenden mit der Kurzarbeit einverstanden sind.


Weitere Erleichterungen

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  • Arbeitgeber können die Höhe ihrer regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen lassen, wenn die Summe der Löhne wesentlich gesunken ist. Melden Sie Ihrer Ausgleichskasse die neue Jahreslohnsumme.
  • Durch die vereinfachte Abrechnung der Kurzarbeit können auch Vorschüsse auf Kurzarbeit vereinfacht und schneller bezahlt werden.

Merkblätter für Arbeitgeber zum Thema Kurzarbeit im Zusammenhang mit der Corona-Krise finden Sie hier.

Häufig gestellte Fragen beantwortet die Website des (Staatssekretariats für Wirtschaft) Seco.

Viele Kantone und das Seco haben eine Hotline für Unternehmen und Angestellte eingerichtet:

Seco-Infoline für Unternehmen: 058 462 00 66 (Mo bis Fr, 07.00 bis 20.00 Uhr).

Hier finden Sie einen Online-Rechner, mit dem Sie die Höhe der Kurzarbeitsentschädigung provisorisch überschlagen können.

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