«Zuverlässige Resultate in 20 Minuten, 99 % genau» – mit diesem Werbeversprechen preist die Herisauer Firma Qnius ihre Covid-19-Selbsttests an. Es handle sich um einen «mehrfach geprüften und vielfach gelobten Test, welcher sich besonders für Spitäler, Ärzte, Apotheken, Sportvereine aber auch weitere öffentliche Institutionen eignet.» Ein Einzeltest kostet 49.80 Franken. Das Fünfer-Paket gibts für 249 Franken, also ohne Mengenrabatt. Kauft man das Set mit 25 Tests, kostet einer 45 Franken. 

Zwar übernimmt der Bund seit kurzem die Kosten für Corona-Tests. Von solchen Test-Kits für den Heimgebrauch hält man im Bundesamt für Gesundheit aber nichts: «Wir empfehlen sie nicht», heisst es aus dem Amt. Man habe einige Schnelltests von Labors in der Schweiz evaluieren lassen. «Keiner der derzeit auf dem Markt erhältlichen Schnelltests ist ausreichend sensitiv und spezifisch, um für die Diagnose von Covid-19 verwendet werden zu können. Der Bund übernimmt deshalb auch die Kosten für Schnelltests oder Selbsttests nicht.»

Dazu sagt die Firma: «Aus unserer Sicht besteht ein grosses Bedürfnis in der aktuellen Gefährdungssituation, sich testen zu lassen. Die Personen, welche einen Test vornehmen, sind klug und von Verantwortungsbewusstsein geprägt, andernfalls würden sie keinen Test vornehmen.» Zudem würden kluge Menschen wissen, dass kein Test absolut zuverlässig ist und keine hundertprozentigen Garantien abgegeben werden können.

Ein umtriebiger Geschäftsmann

Der Hersteller der Tests, die Singapurer Firma Cell ID, hat gerade erst am 25. Juni 2020 von der Singapurer Gesundheitsbehörde eine provisorische Erlaubnis für die Tests erhalten. Darin ist vermerkt, dass sie auf medizinisches Personal ausgerichtet sind und dass negative Ergebnisse nicht als alleiniger Beweis dafür genommen werden können, dass man das Virus nicht in sich trägt. Positive Ergebnisse müssten möglicherweise mit einen zweiten Test verifiziert werden. 

Neben den Tests bietet Qnius lediglich Masken und eine Desinfektionsstation an. Mehr hat «The Swiss Medical Supplier», wie Inhaber Werner Wullschleger das Unternehmen nennt, nicht zu bieten.

Wullschleger ist ein ausgesprochen umtriebiger Geschäftsmann. Er besitzt derzeit elf Firmen, deren Tätigkeiten zwischen Immobilien, Finanz- und Steuerberatung, Werbung bis hin zur Gastronomie, Export-Import und dem Handel mit CBD-Produkten reichen. Zudem hatte er in 14 weiteren Unternehmen, die in der Mehrheit liquidiert sind oder gerade werden, den Vorsitz mit Einzelunterschrift.

Jetzt folgen, um über neue Artikel zum Thema per E-Mail informiert zu werden

Anzeige

«Woche für Woche direkt in Ihre Mailbox»

Andres Büchi, Chefredaktor

Woche für Woche direkt in Ihre Mailbox

Der Beobachter Newsletter

Anzeige