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HollystarUnlautere Werbung mit «neuem» Streaming-Angebot

Filme und Serien zu streamen, erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Bild: Getty Images

Der Streamingdienst Hollystar wirbt mit einem «neuen» Paket, das es aber schon zuvor gab. Das ist irreführend, sagt die Schweizerische Lauterkeitskommission.

von Christian Gmüraktualisiert am 2017 M10 17

«Hollystar wird noch umfangreicher!» So warb der Westschweizer Streamingdienst in einem seiner Newsletter im Sommer 2017. Mitglieder mit einem Abo sollten mit einem «Blockbuster-Paket» zusätzliche Filme zur Auswahl bekommen und – so der Clou – nicht mehr bezahlen müssen. Die Filme in dem Bonus-Paket «werden monatlich erneuert und stehen dem Kunden unlimitiert zur Verfügung», so das Versprechen des Unternehmens, das im Mai durch den deutschen Pay-TV-Sender Sky übernommen wurde.

Blockbuster-Paket Hollystar
«Ab sofort kommt das Blockbuster-Paket hinzu.» Irreführende Werbung bei Hollystar.
Quelle: Screenshot Hollystar Newsletter

Im Unterschied zu anderen Streamingdiensten bezahlt man bei Hollystar nicht eine Flatrate wie etwa bei Netflix. Neben dem Kauf von Serien bietet die Plattform auch Filme an, die bei einer Mitgliedschaft ab CHF 9.90 zum verbilligten Preis gekauft oder gemietet werden können. Ein zusätzliches «Zückerli» gegen das gängige Flatrate-Modell als Verkaufsargument.

Neu ist nicht gleich neu

Dem Kunden einen Mehrwert zu geben, ohne dafür etwas zu verlangen, ist ein guter alter Marketing-Trick. Nicht so gut ist er aber, wenn das Angebot gar nicht so neu ist. Denn das Blockbuster-Paket wurde Anfang 2017 schon einmal offeriert, jedoch gut drei Monate später wieder entfernt. Nur auf Nachfrage erfuhr man, dass es das Angebot nicht mehr gebe. Der monatliche Abopreis blieb damals ebenfalls unverändert.

Von einem Neuangebot zu sprechen, ist für die Schweizerische Lauterkeitskommission aus diesen Gründen «unrichtig und irreführend». Hollystar spricht in einer Stellungnahme von einem technischen Fehler, weshalb das Paket auf allen Benutzerkonten für einige Tage verschwunden, dies später aber wieder korrigiert wurde. In der Zwischenzeit konnten Neukunden nicht vom Blockbuster-Paket profitieren, weshalb die Werbemail gerechtfertigt sei, so die Reaktion des Konzerns auf die Beschwerde an die Schweizerische Lauterkeitskommission.

Die Kommission, die sich mit Fragen des fairen Wettbewerbs befasst, hält diese Antwort für wenig stichhaltig. Sie empfiehlt Hollystar, das Paket nicht als neues Angebot zu bewerben. Hollystar hat inzwischen von ihrem Recht Gebrauch gemacht und gegen den Beschluss Rekurs eingelegt.

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