Auf der Plattform Rentarentner.ch ­bieten rund 7000 Pensionierte für ­wenig Geld Dienstleistungen aller Art an. Die Website hat Preise gewonnen und geniesst einen guten Ruf.

Doch seit diesem Frühling ist der Wurm drin. Im internen Nutzerforum ärgern sich zahlreiche «alte Säcke», wie sich die Rentner nennen, über ­diverse Probleme. Mal funktioniert das Log-in nicht, dann erscheinen nicht eben vertrauensfördernde Meldungen über ungültige Sicherheits­zertifikate, die Mitgliedschaft wird trotz Bezahlung nicht erneuert oder lässt sich nicht bezahlen.

Lösegeld bezahlt und erneut gehackt

«Ich erhalte seit Monaten fast keine neuen Anfragen mehr», klagt auch Martin Wondrusch, der seit 2010 dabei ist. Im Mai melden die Betreiber dann via Facebook, die Website sei gehackt worden, sie würden mit Hochdruck daran arbeiten, alles wieder zum Laufen zu bringen. Mitte November bestehen die Probleme immer noch, die Betreiber melden sich nicht mehr.

Bei manch einem Nutzer ist der Eindruck entstanden, man wolle das Portal leise sterben lassen. «Es kann doch nicht sein, dass das so lange ­dauert. Wenn das Portal nicht rentiert, sollen sie es wenigstens anständig ­beerdigen», findet der frühere KMU-Geschäftsführer Wondrusch.

Gegenüber dem Beobachter bereiten die Betreiber dem Rätseln jetzt ein Ende. Man sei tatsächlich gehackt und auf Bitcoins erpresst worden, sagt Mitgründerin Sarah Hiltebrand. «Wir mussten erst mal Bitcoins auftreiben, haben bezahlt und wurden im Sommer erneut gehackt.» Beim zweiten Mal hätten Hacker den Bereich des Zahlungsverkehrs angegriffen, worauf die deutsche Betreiberfirma diesen ­sofort sperrte. Aufgrund der Probleme habe man sich dann auch noch mit der Programmierfirma zerstritten und ­eine neue gebraucht. Das sei schwierig gewesen: «Die Website war auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise programmiert, so dass wir alles komplett neu aufsetzen lassen mussten», sagt Hiltebrand.

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Jetzt sei aber alles sicher auf Schweizer Servern untergebracht und laufe wieder. Es seien keine persönlichen Daten abhandengekommen. Die Nutzer habe man nur punktuell informieren können, weil auch das Benachrichtigungstool nicht funktioniert habe. Weshalb man sich nicht wie zuvor schon über Facebook an die Rentner gewandt hat, bleibt offen.