Der Trick ist offenbar immer noch gut für schnelles Geld: Im Beobachter-Beratungszentrum sind in den vergangenen Monaten immer wieder Anfragen in Sachen Druckerpatronen-Schwind­ler Druckerpatronen Dummdreiste Tonerverkäufer eingegangen.

Wie die Masche funktioniert, musste kürzlich Florian Frick erfahren. Der Zivildienstleistende arbeitet als Lehrerassistent an der Schule Dotzigen BE. Dort erhielt er kürzlich einen Anruf von der Firma TriMedia GmbH. Ein «Herr Bergmann» beschied ihm, man habe ein defektes Paket mit Druckerpatronen zurückerhalten, das an die Schule adressiert gewesen sei. Er schicke gleich ein Ersatzpaket los. ­Alles, was es noch brauche, sei eine Bestätigung durch Frick.

Das verhängnisvolle «Ok»

Florian Frick erinnerte sich, dass ein paar Tage zuvor im Lehrerzimmer tatsächlich von einer Tonerbestellung die Rede war. Als Bergmann darauf eine Mail schickte, antwortete Frick denn auch bloss noch mit «Ok». Was er erst im Nachhinein merkte: Viel weiter unten im Mail und erst durch längeres Scrollen sichtbar stand, dass er mit seiner Einwilligung eine Bestellung auslöste. Tatsächlich hatte zuvor niemand von der Schule ­Dotzigen bei der TriMedia GmbH ­Toner bestellt – der Anruf und die Mail waren eine Finte, um eine ­Bestellung zu erschleichen.

TriMedia-Geschäftsführerin Leonora Hoti weist die Vorwürfe zurück und betont, man sei «ein seriö­ses Unternehmen». Der Schule Dotzigen habe man zwar ein Angebot gemacht, diese habe aber abgelehnt. Die Schule habe von der TriMedia GmbH «keine Ware und keine Rechnung erhalten».

Firmen mit kurzer Lebensdauer

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rät getäuschten Kundinnen und Kunden, den Firmen per Einschreiben mitzuteilen, dass man nichts ­bestellt habe und die Rechnung nicht bezahlen werde.

Ausserdem empfiehlt es sich, die Vorfälle dem Seco zu melden. Wenn sich die Beschwerden gegen eine ­bestimmte Firma häufen, kann das Staatssekretariat Bussen aussprechen – vermutlich mit ein Grund für die kurze Lebensdauer der Trickserfirmen. Sämtliche Firmen, über die der Beobachter in den vergangenen Jahren berichtete, sind mittlerweile in Liquidation.

Merkblatt und Mustervorlage «Unbestellte Zusendung» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Haben Sie Ware erhalten, die Sie gar nie bestellt haben? Im Merkblatt «Unbestellte Zusendung» lesen Mitglieder von Guider, wie man sich wehren kann, wenn deswegen plötzlich Mahnungen verschickt werden. Die gleichnamige Mustervorlage zeigt überdies, wie man den Anbieter höflich und bestimmt auf die unbestellte Zusendung aufmerksam macht.

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Thomas Angeli, Redaktor

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