Mehr als nur Fenster zum Internet: Browser haben sich vom einfachen Surfvehikel zum ernsthaften Arbeitsinstrument entwickelt. Sie bringen die neusten Nachrichten auf den Monitor, arbeiten zuverlässig mit Webdiensten, laden Dateien herunter und stellen sicher, dass der Nutzer bei seinen Ausflügen im World Wide Web nicht auf unsicherem Terrain landet.

Noch effizienter surfen Sie, wenn Sie die folgenden Tipps beachten. Sie gelten für alle Browser: Internet Explorer, Firefox, Chrome, Opera oder Safari von Apple. Für den Normalnutzer unterscheiden sich die Browser in Funktion und Bedienbarkeit nur im Detail.

Viele surfen noch mit einem alten Browser. Das trifft vor allem auf die Nutzer des Internet Explorers zu: Viele benutzen noch Version 6 oder 7, obwohl die aktuelle Version 8 schon 2009 erschienen ist - und Internet Explorer 9 gibt es bereits als Betaversion zum freien Download.

Alte Browserversionen sind langsamer und bieten nicht den optimalen Schutz gegen Angriffe von Hackern. Ausserdem sind sie funktionell veraltet. Google beispielsweise unterstützt in seinen beliebten Webdiensten «Text & Tabellen» sowie «Sites» alte Browser nicht mehr, und immer mehr Websites folgen.

Auch wer mit der neusten Browserversion arbeitet, sollte verfügbare Updates sofort installieren. Sie schliessen erhebliche Sicherheitslücken. Beim Internet Explorer und bei Safari übernehmen das die Update-Mechanismen von Windows respektive OS X, Firefox kümmert sich selbst um Updates.

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Der Browser kann nicht alle Bedrohungen aus dem Internet abwehren, eine aktive Firewall und Virenfilter sind zumindest unter Windows Pflicht. Der Pop-up-Blocker ist mittlerweile in allen Browsern voreingestellt aktiviert und verhindert, dass sich Werbefenster ungefragt öffnen und erst weggeklickt werden müssen.

Alle Browser verfügen inzwischen auch über einen Phishing-Filter, die den Surfer vor dem Besuch einer gefälschten Seite warnen, auf denen er möglicherweise persönliche Daten verrät. Auch gefährliche ausführbare Inhalte von Websites blocken Browser automatisch. Die Programmiersprache JavaScript haben Internet Explorer und Firefox jedoch standardmässig aktiviert. Für mehr Sicherheit, mehr Ruhe auf dem Bildschirm und schnelleres Laden von Webseiten sollte man JavaScript über die Sicherheitseinstellungen deaktivieren und nur wieder zuschalten, wenn die Seite nicht korrekt bedienbar ist.

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Keinerlei Spuren beim Surfen hinterlässt der Browser, wenn Privates Surfen eingestellt ist: Webseiten werden nicht in Chronik/Verlauf protokolliert, Cookies nicht angelegt, Namen und Kennwörter nicht für das automatische Ausfüllen gesichert und Suchbegriffe nicht zum Einblendmenü im Suchfeld hinzugefügt. Im Netz ist der Nutzer trotz diesen Einstellungen nicht anonym.

Wer surft, möchte sich oft Internetseiten für später merken. Ihre Adresse lässt sich im Browser als Favorit oder Lesezeichen speichern und dann über das gleichnamige Menü wieder aufrufen.

Besonders häufig angesurfte Seiten lassen sich auch in der Favoritenleiste unterhalb des Adressfeldes ablegen und von dort direkt per Mausklick laden.

Wer viele Favoriten nutzt, sollte sich über ein Zusatzprogramm, ein sogenanntes Add-on (siehe Tipp 7) einen richtigen Favoriten-Manager installieren, denn die eingebauten Möglichkeiten der Browser sind nur sehr beschränkt.

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Soll eine erst vor kurzem aufgerufene Website erneut angezeigt werden, die nicht als Favorit gespeichert wurde, reicht ein Blick in den Browserverlauf respektive die Chronik. Hier werden die Adressen aller zuletzt aufgerufenen Webseiten chronologisch gespeichert, je nach Voreinstellung auch über Tage hinweg.

Übrigens: Wer von einem anderen Browser umsteigt, muss seine Favoriten nicht zurücklassen, man kann sie in den neuen Browser importieren.

Oft sollen mehrere Internetseiten parallel offen gehalten bleiben, beispielsweise um die in Kürze auslaufende Ebay-Auktion zu beobachten und gleichzeitig etwas im Web zu recherchieren, aber auch beim Durchstöbern von stark verlinkten Hypertexten wie Wikipedia. Für jede Seite ein eigenes Browserfenster zu öffnen macht den Bildschirm unübersichtlich.

Moderne Browser stecken jede Internetseite in einen Tab, englisch für Registerkarte. Dadurch läuft sie auf einer eigenen Registerkarte innerhalb des Browserfensters. Ein Klick auf den Karteireiter eines Tabs bringt die jeweilige Webseite in den Vordergrund, ein schnelles Hin- und Herschalten ist kein Problem. Per Menü lassen sich alle Tabs auf einmal aktualisieren.

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Praktisch beim Internet Explorer: auf Mausklick zeigt die Tab-Galerie grafische Miniaturen aller Tabs. Das funktioniert beim Firefox nur mit einem speziellen Add-on (siehe Tipp 7).

Sich Neuigkeiten täglich auf seinen Lieblingsseiten zusammensuchen: Das muss nicht sein. Viele Websites, die oft aktualisiert werden, bieten mittlerweile RSS-Feeds. Das sind Links, die alles Neue auf der Website anzeigen, also neue Nachrichten, Blogeinträge oder Bilder. Bietet eine Site RSS-Feeds an, reicht ein Klick auf das RSS-Symbol (orange mit weissen Strahlen), um es zu abonnieren und bei Bedarf nach Neuem zu schauen. Die RSS-Funktion im Browser bietet aber nur wenig. Wer viele RSS-Feeds abonniert hat, sollte sich eine bessere Verwaltung über ein Add-on (siehe Tipp 7) installieren. Als Alternative gibts RSS-Reader als eigenständiges Programm.

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Die Optik der meisten Browser ist zum Verwechseln ähnlich, hat sich doch die Anordnung von Menüleiste, Funktionsknöpfen, Adressleiste, Suchfeld und das eigentliche Browserfenster bewährt. Doch es geht auch persönlicher: Die Schriftgrösse kann angepasst werden, herunterladbare Skins personalisieren Farbe und Grafik der Bedienungssymbole, zusätzliche Knöpfe in der Symbolleiste geben Schnellzugriff auf häufiger benutzte Funktionen.

In der Adressleiste eingegebene Suchbegriffe sucht der Browser nicht gezwungenermassen immer in Google. Hier kann jede beliebige Suchmaschine oder auch Wikipedia für eine schnelle Wortsuche vorgegeben werden.

Beim Firefox regeln das die Add-ons (siehe Tipp 7), beim Internet Explorer funktioniert das über die Internetadresse www.microsoft.com/windows/ie/searchguide/de-de/default.mspx#.

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Bestimmte Funktionen lassen sich mit Plug-ins und Add-ons nachrüsten. Dadurch kann der Browser dann auch Videoformate abspielen oder Dateien anzeigen, die er bislang nicht kannte. Oder Favoriten praktisch in einem Manager ordnen, RSS-Feeds verwalten oder als Nachrichtenticker am unteren Fensterrand durchlaufen lassen, das aktuelle Wetter als kleines Icon in der Browserecke anzeigen oder die Rechtschreibung im Browser kontrollieren.

Die Browsererweiterungen lassen sich bei Firefox über das Menü Extras/Add-ons, im Internet Explorer über Extras/Add-ons verwalten und direkt aus dem Programm heraus auswählen und installieren. Spezielle Schweizer Add-ons für den Internet Explorer 8 gibt es unter www.microsoft.com/switzerland/windows/de/internet-explorer/ie8-add-ons-schweiz.aspx.

Wer an mehreren Computern arbeitet und seinen eigenen Browser immer dabeihaben möchte, installiert sich am besten Firefox Portable oder Opera@USB auf einen USB-Speicherstick. Der Stick wird in den jeweiligen Computer gesteckt und der Browser direkt vom Stick gestartet. Er hinterlässt keine Spuren auf dem Gast-PC. Downloads werden direkt auf dem Stick gespeichert und stehen daher unabhängig vom verwendeten Computer zur Verfügung.

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Weitere Infos

Auf der Website des eidgenössischen Datenschützers findet sich sehr viel Wissenswertes zum Thema Sicherheit beim Surfen: www.edoeb.admin.ch/...