Der Schriftzug klebt irritierend gewellt vor dem verschwommenen Hintergrundbild, der Button verweigert sich störrisch auch mehrmaligem Klicken, das grell blinkende Werbebanner am Seitenrand droht einen epileptischen Anfall auszulösen: Solche Websites des Grauens gibt es nur noch wenige. Zahlreiche Vereine und Firmen haben erkannt, wie wichtig ihr Auftritt im Internet ist. Viele verfügen aber nicht über das Wissen und die Ressourcen, um selber eine erstellen und unterhalten zu können. Sie sind auf einen externen Anbieter angewiesen. Anfragen beim Beobachter-Beratungszentrum zeigen, dass es dabei diverse Hindernisse gibt.

Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl

Das A und O sei, einen guten Anbieter zu finden, sagt Hans Ott, Inhaber der Webagentur Update AG: «Vertrag ist gut, Vertrauen ist besser.» Auch der auf IT-Recht spezialisierte Jurist David Rosenthal hält fest: «Ein Vertrag schafft zwar Klarheit, kann aber schlechte Arbeit des ­Anbieters und den damit verbundenen ­Ärger letztlich nicht verhindern.» Den richtigen Vertragspartner zu finden ist aber einfacher gesagt als getan. Zahllose Dienstleister bieten die verschiedensten Pakete an.

Hans Ott und David Rosenthal sind sich einig: Die Wahl des Anbieters ist Gefühlssache. Den besten Anhaltspunkt liefern Empfehlungen von anderen Auftraggebern. Suchen Sie deshalb Web­sites, die Ihnen gefallen und ein zeitgemässes Layout und einen ähnlichen Umfang haben wie Ihr Projekt. Fragen Sie dann den Website-Inhaber direkt nach seinen Erfahrungen:

  • Reagiert der Anbieter jeweils rasch?
  • Gibt es ein Supportteam vor Ort, oder befindet sich der Firmensitz in Indien?
  • Hat der Anbieter genug Kapazität, um Aufträge innert nützlicher Frist auszuführen?


Lassen Sie sich eine Offerte machen und achten Sie von Anfang an darauf, wie die Zusammenarbeit funktioniert – schliesslich sollte diese ein paar Jahre dauern.

Rundumbetreuung oder selber basteln?

Wichtig ist auch, dass Sie sich über Ihre Ansprüche klar werden: Wünschen Sie Rundumbetreuung oder möchten Sie lieber selber Zeit investieren und damit Geld sparen? Passt zum Projekt eher ein benutzerfreundliches oder ein technisches Inhaltsverwaltungssystem (CMS)? Es ist eine wichtige Aufgabe des Anbieters, mit Ihnen zusammen die passende Lösung zu finden – wenn er nicht verständlich erklären kann, welches System am besten passt, wechseln Sie besser den Vertragspartner.

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Worauf ein Kunde achten sollte

  • Er muss den Anbieter wechseln können. Sonst gibt es Probleme, wenn der Anbieter in Konkurs geht oder seine Leistung nicht mehr zur Zufriedenheit erbringt. Aus technischer Sicht ist ein Wechsel schwierig, wenn der Programmierer eine exotische Programmiersprache oder ein selbstgebasteltes CMS verwendet hat. Bringen Sie deshalb in Erfahrung, ob der Vertragspartner ein etabliertes CMS benutzt – falls es Ihnen am nötigen technischen Know-how fehlt, können Sie einen anderen Anbieter um Rat fragen. Zu bevorzugen sind Open-Source-CMS wie Wordpress oder Typo3. Es kann aber auch ein Enterprise-System verwendet werden: Hier ist zwar eine Lizenzgebühr zu zahlen, dafür ist der Support durch den Hersteller inbegriffen.

  • Der Anbieter muss den Quellcode bekannt geben. Denn ohne Quellcode können wichtige Elemente der Website nicht mehr verändert werden – das bedeutet de facto: Sie müssten beim jeweiligen Anbieter bleiben.

  • Im Vertrag sollte der Anbieter die Nutzungsrechte am gesamten der Website zugrundeliegenden Inhalt ausdrücklich abtreten.

Je nach Paket kostet der Aufbau einer einfachen Internetseite durch eine Webagentur rasch mehr als 5000 Franken – dafür ist sie massgeschneidert. Für den Unterhalt fallen zusätzliche Kosten ab etwa 1000 Franken an, je nach Umfang. Es gibt auch Dienstleister wie etwa Wix.com, die verschiedene Vorlagen zur Verfügung stellen, in die man seine Inhalte selbst abfüllen kann. Diese Lösung ist zwar sehr günstig, kann aber zeitintensiv sein – und ist starr; es gibt keinen Spielraum für Spezialwünsche.

Auch Onlinebilder kosten

Den Text für die Website schreiben Sie vermutlich selbst, aber bei Bildern greifen viele gerne aufs Internet zurück. Doch Vorsicht: Grundsätzlich sind Fotos geschützt und dürfen nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht, also auch für eine Website verwendet werden. Wenn Sie fremde Bilder nutzen, verletzen Sie eventuell Urheberrechte und müssen mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Besser ist es, die Bilder über Fotoportale zu beziehen und die Nutzungsrechte zu kaufen. Ein bekannter Anbieter ist Getty Images, andere wie Fotolia oder iStockphoto sind allerdings um einiges günstiger. Gewisse Portale bieten Bilder kostenlos an, zum Beispiel Flickr oder Pixelio. Unabhängig davon, woher ein Bild stammt, müssen Sie immer Quelle und Name des Fotografen angeben. Hat der Webdesigner die Bilder selber beschafft, haftet er für allfällige Schadenersatzforderungen.

Was heisst CMS? Grundbegriffe rund um Websites

Einige elementare Grundbegriffe muss ein Auftraggeber verstehen, um mit der Webagentur kommunizieren und zusammenarbeiten zu können. Hier die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit Websites:

  • Quelltext oder Quellcode (englisch source code): Befehle an den Computer in einer Programmiersprache (zum Beispiel PHP, Java oder .NET). Bestimmt Aussehen und Funktionen der Website.

  • CMS (Content-Management-System): Inhaltsverwaltungssystem, mit dem Inhalte (Content) auf Websites erstellt und bearbeitet werden können. Wordpress, TYPO3, Drupal und Joomla sind im Moment die am meisten verbreiteten Open-Source-CMS. Das CMS bildet zusammen mit dem Quellcode die Grundlage der Website.

  • Open Source (englisch für quelloffen): keinen Nutzungsbeschränkungen unterliegend und ohne Lizenzgebühren veränderbar.

  • Provider/Hoster (englisch für Gastgeber): Anbieter von verschiedenen Dienstleistungen für Nutzung und Betrieb von Inhalten und Diensten im Internet. Beispiele für Dienstleistungen: Internetzugang, Webhosting (= Zurverfügungstellung von Speicherplatz für eine Homepage), Content-Providing (verfasst eigene redaktionelle Beiträge und Inhalte oder hält ein CMS bereit), Mailhosting.

  • Browser: Software zum Darstellen von Inhalten aus dem World Wide Web (etwa Internet Explorer, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox)

  • HTML (englisch Hypertext Markup Language): Auszeichnungssprache für Inhalt und Daten, zur Strukturierung digitaler Dokumente, die ein Browser darstellen kann.

  • Templates (englisch für Schablonen): Vorlagen für verschiedene Seiten der Homepage, die nur noch mit Inhalt gefüllt werden müssen.

Spezielles Angebot

Beobachter offeriert KMUs ein umfassendes Beratungspaket. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.beobachter.ch/kmu