«Ein geplatzter Ferientraum» Flugreisen Ein geplatzter Ferientraum . So titelte der Beobachter vor vier Jahren. Hauptdarstellerin des Dramas: Bianca Tiziani aus Winterthur. Damals hatte sie bei einem Online-Discounter Badeferien in der Türkei gebucht. Nachdem sie den Flug verpasst hatte, fiel der Urlaub ins Wasser. Der Anbieter stornierte den Hotelaufenthalt – obwohl Tiziani einen Ersatzflug gekauft hatte.

Diesen Herbst wollte sie es besser machen. Beim renommierten Veranstalter FTI Touristik buchte sie eine Woche Hurghada. Für sich, ihre fünfjährige Tochter und ihren Partner. Auf der Rechnung heisst es: sechs Nächte im Hotel Fun City, Landeskategorie fünf Sterne, 1902 Euro.

Statt sechs Übernachtungen plötzlich dreieinhalb

Einen Tag vor dem Abflug am 22. Oktober konsultierte sie die Reiseunterlagen. «Irgendetwas stimmte nicht», erinnert sich Tiziani. Die Ankunftszeit in Istanbul war die exakt gleiche wie die Abflugzeit nach Luxor. «Stopp 00:00 Std». Wie bitte?

Es stellte sich heraus, dass der Jet ab Istanbul erst 24 Stunden später abheben sollte. Doch damit nicht genug: Nach der Ankunft um 1.20 Uhr in Luxor wäre kein Bus für die rund vierstündige Weiterfahrt nach Hurghada bereitgestanden. Aus den sechs Nächten am Reiseziel wären so vier geworden. Und am Ende sogar nur dreieinhalb, denn der Rückflug ab Luxor war für den 28. Oktober um 3.45 Uhr geplant. Noch eine Übernachtung weniger im «Fun City».

Unter diesen Voraussetzungen trat Tiziani die Reise gar nicht erst an. Die Rechnung der FTI Touristik flatterte dennoch in ihr Postfach: 90 Prozent der Kosten seien zu begleichen.

«Zwei technische Fehler zugleich» 

Wie kann es sein, dass ein Anbieter sechs Übernachtungen in einem Hotel verkauft, obwohl der Reiseplan drei davon faktisch verunmöglicht? Auf Anfrage des Beobachters entschuldigt sich FTI: «Unglücklicherweise sind in diesem Fall zwei technische Fehler gleichzeitig aufgetreten», schreibt Managerin Petra Möhle.

Erstens: Eigentlich dürften keine Flüge mit so langen Zwischenaufenthalten verkauft werden. Zweitens: Es darf im System kein Flug nach Luxor mit einem Hotelaufenthalt in Hurghada kombiniert werden. «Die entstandenen Kosten werden den Kunden selbstverständlich nicht in Rechnung gestellt. Die Stornierung der Reise ist somit kostenlos.»

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Bianca Tiziani ist erleichtert. Bloss: In den Ferien war sie immer noch nicht.

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Quelle: Beobachter Edition
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Peter Aeschlimann, Redaktor

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