Kein Laut dringt aus dem Haus. Ein Militärjeep mit Bündner Nummernschild steht davor, die nackten Fenster sind geschlossen. Trotz wunderbarem Wetter ist kein Mensch zu sehen. Einzig die Hunde des Nachbarhofs bellen konstant vom Balkon, sobald sich jemand im Hof des Hauses aufhält. Sie hätten auch früher schon Hunde gehabt, erklärt Bäuerin Emmi Tanner, doch als klar wurde, dass da Asylanten reinkommen, habe ihr ein Polizist gesagt, Hunde wären ein guter Schutz, «die» hätten tierisch Angst vor Hunden. «Das hat uns den ‹Schupf› gegeben, noch einen Berner Sennenhund zu kaufen.»

«Ruhe, Natur und gute Luft. Besuchen auch Sie unser idyllisch gelegenes Bündner Bergdorf.» So preist sich Valzeina im Internet an. Zu Recht. Es ist ruhig, die Luft ist frisch, die Landschaft schön. Doch der Friede im Idyll steht seit bald zwei Jahren auf wackligen Beinen: Schuld am dörflichen Unbehagen ist der Kanton, der im Dezember 2007 im ehemaligen Ferienheim Flüeli hoch über Valzeina ein Ausschaffungszentrum einrichtete – ohne die Bevölkerung zu fragen.

Die abgewiesenen Asylbewerber stammen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen. Das sieht man ihnen auch an. Wenn sie ins Dorf runterkommen oder die elf Kilometer nach Landquart zu Fuss in Angriff nehmen, weil sie die Fr. 7.40 fürs Postauto nicht haben. Der Kanton Graubünden gewährt den Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat im Flüeli gestrandet sind, die Nothilfe ausschliesslich in Naturalien.

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Berauschende Aussicht, beklemmende Stille

Steil und eng schlängelt sich die Strasse vom Talboden hoch, vorbei am einst stattlichen, heute baufälligen, geschlossenen Restaurant Alpenrose. Viel ist nicht los in Valzeina, dem 140-Seelen-Dorf in einem Seitental des Prättigaus; kein Laden, keine Poststelle. Die einzige Einkehrmöglichkeit ist «Ramonas Besenbeiz». Immerhin eine Kirche und eine kleine Schule gibt es noch. Und eben das kantonale Ausschaffungszentrum Flüeli.

Er nehme sie im Auto immer mit, wenn er einen von ihnen auf der Strasse treffe, erklärt Anton Heinz. «Im Prinzip sind das ja arme Teufel.» Heinz, 80 Jahre alt und in Valzeina geboren, hat den Überblick: Er wohnt an der Kreuzung, wo die steile Bergstasse hinauf zum Flüeli abzweigt. «Probleme gabs eigentlich nie mit denen.» Trotzdem ist ein diffuses Unbehagen spürbar: «Wir im Dorf sind schon sauer, dass der Kanton, ohne uns zu fragen, ein Asylantenheim auf den Hügel gestellt hat.» Man wisse ja auch nie, was das für Leute seien, viele hätten sogar Handys. Und manche würden immer wieder von Landsleuten in grossen Autos halb den Berg hochgefahren. «Was die da kungeln, weiss niemand.»

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Fährt man die Strasse hoch zum Flüeli, berauscht die Aussicht. Oben beklemmt die Stille. Derzeit zwölf Erwachsene und vier Kinder wohnen im Heim, doch auch mitten am Tag wirkt das Gebäude wie ausgestorben. «Wir halten uns nicht so gerne vor dem Haus auf», sagt Tajeddine Ahmad aus dem Sudan. «Wir fühlen uns beobachtet.» Die Überwachungskameras an den Eingängen tragen sicher auch dazu bei. Zwar hatte der kantonale Datenschützer dem Kanton beschieden, für eine Videoüberwachung fehle die gesetzliche Grundlage. Die Kameras hängen aber nach wie vor, einzig aufs Aufzeichnen der Daten wird laut Bündner Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht verzichtet. Die Behörde unternimmt jetzt stattdessen Anstrengungen, das entsprechende Gesetz kurzerhand zu ändern.

Herr über das Flüeli und seine Bewohner ist Ernst Wüst. Der Leiter des Ausschaffungszentrums war früher in einer Firma beschäftigt, die Wohnungen behindertengerecht umbaut. Bis er wegrationalisiert wurde. Jetzt hilft er dem Kanton, die abgewiesenen Asylbewerber wegzurationalisieren: «Der Druck, der mit dem Sozialhilfestopp erzeugt wird, hat auch einen positiven Aspekt», glaubt er. Denn die Leute würden ihr eigenes Leben wieder in die Hand nehmen. Beda Egger, Chef Asyl und Massnahmenvollzug und Wüsts Vorgesetzter, formuliert es gerne auch mal deutlicher: «Wem es nicht gefällt, kann jederzeit heimreisen.»

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Quelle: Tomas Wüthrich

Das Schlimmste ist die Langeweile

Wer im Kanton Graubünden Nothilfe beantragt, erhält ein ÖV-Billett, einen Fahrplan und eine Wegbeschreibung zum Flüeli. Dort muss er sich noch am selben Tag vor 17 Uhr melden, sonst verliert er seinen Anspruch auf Nothilfe und muss für einen neuen Antrag wieder zurück nach Chur, ohne Billett, wohlverstanden. Dass das Flüeli für Orts- und Sprachunkundige nicht einfach zu finden sei, lässt Georg Carl, Sektionsleiter Verfahren und Vollzug im Bünder Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht, nicht gelten: «Wer ins Flüeli finden will, der findet auch dahin. Diese Leute haben schon längere Reisen hinter sich gebracht.»

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Oben angekommen, wird einquartiert: Obwohl das Haus 17 Zimmer hat, sind die 16 Bewohner samt ihrer Habe teilweise zu dritt und auch schon mal zu viert in zwölf Quadratmeter grossen Zimmern untergebracht. «Natürlich haben wir so viele Zimmer, dass jeder ein eigenes haben könnte», sagt Heimleiter Wüst. «Aber die Kantone wurden vom Bund aufgefordert, die Nothilfe so auszugestalten, dass sie sich von der ordentlichen Sozialhilfe im Asylbereich unterscheidet. Die begünstigten Personen sollen die Schweiz ja auch verlassen.» Man dürfe das nicht dramatisieren, viele seien nach westlichem Empfinden in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, rechtfertigt Georg Carl die erzwungene Enge im Heim.

Im Haus ist es düster, schwaches Kunstlicht kommt kaum gegen die dunklen Holzwände an. In einer Ecke liegt eine kleine Puppe auf dem braunen Nadelfilzteppich. Ein Mann schlurft apathisch durch den Gang, ein Bündel schmutzige Wäsche im Arm. In der Gemeinschaftsküche kocht sich einer ein Omelett. Es ist Nachmittag um drei Uhr. Ausser schlafen und essen gibt es nichts zu tun. Jeder kocht für sich selber. Gemeinsame Mahlzeiten sind wenig sinnvoll, unterhalten können sich die meisten wegen ihrer unterschiedlichen Sprachen ohnehin nicht. In den Zimmern liegen die Männer auf ihren Etagenbetten und starren an die Decke, gelähmt von der Langeweile, die sie tagein, tagaus begleitet. Betreuerin Bernadette Danuser: «Ich denke, dass sie mit der Zeit ein Auge entwickeln für ihre Umgebung, dass sie die Schönheit der Gegend sehen, auch mal ein Reh beobachten oder eine Rettung am Berg.»

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«Nicht genug und oft das Falsche»

Täglich zweimal müssen sich die Bewohner bei der Heimleitung melden und eine Anwesenheitsliste unterschreiben. Wer die Termine verpasst, dem droht der Rausschmiss. Auch wer unangemeldeten Besuch empfängt, riskiert, aus dem Flüeli geworfen zu werden. Eine rechtlich unhaltbare Drohung, denn die Nothilfe kann nicht gestrichen werden, so will es die Verfassung.

Zweimal in der Woche, jeweils dienstags und freitags, werden Lebensmittel ausgegeben. Am 21. Juli etwa gab es pro Person: 1 Banane, 1 Apfel, 1 Gurke, 1 Liter Milch, 1 Beutelsuppe, 1 grosses Joghurt, 6 Eier, 2 Zwiebeln, 500 Gramm Nudeln, 1 kleine Büchse Thon, 1 Pouletbein. Reichen musste das für drei Tage. Am Freitag gab es dann: 1 Flasche Tomaten passiert, 1 Banane, 2 panierte Pouletschnitzel, 1 Kilo Kartoffeln, 1 Salat, 1 Apfel, 2 Tomaten, 1 Kiwi – fürs ganze Wochenende bis zum darauffolgenden Dienstag. Zusätzlich werden monatlich etwas Mehl, Öl, auch mal Gewürze, Hülsenfrüchte und Salz verteilt. Die vier Kinder, das jüngste ist zehn Monate alt, das älteste sechs Jahre, kriegen zusätzlich sieben Liter Milch pro Woche. Ein Menüplan gemäss Ernährungsberaterin, sagt Heimleiter Wüst. Nicht genug und oft das Falsche, sagen die Bewohner. Spenden von Dorfbewohnern und Vereinen sind willkommen.

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An der Weggabelung hinauf zum Flüeli lockt Ramonas Besenbeiz mit selbstgebackenen Kuchen und sonstigen Leckereien. Auch Wirtin Ramona Winter kann sich über die Flüeli-Leute nicht beklagen: «Mit denen komme ich gar nie in Kontakt, weder positiv noch negativ», sagt sie. Ihr Mitleid halte sich aber in Grenzen, sagt die aus Bayern zugewanderte Leipzigerin. «Wieso kommen die denn auch ausgerechnet in die Schweiz? Die sollens doch in Deutschland versuchen, dort nehmen sie ja alles auf, was kreucht und fleucht.» Einzig die Frau mit den Kindern gehöre da sicher nicht hin, findet Winter.

«Mit denen komme ich gar nie in Kontakt, weder positiv noch negativ. Wieso kommen die denn auch ausgerechnet in die Schweiz?»: Ramona Winter, Beizerin

Quelle: Tomas Wüthrich
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Die Frau mit den Kindern ist Muàmina Sharif, 33, eine Kurdin aus dem hintersten Zipfel Syriens, Bäuerin und Analphabetin. Vor eineinhalb Jahren kam die Familie in die Schweiz. Die zierliche Frau mit den glänzenden schwarzen Haaren war damals schwanger, das jüngste Kind, Fatima, ist in der Schweiz geboren. «Ich vermisse unseren Bauernhof, die Tiere und alles, aber die Zukunft der Kinder war wichtiger.» Gemäss Human Rights Watch dürfen Kurden in Syrien die kurdische Sprache nicht benutzen, ihren Kindern keine kurdischen Namen geben, keine Geschäfte unter nichtarabischen Namen eröffnen, keine kurdischen Schulen gründen oder kurdische Bücher veröffentlichen. Doch Sharifs Asylbegehren wurde abgewiesen, die Familie muss zurückkehren. Die Bündner Behörden verlangen nun von der Frau, gültige Papiere aus Syrien zu beschaffen – etwas, was dem Bundesamt für Migration in Bern bislang nicht gelungen ist. Syrien verweigert geflohenen Kurden die Rückkehr.

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Gestrandet: Muàmina Sharif und ihre Kinder Hadil, Muhammad, Fatima und Hadya sind hier nicht erwünscht – und Syrien verweigert die Rückkehr.

Quelle: Tomas Wüthrich

«Erpressung und psychische Folter»

Muàmina Sharif ist die einzige Frau unter all den jungen Männern im «Flüeli», mit denen sie sich nicht einmal verständigen kann, die manchmal aus lauter Frust ihre Kinder anbrüllen. Für eine praktizierende Muslima eine sehr schwierige Situation. Hinzu kommt, dass es an den Türen der Zimmer keine Schlüssel gibt, zu Anfang nicht mal welche an den Toiletten gab. Auch die Dusche teilt sie sich mit den Männern. Im Haus trägt Muàmina Sharif ein Kopftuch als Signal dafür, dass sie trotz dieser für sie verfänglichen Situation eine anständige Frau ist.

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Ihr Mann, Abdul Razak Hamza, sitzt derweil im Churer Gefängnis Sennhof in Ausschaffungshaft. Ein anderes Vergehen als das seiner illegalen Anwesenheit in der Schweiz wird ihm nicht zur Last gelegt, auch wenn so mancher in Valzeina zu wissen glaubt, dass er «wegen irgendwas mit Drogen» einsitze. Dass die Familie getrennt wurde und die strenggläubige Mutter als einzige Frau unter lauter Männern leben muss, ist für Hamzas Anwalt, Dieter Marty, unerhört: Er fühlt sich an «Erpressung und psychische Folter» erinnert. Sehen kann sich die Familie nur dank dem «Verein Miteinander Valzeina». Mitglieder dieser Nachbarschaftshilfe, die sie sich seit Anbeginn für die Rechte der «Illegalen» in Valzeina einsetzt, fahren Mutter und Kinder einmal die Woche auf eigene Kosten nach Chur. Vom Kanton gibt es keinerlei Unterstützung für diese Familientreffen.

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Die Bündner Repressionsstrategie und Sparwut betreffen auch Hadya, die älteste Tochter von Muàmina Sharif. Die Schulleiterin von Valzeina würde das Mädchen in den Unterricht aufnehmen, doch verbieten dies die Behörden, da das genaue Geburtsdatum von Hayda nicht feststeht. «Das Ganze hier ist auf Druck ausgelegt, und das ist nicht nur falsch», sagt Siegfried Müller, ein ehemaliger schulischer Heilpädagoge und Pfarrer aus einem Nachbardorf. «Aber Kinder haben Vorrang und sollten kindgerecht behandelt werden. Und dieses Mädchen ist wirklich reif fürs Lernen.» Deshalb hat Müller die kleine Hayda bis vor kurzem in Eigenregie unterrichtet.

Jetzt darf sie wenigstens den Kindergarten im Nachbardorf Seewis-Schmitten besuchen. Seitens des Kantons gebe es keine Einwände gegen einen allfälligen Kindergartenbesuch von Hadya, lässt das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht verlauten. Nur kosten darf es nichts, weder Fahrgeld noch Arbeitszeit. Doch zu Fuss ist es für eine Sechsjährige zu weit, und das Postauto kostet Geld. Wieder muss die Nachbarschaftshilfe ran, soll Hayda nicht wie ihre Mutter Analphabetin bleiben.

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«Die Leute sind immer anständig. Und die junge Frau mit ihren vier kleinen Kindern unter all den Männern – das ist eine fertige ‹huere› Gemeinheit.»: Toni Heinz, Bauer (rechts)

Quelle: Tomas Wüthrich

Zur 1.-August-Feier kamen sie nicht

Wenig Verständnis für die Härte des Kantons hat Toni Heinz. «Die Leute von oben? Die sind immer anständig, mit denen gibt es keine Probleme. Und die junge Frau mit ihren vier kleinen Kindern unter all den Männern – das ist eine fertige ‹huere› Gemeinheit», poltert der 61-jährige Bauer, der zusammen mit Sohn Daniel mitten im Dorf eine Rinderaufzucht und -mast betreibt. Daniel und ihr gemeinsamer Bekannter Heini Bachmann, beide 33, nicken. «Wenn wir unsere Kinder so halten würden, käme gleich der Tierschutz.»

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Doch für die Leute einsetzen mögen sich nur wenige. Manch einer scheut selbst vor Sprüchen wie «Anzünden sollte man die Hütte, dann wäre Ruhe» nicht zurück. Kein schöner Gedanke, findet Pensionär Anton Heinz: «Wenn das Flüeli abbrennen würde, würds mich ums Haus reuen: Das hat nämlich ein Vorfahre von mir gebaut.»

Zu einem Austausch mit der Bevölkerung kommt es kaum, und wenn, dann nur zufällig. «Genauer hinschauen mag ich nicht, sonst würde man noch ins Grübeln kommen», sagt stellvertretend Anton Heinz. Und diejenigen, die täglich mit den Menschen im Flüeli zu tun haben? «Natürlich ergibt sich eine gewisse Beziehung zu den Bewohnern hier, man ist ja ein Mensch», sagt Betreuerin Bernadette Danuser. Aber die einzelnen Schicksale lasse sie nur bis auf eine professionelle Distanz an sich heran. Ob der Gedanke an mögliche Fehler bei den Verfahren aufkomme? «Solche Gedanken dürfen wir uns nicht vertieft machen, sie würden unsere Arbeit verunmöglichen.» Die Kinder findet sie aber «wirklich herzig». Zudem seien sie eine «Auflockerung für die übrigen Bewohner wie auch für die Mitarbeiter».

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Lediglich die Mitglieder des Vereins Miteinander Valzeina, die sich aktiv um die Menschen im Flüeli kümmern, ihnen Kleider, auch mal einen alten Fernseher, eine Kaffeemaschine aus dem Brockenhaus, Spielsachen für die Kinder oder zusätzliche Lebensmittel bringen und sie wenn nötig für Behördengänge mit ins Tal nehmen, kennen die «Illegalen» etwas näher. Am 1. August waren die Flüeli-Bewohner zur Feier eingeladen, die auf der Pünt gleich neben dem Flüeli stattfand. Jeder erhielt einen Gutschein für eine Wurst und ein alkoholfreies Getränk. «Man tut ja schon was, dass die nicht kriminell werden müssen», sagt Besenbeizerin Ramona Winter. Gekommen ist keiner – die meisten sind Muslime, und Würste enthalten bekanntlich Schweinefleisch.

Runterspringen oder ausreisen? Nach drei Monaten im Flüeli freut sich Pascal Ebizie darauf, nach Nigeria heimzukehren.

Quelle: Tomas Wüthrich
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Pascal Ebizie aus Zimmer 13 sitzt auf einem roten Bänkli auf der Flue, kaum hundert Meter vom Heim entfernt. Hoch über ihm die Schweizer Flagge, mehrere hundert Meter weiter unten das Tal, durch das die gletscherfarbene Landquart fliesst. Die Aussicht ist atemberaubend. Doch Ebizie hat keine Augen für die Schönheiten der Prättigauer Natur. «Wenn ich das Zeitrad zurückdrehen könnte, würde ich nicht mehr herkommen», sagt er. Rund acht Monate lebte der junge Nigerianer in der Schweiz, die letzten drei im Ausschaffungszentrum Flüeli. «Es war schrecklich hier. Man kann nichts machen ausser essen und schlafen. Aber ich bin jung und stark, ich will arbeiten», erzählt der 21-Jährige, der wegen «Familienstreitigkeiten» und sicher auch aus wirtschaftlichen Gründen im Alpenland sein Glück versuchte. Vergeblich. Oft habe er hier gesessen und überlegt, ob er runterspringen solle. So habe er sich entschlossen, heimzukehren. Er sei aber in einer glücklicheren Lage als andere hier: «Ich kann gefahrlos nach Hause. Und ich freue mich sehr.» Inzwischen hat Ebizie die Schweiz per 8. September verlassen.

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Fruchtet das harte Asylregime der Bündner Behörden also tatsächlich? Gehen die «Illegalen» wirklich früher nach Hause? Entsprechende statistische Angaben bleibt der Kanton auch auf Anfrage schuldig.