«Ein schmelzender Gletscher wird zur Kulisse für die eigene Identität»
Noch einmal Orte besuchen, die es als Folge des Klimawandels bald nicht mehr gibt: Umweltpsychologin Cathérine Hartmann erklärt, was hinter dem touristischen Phänomen der «letzten Gelegenheit» steckt.

Veröffentlicht am 28. August 2026 - 05:00 Uhr

«Social Media verstärken die ‹fear of missing out›»: Cathérine Hartmann
Cathérine Hartmann, was bringt Menschen dazu, Orte wie schmelzende Gletscher zu besuchen?
Psychologisch spielt beim Last-Chance-Tourismus das Prinzip der künstlichen Verknappung eine Rolle. Man kennt es aus der Werbung: Wenn etwas selten, bedroht oder nur noch für begrenzte Zeit verfügbar ist, steigt der subjektive Wert. Das will man nicht verpassen.
Was passiert in dieser Situation im Kopf?
Man spricht hier von «fear of missing out»: Wenn wir wissen, dass ein Ort möglicherweise verschwindet, entsteht ein Gefühl von Zeitdruck. Im Sinn von: «Wenn ich jetzt nicht gehe, bekomme ich vielleicht keine zweite Chance mehr.»