Gewässerschutz – St. Galler Gemeinde findet ein Bauernopfer
In Gossau SG erfüllt das Wasser aus einer Quelle die Anforderungen für Trinkwasser nicht – und wird trotzdem getrunken. Eine Geschichte von Geheimniskrämerei, Rechtsstreit und einem Gemüsebauern, der nicht klein beigibt.

Veröffentlicht am 24. April 2026 - 13:30 Uhr

Gemüsebauer Roger Zingg auf seinem Land, für das Gewässerschutzzonen ausgeschieden wurden
Von dem, um was es geht, ist nichts zu sehen. Roger Zingg, Gemüsebauer aus dem sankt-gallischen Gossau, deutet einzig auf rote Holzpfosten, die wie zufällig in sein Ackerland gerammt wurden. «Schutzzone 1», sagt er knapp. Im Erdreich darunter liegt die Fassung einer Quelle, die Trinkwasser für für ein Dutzend Liegenschaften in zwei nahen Weilern liefert.
Das klingt nach intakter Welt. Doch es gibt einen Schönheitsfehler: Das Quellwasser dürfte gar nicht getrunken werden, weil es den Vorgaben dafür nicht genügt.