Man liest öfter, dass die durchschnittlich beanspruchte Wohnfläche pro Person in der Schweiz in den letzten Jahren zugenommen habe. Das hilft aber den­jenigen wenig, die in ihren kleinen Studentenzimmern, Studios oder engen Familienwohnungen leben. Glücklicherweise gibt es ein paar Tricks und Kniffe, die auch eine kleine Wohnung gross wirken lassen. Bevor man aber alles umstellt und sich in Möbelprospekte vertieft, sollten einige Fragen beantwortet werden. Zum Beispiel: Feiern Sie gern Partys zu Hause? Bekochen Sie oft grosse Tafelrunden? Arbeiten Sie häufig von zu Hause aus? Haben Sie ein Hobby, das viel Platz beansprucht? Übernachten regelmässig Gäste bei Ihnen? Diese Fragen zeigen einem meist schon gut auf, auf welche Bereiche man den Fokus bei der Planung ­richten sollte.

Für eine Tour durch die Möbelhäuser ist es aber nach wie vor zu früh. Denn vor dem Einräumen kommt das Aufräumen. Durchforsten Sie Ihr jetziges Hab und Gut und sortieren Sie gnadenlos aus, was nicht mehr gebraucht wird, doppelt vorhanden oder sowieso kaputt ist. Wenn der unnötige Ballast draussen ist, kann man besser abschätzen, wie gross ein Schrank oder ein Stauraum überhaupt ausfallen muss.

Multifunktional und helle Farben

Erst jetzt geht es ans eventuelle Umstellen der Möbel, an den Kauf einer neuen Einrichtung oder an die Umgestaltung der Wohnung. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:

Raumnutzung: Dass in einer kleinen Wohnung jeder Quadratzentimeter optimal genutzt werden sollte, liegt auf der Hand. Das gilt besonders für den Stauraum: Wo können Kleider, Putz­mittel, Geschirr, CDs oder Badetücher unter­gebracht werden? Nutzen Sie dafür Nischen wie den Raum unter einer Treppe, den Treppen­absatz oder bisher «verschenkten» Platz in toten Ecken, über einem Schrank. Mit hohen Einbauschränken oder Regalen, die bis an die Decke reichen, gewinnt man viel Stauraum. In den ­höheren Regionen werden dann mit Vorteil die Dinge aufbewahrt, die man nur selten braucht. In sehr hohen Räumen kann auch über den Einbau eines kleinen Zwischengeschosses, etwa für das Bett, nachgedacht werden.

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Einrichtungsplanung: Jeder weiss, dass leere Zimmer grösser wirken als möblierte. Deshalb sollten gerade kleine Räume nicht mit zu vielen Möbeln und Accessoires verstellt werden. Was hingegen oft etwas bringt, sind Raumteiler, ­womit etwa in der Stube Essen und Wohnen ­abgetrennt werden können. Ob ein Paravent, Pflanzen oder ein Regal als Raumteiler dient, er sollte jedenfalls nicht über die ganze Höhe oder Breite des Zimmers gehen, damit der Raum noch als Ganzes wirkt. Auch mit einer geschickten Platzierung von Spiegeln kann ein Raum leicht optisch vergrössert werden.

Möbel: Die richtige Auswahl der Möbel hängt mit der optimalen Planung der Einrichtung zusammen. So ist in einem engen Wohnzimmer oft ein Ecksofa die bessere Wahl als eine Couch mit zwei Sesseln. Denn frei stehende Möbel brauchen viel Platz. Und auch zu massive Möbel lassen einen Raum kleiner wirken.

Optimal sind Möbel, die bei Bedarf leicht weggeräumt, hochgeklappt oder umfunktioniert werden können. Beispiele für solche multi­funktionalen Einrichtungen sind der hochklappbare Esstisch für die Küche, das Sofa mit integriertem Gästebett, der Ausziehtisch, Klappstühle, das Hochbett mit Platz für ein Pult darunter oder das Regal mit Arbeitsplatte zum Herunterklappen fürs Heimbüro. Und Möbel können oft auch zusätzlichen Stauraum bieten – ­etwa wenn das Bett einen Bettkasten mit Schubladen enthält oder wenn man die Hohlräume von Couchtisch sowie Hocker befüllen kann.

Farben und Licht: Für Wände und Möbel sollten eher helle Farben, zum Beispiel Pastelltöne, gewählt werden. Diese wirken optisch vergrössernd. Denselben Effekt erzielt man auch, wenn die Decke heller und mit einem Hauch von Blauton gestrichen wird. Kühle Farben schaffen Grösse und Weite. Wichtig ist aber, gerade in kleinen Wohnungen nicht mit zu vielen verschiedenen Farben zu arbeiten.

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Nicht zuletzt kann mit dem richtigen Lichtkonzept eine enge Wohnung sofort viel offener wirken. Indirektes Licht via Decke etwa lässt den Raum höher erscheinen. Mit einer bodennahen Beleuchtung kann dafür die Länge des Zimmers betont werden. Ratsam ist deshalb ein Konzept aus mehreren Lichtquellen mit unterschiedli­chen Positionen, Ausrichtungen und Höhen.

Bevor nun aber das grosse Umstellen be­ginnt oder neue Möbel gekauft werden, lohnt es sich, seine Ideen zu testen. Eine Möglichkeit ist, dass Sie die Grundrisse der Zimmer im Massstab 1:50 zeichnen, die entsprechenden Möbel in der gleichen Verkleinerung ausschneiden und so die Zimmer virtuell einrichten. Um ­einen räumlichen Eindruck zu erhalten, können die neuen Möbel auch mit Hilfe von Kartonschachteln oder Tüchern direkt im Zimmer nachgebildet werden.