
Veröffentlicht am 17. April 2026 - 10:51 Uhr

Hohe Renditen, statt Zinssenkungen: Beat Walti (FDP) und Ursula Zybach (SP) streiten über Mietzinskontrollen.
Beobachter: Beat Walti, Ursula Zybach, Mieterinnen und Mieter bezahlen laut Hochrechnungen jedes Jahr 10 Milliarden Franken zu viel. Eigentümer geben Senkungen des Referenzzinssatzes nicht weiter und erhöhen Mieten willkürlich. Muss der Staat jetzt eingreifen?
Beat Walti: Die Studie im Auftrag des Mieterverbands vergleicht Äpfel mit Birnen. Die Mietpreise bei bestehenden Wohnungen folgen recht präzise der Entwicklung der realen Kosten. Teurer geworden sind neue und totalsanierte Wohnungen, weil das Bauen teurer geworden ist. Für die Mietenden ist am Ende ohnehin eine Kosten-Nutzen-Überlegung entscheidend: Steigen die Preise im Einklang mit den Löhnen und dem allgemeinen Kostenniveau? Ob ein Eigentümer dabei 3 oder 5 Prozent Eigenkapitalrendite erzielt, spielt für die Mieter eine untergeordnete Rolle.
Ursula Zybach: Das sehe ich völlig anders. Die Berechnungen des Büros Bass sind sehr fundiert. Seit 2006 haben Mietende rund 100 Milliarden zu viel bezahlt. Seit 2008 sank der Referenzzinssatz von 3,5 auf 1,25 Prozent. In dieser Zeit hätten also auch die Mieten sinken müssen. Sie sind aber wegen der hohen Nachfrage nach Wohnungen gestiegen – obwohl in der Schweiz eine reine Marktmiete nicht erlaubt ist. Das verlangen Gesetz und Bundesgericht eindeutig. Wir empfehlen unseren Mitgliedern eine Rendite von 0,5 Prozent über dem Referenzzinssatz.