Frage 1: Ich bin unentschlossen, ob ich mich impfen lasse. Von der Stimmung im Betrieb fühle ich mich aber dazu gedrängt. Was kann ich tun?

Was Sie wissen müssen: Der Arbeitgeber darf Ihnen eine Impfung zwar nahelegen, dazu zwingen kann er Sie aber nicht Corona-Impfung Antworten auf die wichtigsten rechtlichen Fragen . Diskussionen rund um das Impfen sind zwar oft schwierig und emotional. Suchen Sie trotzdem das offene Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Der Arbeitgeber muss Ihre Bedenken ernst nehmen und ihnen auch nachgehen. Das gehört zu seiner Fürsorgepflicht.

Ideal wäre es, wenn Sie sich im Team unterhalten und die Rückkehr ins Büro gemeinsam gestalten – und das, bevor sich eine bestimmte Praxis eingeschlichen hat. Versuchen Sie dabei, nicht über die Grundsatzfrage «Impfen ja oder nein» Impfbereitschaft und Herdenimmunität Wie viele Geimpfte wird es brauchen? zu diskutieren, sondern über den Umgang damit.

Übrigens: Solange der Arbeitgeber nicht über den Impfstatus Bescheid wissen darf (siehe Frage 2), darf er auch keine Weisungen treffen, die Ungeimpfte besonders exponieren (zum Beispiel eine Maskenpflicht nur für sie).

Frage 2: Meine Arbeitgeberin will wissen, ob ich mich habe impfen lassen. Muss ich ihr darüber Auskunft geben?

Ob Sie geimpft sind oder nicht, ist rechtlich gesehen eine «besonders schützenswerte» Information. Das bedeutet, dass die Arbeitgeberin Sie nur danach fragen darf, wenn es für das Arbeitsverhältnis tatsächlich notwendig ist. Das ist abhängig vom konkreten Einzelfall und in der Regel auch von der Branche.

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So müssen Spitalangestellte Impfpflicht Muss sich Pflege- und Spitalpersonal impfen lassen? , die regelmässig Kontakt mit Patienten haben, viel eher über den Gesundheitszustand Auskunft geben als Büroangestellte, die bis vor kurzem noch im Homeoffice gearbeitet haben. Das heisst für Sie: Wenn Ihre Arbeitgeberin ein genügendes berechtigtes Interesse an Ihrem Impfstatus hat, darf sie Sie danach fragen und Sie müssen – im Gegenzug – auch wahrheitsgemäss Auskunft geben.

Anders, wenn ein berechtigtes Interesse fehlt. Beispielsweise, wenn es Ihrer Arbeitgeberin allein darum geht, möglichst schnell zur Normalität zurückzukehren, und Sie deshalb wieder im Geschäft arbeiten sollen. In diesem Fall könnten Sie eine Antwort verweigern und zur Not auch lügen Recht Du darfst lügen . Eine Kündigung deswegen wäre dann missbräuchlich. Allerdings: Wenn Sie missbräuchlich gekündigt werden, können Sie keine Wiedereinstellung verlangen, sondern nur eine finanzielle Entschädigung. Es ist auf jeden Fall besser, wenn Sie das Gespräch mit der Arbeitgeberin suchen.

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Frage 3: Mein Chef verlangt, dass ich mich einmal in der Woche auf Covid-19 teste. Kann er mich dazu zwingen?

Nein. Tests sind freiwillig. Ein Teil der Arbeitsrechtsexperten geht aber davon aus, dass Betriebe regelmässige Tests anordnen können, wenn diese Teil eines Schutzkonzepts sind.

Wenn Sie sich weigern und dafür keine berechtigten Gründe haben, könnten Ihnen darum Konsequenzen drohen – etwa eine Verwarnung oder möglicherweise sogar eine Kündigung. Gesetzliche Bestimmungen oder ein Gerichtsurteil gibt es allerdings nicht.

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Wenn Sie sich nicht testen lassen wollen, überlegen Sie am besten, was Sie Ihrem Vorgesetzten als Alternative vorschlagen können. Möglicherweise können Sie ihn überzeugen, Sie weiterhin im Homeoffice arbeiten zu lassen. Und zwar so lange, bis sich die Lage entspannt hat und weitere Lockerungen möglich sind. Oder Sie schlagen andere geeignete Massnahmen vor.

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