Die Zufriedenheit im Berufsleben wird durch mehrere Komponenten bestimmt. Einerseits durch die Anerkennung, die wir durch den Job erhalten. Das kann das Gehalt sein, die Wertschätzung Vorgesetzter oder des Teams. Wenn das subjektiv nicht stimmt, fühlen wir uns auf Dauer ausgebeutet und frustriert.

Ebenso wichtig ist, dass die Arbeit inte­ressant und anregend ist. Zudem sollten die Arbeitszeiten dazu passen, wie wir Beruf, Familie und Freizeit gestalten möchten.

Hinzu kommt die Frage, wie wohl es uns im Berufsalltag ist. Das Arbeitsklima ist für viele entscheidend: Wenn das Miteinander schwierig ist, verliert die interessanteste Arbeit an Attraktivität. Fühlt man sich aber wohl, geht man auch gern arbeiten.

Ein gutes Betriebsklima wird stark bestimmt durch eine entspannte, gelassene Stimmung, Toleranz, gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung, Hilfsbereitschaft und offene Kommunikation. Solches ist nicht überall im gleichen Ausmass vorhanden.

Zu viel Lästern ist gefährlich

Lästern und Vergleichen sind allerdings starke Zeichen, dass im Team einiges nicht stimmt. Das klingt stark nach gefühlter ­mangelnder Anerkennung der Leistung und des Engagements durch die ­anderen oder die Vorgesetzten – sowie nach einem schlechten Gruppengefühl.

Um Anerkennung zu erhalten, gibt es zwei Methoden. Die bessere: Wir können uns bemühen, uns durch unsere Leistung von den anderen abzusetzen. Oder wir werten den ­anderen ab und heben uns so heraus.

Ein kollektives Lästern und Abwerten der anderen kann auch das Ziel haben, den Zusammenhalt zwischen den Lästerern zu stärken: Obwohl wir spüren, dass das Lästern nicht in Ordnung ist und uns selber schadet, tun wir es – um dazuzugehören. Wenn Lästern zur Gewohnheit wird, besteht aber die Gefahr, dass Mobbing Platz erhält. Denn wenn jeder über jeden spricht, man sich ständig mit anderen vergleicht, liegt der Fokus nicht mehr auf sich selber und dem, was man tut. Das Team wird geschädigt, denn Ver­trauen und Sympathie sind wichtige Pfeiler für die Zusammenarbeit. Lästern und Vergleichen führen zu Anspannung und Angst, Fehler zu machen und Schwächen zu zeigen. In einem solchen Klima lässt die Motivation nach, die Freude an der Arbeit ebenso. Die innere Kündigung ist oft nicht mehr fern.

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Es ist unterschiedlich, welche Faktoren uns persönlich für unsere Arbeitsstelle ­besonders wichtig sind. Aus Studien wird ­immer wieder deutlich: Die wichtigsten ­Kündigungsgründe sind ein schlechtes ­kollegiales Umfeld, eine nicht erfüllende ­Arbeit sowie ein Chef, der nicht fördert und die Mitarbeiter unangemessen behandelt.

4 Tipps für ein besseres Arbeitsklima

  • Auch wenn Sie die Firmenkultur nicht allein ändern können: Sie können Gegensteuer geben. Versuchen Sie, sich nicht vom Lästern der andern anstecken zu lassen. Wagen Sie, Ihre Meinung zu äussern und Position zu beziehen. Drücken Sie selber anderen gegenüber Wertschätzung aus. So wie Sie über andere sprechen, wird es auf Sie zurückfallen.

  • Überlegen Sie sich, was Ihnen an der Arbeit Freude bereitet, und konzentrieren Sie sich darauf. Setzen Sie sich Ziele, am besten zusammen mit den Vorgesetzten, und verfolgen Sie diese.

  • Wenn Lästern und Vergleichen ausarten, sollten die Vorgesetzten informiert werden.

  • Wenn Sie für sich bemerken, dass Sie stark durch die Art des Umgangs belastet werden und Sie keinen Anschluss finden: Wechseln Sie zu Ihrem eigenen Schutz die Stelle.

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Quelle: Beobachter Edition
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