Am 1. Juni habe ich eine neue Stelle angetreten. Im schriftlichen Arbeitsvertrag wurde eine Probezeit von zwei Monaten vereinbart. Nun möchte der Arbeitgeber die Probezeit um einen Monat verlängern. Ist das möglich?
Ja, das ist möglich. Ist im Arbeitsvertrag Arbeitsvertrag Erst lesen, dann unterschreiben! nichts anderes vereinbart, gilt nur der erste Monat als Probezeit. Schriftlich kann jedoch eine längere Probezeit abgemacht werden. Auch ist es möglich, die bereits vereinbarte Probezeit zu verlängern, sofern beide Seiten einverstanden sind. Eine Weigerung Ihrerseits hätte aber wohl die Kündigung zur Folge

Die Probezeit darf in der Privatwirtschaft insgesamt nicht länger als drei Monate dauern. Die Vereinbarung einer längeren Probezeit wäre ungültig. Lediglich bei einer effektiven Verkürzung der Probezeit wegen Arbeitsunfähigkeit oder Militärdienst wird diese um die Dauer der Abwesenheit erstreckt. Achtung: Bei Staatsangestellten sind längere Probezeiten möglich. Auch im Lehrvertrag kann die Probezeit auf 6 Monate verlängert werden.

Nach Ablauf der Probezeit kommen der Kündigungsschutz sowie die ordentliche Kündigungsfrist zum Tragen. Es gilt also nicht mehr die kurze Kündigungsfrist der Probezeit von in der Regel sieben Tagen. Massgebend ist dann vielmehr die vertragliche oder gesetzliche Kündigungsfrist nach der Probezeit. Zudem sind Sie nach Ablauf der drei Monate im Falle von Krankheit, Unfall, Schwangerschaft Arbeitsrecht Schwanger - darauf müssen Sie achten oder Militärdienst während einer gewissen Zeit vor Kündigungen geschützt.

Letzte Woche habe ich nach zwei Jahren in der Firma mein Pensum erhöht. Wir haben dafür wieder eine Probezeit abgemacht. Dann habe ich mich krankgemeldet, und der Arbeitgeber hat mich entlassen. Darf er das?
Zwar ist es so, dass es während der Probezeit keinen Kündigungsschutz bei Arbeitsunfähigkeit gibt. Allerdings ist es gesetzlich nicht zulässig, bei einer gewöhnlichen Pensumserhöhung eine neue Probezeit zu vereinbaren. Eine solche ist ausschliesslich zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses erlaubt. Sie darf nur ein weiteres Mal vereinbart werden, wenn jemand beim gleichen Arbeitgeber eine komplett andere Tätigkeit beginnt. Auch bei einem Betriebsübergang Firmenverkauf Angestellte sind nicht rechtlos oder bei Lernenden (siehe unten), die nach der Abschlussprüfung im Betrieb bleiben können, darf es bei ähnlicher Tätigkeit keine neue Probezeit geben.

Ihr Fall ist klar – Sie befinden sich nicht mehr in der Probezeit und geniessen Kündigungsschutz. Er dauert im dritten Dienstjahr 90 Tage. Die Kündigung ist daher unzulässig. Sie können sie so behandeln, als wäre sie nie erfolgt.

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Ich möchte nach der Lehre im Lehrbetrieb weiterarbeiten. Der neue Vertrag enthält nun wieder eine dreimonatige Probezeit. Ist das rechtlich in Ordnung?
Nein. Wenn Sie nach der Lehre weiterbeschäftigt werden, gelten Sie nicht als neue Angestellte. Ihre Arbeitsleistung und -weise, Ihr Wissen und Ihre Persönlichkeit sind dem Arbeitgeber bestens bekannt. Eine Probezeit ist deshalb nicht nur unnötig, sondern auch unzulässig. Rechtlich liegt ein einziges Arbeitsverhältnis vor, und die maximale Probezeitdauer von drei Monaten ist bestanden.

Anders wäre es, wenn Sie nach der Lehre eine komplett neue Tätigkeit ausüben würden – wenn Sie zum Beispiel nach der Kochlehre erstmals in der Buchhaltungsabteilung arbeiten. Eine solche Situation würde ausnahmsweise eine neue Probezeit rechtfertigen.

Wenn Sie den neuen Vertrag mit der unzulässigen Probezeit trotzdem unterschreiben, gilt gemäss Bundesgerichtspraxis bei einer Kündigung die gesetzliche Kündigungsfrist Kündigung Entlassung heisst Neubeginn . Diese beträgt im vierten Dienstjahr zwei Monate. Es sei denn, der Vertrag sähe nach der Probezeit ausdrücklich eine kürzere Kündigungsfrist von einem Monat vor.

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Quelle: Beobachter Edition