«Ski fahren wird nie mehr billiger», sagt Claude Benoit, Präsident des Verbands Schweizer Sportfachhandel. Und er stellt klar, dass nicht sie, die Ausrüster, die Preise angeheizt hätten: «Die Preise für Wintersportartikel sind eher rückläufig.» Gleichwohl muss eine vierköpfige Familie für eine komplette Ausrüstung tief in die Tasche greifen. In einer für den Beobachter zusammengestellten Liste des Branchenprimus Ochsner Sport betragen die Kosten im günstigsten Fall 3620, im teuersten stolze 12'660 Franken.

Gerade Familien, die nur sporadisch Ski fahren gehen, wollen sich das nicht leisten. Zumal Kinder zwischen 6 und 16 Jahren alle zwei bis drei Jahre längere Skier und grössere Schuhe brauchen. Und was, wenn im Winter gar kein Schnee liegt? Da liegt es nahe, die Ausrüstung zu mieten. An Angeboten mangelt es auch in den Städten und Agglomerationen nicht. Und gerade dort ist das Mieten für eine ganze Saison oft eine günstige Alternative zu den eher teureren Tages- oder Wochenmieten in Tourismuszentren.

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Ein Überblick, wann sich das Mieten lohnt, was nach wie vor besser gekauft wird und worauf man bei der Skiausrüstung generell achten sollte:

Ski/Snowboard

Wer oft und ambitioniert fährt, ist mit gekauften Brettern am besten bedient. Man hat dann für zwei bis drei Saisons einen Ski, der auf aktuellem technischem Stand ist, und man muss sich nicht ständig auf neues Material einstellen. Ein neues Paar kostet 400 bis 1400 Franken. Manche sehen die Flexibilität beim Mieten jedoch gerade als Vorteil: Da darf es mal ein gemütlicher Allroundski, anderntags ein bissiger Renncarver sein. Und: Man muss die Ausrüstung nicht warten und in die Berge schleppen. Die Miete kostet für Erwachsene 25 bis 50 Franken im Tag. Bei Anfängern, Schönwetterfahrern und besonders bei Kindern lohnt sich eher die Miete – allenfalls sogar für eine ganze Saison. Ein Skiset für Kinder (mit Schuhen und Stöcken) gibt es ab 85 Franken pro Saison. Snowboardsets sind teurer, kosten meist über 220 Franken. Eine weitere Möglichkeit ist das Kauf-Tausch-Prinzip, wie es etwa Intersport anbietet: Sie kaufen einen bestimmten Kinderski, den Sie in den beiden Folgejahren für 50 Franken gegen ein grösseres Modell tauschen können.
Fazit: Bei Skiern und Snowboards ist die Miete für viele eine echte Alternative, vor allem bei Kindern.

Skischuhe

Vielfahrer sind gut beraten, sich ein eigenes, perfekt sitzendes Paar anzuschaffen. Skischuhe für Kinder kosten 80 bis 250 Franken, für Erwachsene 180 bis 800 Franken. Ziehen Sie zum Anprobieren dicke Socken an. Wegen der Passform und aus Hygienegründen raten Experten Erwachsenen eher vom Mieten ab. Wer sich vor fremden Füssen nicht ekelt oder schlicht zu selten Ski fährt für ein eigenes Paar, kann Schuhe bereits ab 14 Franken im Tag mieten. Pro Saison kosten sie 140 Franken und mehr. Mietangebote für Kinder gibt es bereits ab 8 Franken pro Tag oder ab 40 Franken pro Saison.
Fazit: Miete ist für Gelegenheitsfahrer und Kinder eine gute Alternative zum Kauf.

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Handschuhe

Ein guter Handschuh, vor allem für Kinder, sollte geschmeidig sein. So kann das Kind besser greifen. Zudem akzeptiert es ihn eher, wenn man sich damit nicht unbeholfen fühlt wie in einem Boxhandschuh. Günstige Modelle rühmen sich gerne mit dem Prädikat «100 Prozent wasserdicht», bieten dafür aber auch den Tragkomfort eines Plastikbeutels. Zumal die Kinderhand bis 30 Prozent mehr schwitzt als die eines Erwachsenen. Stimmen die Materialien, erübrigt sich auch die Frage, ob Fäustling oder Fingerhandschuh. Das Problem: Viele Eltern sind nicht bereit, 90 und mehr Franken für Kinderhandschuhe auszugeben.
Fazit: Manche Sportgeschäfte, vor allem bei Bahnstationen, bieten zwar ab 5 Franken pro Tag auch Miethandschuhe an. Aus Gründen der Hygiene verzichten jedoch die meisten auf ein solches Angebot.

Skistöcke

Skistöcke gibt es für 20 Franken oder für 200 Franken. Bei der Skimiete sind die Stöcke meist inbegriffen.
Fazit: Wie viel Ihnen Komfort und Stabilität wert sind, müssen Sie selbst entscheiden. Anschieben können Sie mit jedem Stock.

Skibrille

Skiunfälle sind oft auf schlechte Sicht zurückzuführen. Deshalb ist das Tragen einer guten Skibrille Pflicht. Sie soll vor Fahrtwind und Schneetreiben schützen, aber auch vor UV-Strahlen und zu viel Helligkeit. Die Scheiben dürfen nicht anlaufen und sollten kratzfest und bruchsicher sein. Bei Nebel und diffusem Licht braucht es eher orange, bei Sonnenschein verspiegelte oder braune Scheiben.
Fazit: Kaufen Sie sich und Ihren Kindern eine gute Skibrille – das garantiert mit Sicherheit mehr Fahrspass. Mieten ist mancherorts möglich, aber nur bei sporadischen Tagesausflügen lohnenswert.

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Skihelm

Heute tragen bereits neun von zehn Kindern bis 17 Jahre freiwillig einen Kopfschutz. Und die Eltern machen zunehmend mit. Die neue Helmgeneration ist leichter und viel besser belüftet als die Schalendinger von früher. Zum Kauf geboten werden Kinderhelme für 90 bis 200 Franken, Erwachsenenmodelle ab 100 bis weit über 300 Franken. Eine zusätzliche Mütze ist meist unnötig, denn die Helme halten genügend warm. Zwar ist das Tragen einer Kappe unter dem Helm sehr populär, sicherheitstechnisch jedoch nicht zu empfehlen, da der Helm gut sitzen muss. Wer friert, kann sich im Fachhandel eine spezielle Unterziehhaube besorgen.
Fazit: Miethelme gibts ab 5 Franken pro Tag, doch zu empfehlen ist das nur sehr sporadischen Pistenflitzern. Sicherheit, Passform und Hygiene sind laut Experten Gründe für einen Kauf. Gute Kinderhelme sind grössenverstellbar und sollten zwei bis vier Saisons lang halten. Achtung: Velo- oder Skaterhelme gehören nicht auf die Pisten. Skihelme haben eine höhere Prüfnorm, weil sie für andere Belastungen ausgelegt sind.

Protektoren

Rückenpanzer sind allen angeraten, die Schneesport betreiben nach dem Prinzip «höher, schneller, weiter». Neben der herkömmlichen Hartschalenausführung gibt es neu auch Softprotektoren, die mehr Komfort bieten und ebenfalls gut vor Rückenverletzungen und Schlägen schützen. Snowboard-Anfängern sind Handgelenkschoner zu empfehlen.
Fazit: Obwohl in wenigen Geschäften Protektoren gemietet werden können, lohnt sich eher der Kauf. Kosten: rund 150 Franken.

Schneeschuhe

Wanderungen im Tiefschnee machen nur in Schneeschuhen Spass. Ein gutes Modell kostet schnell 300 Franken. Die Mietkosten  belaufen sich auf 15 bis 20 Franken pro Tag.
Fazit: Weil man sich Schneeschuhwanderungen öfter vornimmt, als man sie tatsächlich unternimmt, lohnt sich Miete eher als Kauf.

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