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Vegane ErnährungEs muss nicht immer Milch sein

Milch hat starke Konkurrenz aus der Pflanzenwelt. Die veganen Ersatzprodukte eignen sich auch für Müesli, Kuchen und Desserts.

Wer auf Milch und Milchprodukte verzichtet, ist auf andere Kalziumlieferanten angewiesen.
Von Veröffentlicht am 20. Dezember 2017, aktualisiert am 20. Dezember 2017

Manche verzichten auf Milch, weil sie sie nicht vertragen. Andere lehnen tierische Produkte ab. Und wieder andere wollen einfach etwas Neues ausprobieren. Für alle gibt es Ersatzprodukte. Diese basieren meist auf Getreide, Nüssen, Soja oder Reis.

Für empfindliche Menschen sind Milchersatzprodukte verträglicher, da sie weder tierisches Eiweiss noch Laktose enthalten. Getreide- und Nussdrinks punkten zudem mit ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen, da sie aus gemahlenem Getreide oder Nüssen bestehen. Die Rohstoffe stammen oft aus biologischem Anbau.

Auch geschmacklich und in der Konsistenz unterscheiden sich die Alternativen von Milch. Sie sind oft etwas süsslich und haben einen Eigengeschmack nach Getreide oder Nüssen. Zudem sind sie meist dünner. Sie eignen sich zur Zubereitung von Pudding, Müesli, Gratins und Saucen, zum Backen und Kochen oder im Kaffee.

Allerdings können Milchersatzprodukte die Kuhmilch als Nahrungsmittel nicht ersetzen. Im Herstellungsprozess gehen viele Inhaltsstoffe verloren. Zudem mangelt es ihnen an gut verdaulichem Eiweiss, Kalzium, Jod und Vitamin B2 und B12. Wer auf Milch und Milchprodukte verzichtet, ist auf Kalziumlieferanten wie Mineralwasser, grünes Gemüse und Vollkornprodukte angewiesen. Wertvolles Eiweiss liefern Eier, Fleisch oder Tofu. Einigen Milchersatzgetränken wird Kalzium beigemischt.

Die Drinks haben etwa gleich viel Kalorien wie Milch. Sie enthalten zwar weniger Fett, aber bei der Herstellung wird Stärke in Zucker umgewandelt. Für eine milchähnliche Konsistenz wird teilweise Pflanzenöl beigemischt.

Da Milchersatz nicht allen schmeckt, gibt es die Drinks mit Schokoladen-, Vanille-, Bananen- oder Kaffeegeschmack – dann aber zusätzlich mit Zucker und Verdickungsmitteln.

Kuhmilch

Inhaltsstoffe pro 100 Milliliter

Die Inhaltsstoffe von Vollmilch.
Die Inhaltstoffe von fettreduzierter Milch.

Die Alternativen

Inhaltsstoffe pro 100 Milliliter
Illustrationen: Andrea Klaiber

 

Nuss- und Mandelmilch

Herstellung
Die Kerne (Mandel, Haselnuss, Macadamia, Cashew) werden geschält, geröstet, gemahlen, mit heissem Wasser übergossen, mit Salz und allenfalls Zucker abgeschmeckt.

Geschmack
leicht süsslich, nussig

Konsistenz
Mandelmilch fast wie Kuhmilch, Nussmilch etwas dickflüssig

Besonderheit
meist glutenfrei

Nuss- und Mandelmilch

Die Inhaltsstoffe von Nuss- und Mandelmilch.

 

 

Getreidemilch

Herstellung
Das Getreide (Hafer, Dinkel, Gerste, Hirse) wird geschrotet, in Wasser eingeweicht und gekocht, fermentiert, gefiltert, mit Salz und Sonnenblumen- oder Rapsöl abgeschmeckt.

Konsistenz
fühlt sich durch das Pflanzenöl fast wie Kuhmilch an

Geschmack
nach Getreide und ohne Zuckerzusatz süsslich

Getreidemilch

Die Inhaltsstoffe von Getreidemilch

 

 

Reismilch

Herstellung
Rundkornreis wird gemahlen und in Wasser gekocht, fermentiert und abgesiebt, mit Pflanzenöl versetzt.

Konsistenz
wässrig

Geschmack
leicht süsslich

Besonderheit
glutenfrei, allergenarm

Die Inhaltsstoffe von Reismilch.

 

 

Sojamilch

Herstellung
Sojabohnen werden geschält, eingeweicht, gekocht und abgefiltert.

Konsistenz
eher wässrig

Geschmack
leicht süsslich

Besonderheit
glutenfrei, das Sojaeiweiss kann aber Allergien auslösen

Die Inhaltsstoffe von Sojamilch.

So machen Sie Ihre Pflanzenmilch selbst

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Pflanzliche Milchalternativen sind drei- bis viermal so teuer wie Kuhmilch. Die meisten lassen sich aber mit wenig Aufwand zu Hause zubereiten. – Zum Beispiel Mandelmilch: Ungeschälte Mandeln über Nacht in Wasser einlegen. Dann schälen und im Mixer mit Wasser im Verhältnis 1:2 fein pürieren und etwas süssen. Danach die Mandelmilch durch ein Handtuch abseihen. Im Kühlschrank zwei Tage haltbar. Die restliche Masse dient als leckerer Brotaufstrich. (Illustrationen: Andrea Klaiber)

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1 Kommentar

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dabru
Grüezi liebes Beobachter Team Toll, dass sie einen Bericht über Pflanzliche Milchalternativen schreiben - für viele ja noch etwas unmögliches sozusagen. Aber darf ich fragen, wie kommen sie darauf, dass Pflanzliche Milch "kein Ersatz für Kuhmilch" sei? Genau genommen ist Pflanzenmilch ja grundsätzlich die bessere Wahl, sogar wenn man den Calcium Bedarf anschaut: Kuhmilch enthält zwar Calcium, ist aber gleichzeitig auch sauer, sodass das meiste Calcium wieder zunichte gemacht wird, dass in der Kuhmilch ist...heisst, man kann sie auch einfach weglassen und so oder so viel grünes Gemüse, Nüsse und co essen... Wobei Pflanzliche Milch ja auch schon einen Anteil an Nüssen und deren Imhaltsstoffen enthält beispielsweise... Und meine zweite Frage: Wie kommen sie darauf dass Pflanzliche Milchalternativen 3-4 mal teurer sind wie Kuhmilch? Vergleichen sie da mit Billig Milch aus dem Aldi, Denner und co? Ich finde, wenn man auf Qualität der Milch achtet, sind beispielsweise im Coop beide "Milch" Arten im ähnlichen Preissegment.... ist schade, denn solche Aussagen sind oftmals mit ein Grund, weshalb Leute abwinken, wenn man über vegane Ernährung spricht.. "Zu teuer!" Hört man dann oft.

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