Es kommt darauf an, ob Sie eine sogenannte Indexklausel in Ihrem Scheidungsurteil haben. Nur wenn das der Fall ist, ist eine Anpassung der Alimente an die Teuerung grundsätzlich möglich. Häufig lauten die Indexklauseln so, dass die Alimente auf den 1. Januar anzupassen sind, und zwar nach dem Stand des Landesindexes für Konsumentenpreise per Ende November des Vorjahres. Wenn auch Ihr Urteil eine solche Klausel enthält, können Sie also frühestens auf den 1. Januar 2023 die Erhöhung der geschuldeten Alimente verlangen, wobei der Indexstand im kommenden November dann höher sein muss als bei der Festlegung der Alimente.

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Grundsätzlich spielt es für die Anpassung der Alimente keine Rolle, ob auch das Einkommen Ihres Ex-Mannes mit der Teuerung Schritt gehalten hat – es sei denn, dass Ihre Indexklausel einen solchen Vorbehalt enthält. Ist dem so, müsste Ihr Ex-Mann nachweisen, dass sich sein Nettoeinkommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht hat – dabei ist der effektive Mehrlohn massgebend, egal, ob der Arbeitgeber die Lohnerhöhung als Teuerungsausgleich Experte zur Teuerung «Die Inflation sollte durch Lohnerhöhungen ausgeglichen werden» oder als Lohnerhöhung bezeichnet hat. In diesem Fall würden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst.
 
Übrigens: Grundsätzlich sind Unterhaltsschuldner verpflichtet, von sich aus zu handeln, wenn im Urteil eine Anpassung an die Teuerung vorgesehen ist. Eine vergessen gegangene Indexanpassung kann längstens auf fünf Jahre zurück nachverlangt werden. 
 
Beispiele, wie Sie die Scheidungsalimente anpassen und berechnen können, lesen Sie in den beiden Beobachter-Artikeln unten.

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