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BanktransaktionDarf die Bank alles über mein Geld wissen?

Frage: Meine Mutter hat geerbt und mir davon 100'000 Franken geschenkt. Nun will meine Bank wissen, woher das Geld stammt. Muss ich diese Informationen liefern?

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Ja, die Bank benötigt ­diese Angaben, um die Plausibilität der Geldüberweisung zu überprüfen. Die Geldwäschereiverordnung der schweizerischen Finanzmarktaufsicht schreibt vor, dass Banken ungewöhnlichen Transaktionen ihrer Kunden nachgehen müssen: etwa Kontogutschriften und -belastungen, die erheblich von den üblichen Umsätzen oder Guthaben des betreffenden Kunden abweichen. Die Verordnung nennt bis auf eine Ausnahme (Bareinzahlungen von mehr als 100'000 Franken bei neuen Konten) keine Beträge. Aber sie schreibt den Banken vor, selbst Kriterien und Limiten für sogenannte Transaktionen mit erhöhten Risiken festzulegen. Daher ist es mög­lich, dass die Finanzinstitute gleichartige Geldtransfers unterschiedlich abklären.

Die Bankberaterin muss so viel in Erfahrung bringen, bis die Begründung des Kunden für sie plausibel ist. In klaren Fällen reicht dazu ein Anruf. Bei kompliziertem Sachverhalt verlangt sie auch einmal Dokumente über die Hintergründe, etwa Verträge. Ihre Abklärungen hält sie fest, fotokopierte Akten bewahrt sie auf. Auf Anfrage der Strafverfolgungsbehörden muss die Bank Auskunft über Kundenbeziehung und Recherchen erteilen.

Bei Verdacht muss die Bank handeln

Wollen Sie Ihrer Beraterin keine Auskunft geben oder können Sie ihre Zweifel nicht ausräumen, kann die Bank die Geschäfts­beziehung beenden und die Meldestelle für Geldwäscherei informieren. Besteht ein begründeter Verdacht, dass die Gel­der aus einem Verbrechen stammen oder in Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung stehen, muss die Bank an die Meldestelle gelangen und die Konten sperren. Ihre Kunden darf sie nicht dar­über informieren. Die zuständige Strafverfolgungsbehörde muss innert fünf ­Tagen weitere Massnahmen einleiten.

Die Bank will Sie also nicht schikanieren, sondern erfüllt lediglich ihre Pflicht. Da Sie nichts zu verbergen haben, sollten Sie die gewünschten Auskünfte erteilen. Ihre Angaben unterstehen der üblichen Geheimhaltungspflicht.

Veröffentlicht am 18. Juni 2010

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7 Kommentare

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Peter Aeschlimann
"Da Sie nichts zu verbergen haben, sollten Sie die gewünschten Auskünfte erteilen." Wie ich diesen Satz nicht mehr hören kann. Schleichend erodieren unsere Bürgerrechte und unsere Privatsphäre, aber niemand hat mehr die Kraft, sich dagegen zu wehren. Denn wer nichts zu verbergen hat,....

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EKP
So ganz ohne Belang ist der Hinweis auf das Interesse der USA an der Hinterlassenschaft eines verstorbenen, in der Schweiz ansässigen Schweizer Bürgers nicht. Wenn dieser nämlich US Anlagen, wie Aktien von US Gesellschaften, Anteile an US Hedge Funds, Immobilien in den USA und deren Inhalt (Kunstwerke!) unter seinem eigenen Namen führte, ist bei seinem Ableben auf all diesen Werten die US Estate Tax geschuldet, die sich je nachdem bis zu 55% des Gesamtwertes belaufen kann. Vorsichtig ist darum wer sein US Portfolio in einer zwischengeschalteten AG oder GmbH, off- oder onshore hält. EKP

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N.T.
@Chris: das Formular A hat nichts damit zu tun, wenn eine "ungewühnliche" Bewegung auf dem Konto stattfindet. Auch wenn bereits ein Formular A unterzeichnet ist, muss plausibel erklärt werden, woher eine solch grosse Summe herkommt (ausser man hat 100 Mio. auf dem Konto, dann sind 100'000 wohl eher ein Klacks...) bezüglich USA: was hat dies bitte mit dem Thema zu tun? Wenn Sie Schweizer Bürger und in der Schweiz wohnhaft sind, interessiert sich die USA nicht für Ihr Konto...

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Mike
Schönen Käse liest man hier... Die Schweiz gibt den USA wohl kaum Auskunft über Schweizer, denn das interessiert die wohl nicht. Im übrigend reicht schon ein Vermerk bei der Überweisung, z.B. Erbvorbezug und die Bank fragt nicht mal mehr nach. So geschehen bei mir.

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