1. Home
  2. Geld
  3. Krankenkasse
  4. Grauer Star: Was zahlt die Krankenkasse?

Grauer StarWas zahlt die Krankenkasse?

Zehntausende müssen jährlich ihre Augen wegen Grauen Stars operieren lassen. Welche Kosten übernehmen die Krankenkassen – und welche nicht?

Die einzige Behandlungsmethode bei Grauem Star ist die sogenannte Katarakt-Operation: Die getrübte natürliche Linse wird durch eine künstliche ersetzt.
von aktualisiert am 20. Juli 2017

Der Graue Star ist die häufigste Augen­krankheit überhaupt. In den meisten Fällen beginnt sich die Augenlinse ab dem 60. Altersjahr zu trüben. Diese Trübung bewirkt, dass nur noch wenig Licht ins Auge dringen kann. Ein grauer Schleier legt sich über das wahrgenomme­ne Bild. Trübt sich die Linse weiter, verblas­sen die Farben, und Kontraste verschwinden – das Bild wird verschwommen.

Die einzige Behandlungsmethode ist die sogenannte Katarakt-Operation: Die getrübte natürliche Linse wird durch eine künstliche ersetzt. Je nach Bedürfnis kommen dabei unterschiedliche Linsen zur Anwendung.

  • Die «einfache» Linse bewirkt, dass der Patient nach der Operation innerhalb eines Bereichs scharf sehen kann – in der Regel in die Ferne.
  • Daneben gibt es Linsen mit Zusatzfunk­tionen: bifokale Linsen (korrigieren den Nah- und den Fernbereich), multifokale Linsen (korrigieren die Alterssichtigkeit), torische Linsen (korrigieren die Hornhautverkrümmung) sowie Linsen mit Blaufilter und asphärische Linsen.
Guider Logo

Mehr zu Krankenversicherung bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Weigert sich die Krankenkasse, eine Kostengutsprache zu erteilen? Welche Zusatzversicherungen gibt es überhaupt? Guider-Mitglieder erfahren, welche Kosten die Krankenversicherung übernimmt und wo sich eine Zusatzversicherung lohnt. Eine weitere nützliche Hilfestellung: Ein Kündigungsschreiben als Mustervorlage.

Vor der Operation: Mit der Kasse reden

In der Schweiz werden jährlich rund 50'000 künstliche Linsen eingesetzt. Fast ebenso oft stellt sich die Frage: Wer zahlt? Grundsätzlich muss eine Katarakt-Operation durch die Krankenkasse bezahlt werden. Probleme können sich jedoch ergeben, wenn ein stationärer Aufenthalt geplant wird. Ob ein solcher notwendig ist, beur­teilen Ärzte und Krankenkassen teilweise unterschiedlich. Deshalb sollten Betroffene vor der Operation unbedingt eine Kostengutsprache bei ihrer Kasse einholen. Liegt ein klarer medizinischer Grund für die stationäre Behandlung vor, muss die Versicherung zahlen.

Die Krankenkassen müssen auch die Kosten für die implantierte Linse übernehmen. Wird jedoch eine Linse mit Zusatzfunktion eingesetzt, bezahlen sie nicht. «Da so oder so eine Linse eingesetzt wird, sollte zumindest der Kostenteil für die Standardlinse übernommen werden», fordert der Zürcher Sozialversicherungsexperte Markus Krapf. Der Punkt bleibt jedoch strittig, da sich offenbar noch kein Gericht dazu geäussert hat. Das Verfahren bis vor das kantonale Gericht ist kostenlos; es könnte sich also lohnen, die Probe aufs Exempel zu machen (siehe «Kasse zahlt nicht: Was tun?»).

Wer eine Zusatzversicherung hat, sollte zuerst prüfen, ob die Krankenkasse daraus nicht auch einen Betrag leisten müsste.

Kasse zahlt nicht: Was tun?

  • Wenn sich die Grundversicherung der Krankenkasse weigert, eine Behandlung zu übernehmen, können Sie eine Verfügung verlangen. Diese enthält eine Begründung und zeigt Ihre Beschwerdemöglichkeiten.
  • Gegen die Verfügung können Sie innert 30 Tagen schriftlich Einsprache erheben. Die Kasse muss dann ihren Entscheid nochmals überprüfen. Gegen diesen Einspracheentscheid wiederum können Sie beim kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde einreichen. Das Verfahren ist kostenlos.
  • Letzte Instanz ist die sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts in Luzern. Hier ist ein Kostenvorschuss fällig. Die unterliegende Partei zahlt eine Gerichts­gebühr von 200 bis 1000 Franken.