Vergangenen Dezember hat der Beobachter schwere Missstände beim Krankenkassenvermittler Swiss Home Finance publik gemacht Krankenkassenvermittler Swiss Home Finance Mit Fake-Unterschrift zum Kassenwechsel . Jetzt, acht Monate später, kritisiert dessen Besitzer Benard Duzhmani den Artikel in grossen Inseraten in der «NZZ am Sonntag» und in «20 Minuten». Insbesondere moniert er, der Beobachter bediene negative Reflexe zu seinem Herkunftsland Kosovo. 

Der Beobachter hat lediglich seine Aufgabe als kritisches Konsumentenmagazin erfüllt, unter Wahrung aller journalistischen Standards.

Erstens: Erhebt eine Redaktion schwere Vorwürfe, muss sie diese belegen können und die kritisierte Person zu Wort kommen lassen. Und zwar mit ihren besten Argumenten. Das hat der Beobachter gemacht: Herr Duzhmani hat im Artikel vom letzten Dezember bereits Stellung zu den Vorwürfen genommen und konnte seine Sichtweise der Dinge im Beobachter darlegen. Das ist im Journalismus nicht nur selbstverständlich, sondern zwingend. Im betreffenden Fall wurde die Seite von Herrn Duzhmani vor der Publikation des Artikels sogar noch einmal zusätzlich angehört.

Zweitens: Enthält ein Artikel falsche Informationen, besteht zudem die Möglichkeit, eine Gegendarstellung zu verlangen. Dieses rechtliche Mittel ist gängig und unkompliziert. Herr Duzhmani hat von diesem Recht oder anderen rechtlichen Ansprüchen keinen Gebrauch gemacht. 

Drittens: Dem Beobachter fremdenfeindliche Tendenzen vorzuwerfen, ist absurd. Journalistinnen und Journalisten sind gehalten, alle wichtigen Fakten zu einem Sachverhalt darzustellen. Fakt ist: Herr Duzhmani stammt aus dem Kosovo und das involvierte Callcenter liegt in seinem Herkunftsland. Dieser Zusammenhang ist für das Verständnis der beschriebenen Geschäftsabläufe wichtig. Und einen solchen Zusammenhang hätte der Beobachter auch aufgezeigt, wenn Herr Duzhmani aus Frankreich, Serbien oder aus der Schweiz stammte. 

Das Verhalten, das Swiss Home Finance vorgeworfen wird, kann Konsumentinnen und Konsumenten schädigen. Daher besteht ein klares und berechtigtes öffentliches Interesse für eine Berichterstattung – unabhängig davon, ob in dieser Angelegenheit ein juristisches Verfahren läuft oder nicht. Der Beobachter sieht es als eine seiner wichtigen Aufgaben, vor zweifelhaften Unternehmen zu warnen.

In einem Interview mit dem Branchen-Magazin «persoenlich.com» geht Beobachter-Chefredaktor Dominique Strebel detailliert auf die Kampagne von Benard Duzhmani und seiner PR-Agentur ein.

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