Wer glaubt, er könne sich vor der Zahlung seiner Steuern drücken, irrt: Den Steuerämtern stehen umfassende Massnahmen zur Verfügung, fällige Steuerschulden einzutreiben.

SteuernSteuertipps von A bis Z

Damit die Steuern nicht zu sehr aufs Portemonnaie schlagen, gilt es einige Kniffe zu beachten.

von Beobachter Beratungsteamaktualisiert am January 12, 2017

A

wie Altersvorsorge: Gelder, die in Einrichtungen der Säule 3a einbezahlt werden, können vom Einkommen abgezogen werden. Der maximal abziehbare Betrag beläuft sich auf 6768 Franken, für Selbständige auf 33'840 Franken (Stand 2017). Beim Bezug muss das Geld dann zu einem Sondersatz versteuert werden (siehe Guider-Checkliste «Tarife für Kapitalauszahlungen aus Vorsorge», exklusiv für Mitglieder). Steuertechnisch lohnt sich die Einzahlung in die Säule 3a, der steuerfreie Zins ist höher als auf dem Sparkonto.

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B

wie Berufskosten: Auslagen für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort, Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, Unterkunftskosten bei Wochenaufenthaltern (in einem Teil der Kantone) und übrige für die Ausübung des Berufs erforderliche Kosten können unter Berufskosten vom Einkommen abgezogen werden – zumeist in Form von Pauschalen (siehe Auflistung nach Kantonen in der Guider-Checkliste «Steuerabzug Berufsauslagen», exklusiv für Mitglieder). Für die Fahrtkosten gibt es ab Steuerjahr 2016 teilweise Höchstbeträge. 

C

wie Coupons: Zinscoupons von Obligationen müssen wie auch Dividenden als Einkommen versteuert werden. Ebenso Erträge aus Anlagefonds, egal, ob sie ausgeschüttet oder reinvestiert werden. Nicht zu versteuern sind sogenannte Nennwertrückzahlungen. Ebenfalls steuerfrei sind sogenannte Agio-Rückzahlungen (Kapitaleinlageprinzip gemäss Unternehmenssteuerreform II)

D

wie Drücken: Wer glaubt, er könne sich vor der Zahlung seiner Steuern drücken, hat sich geschnitten. Den Steuerämtern stehen umfassende Massnahmen zur Verfügung, fällige Steuerschulden einzutreiben – von der Zwangseinschätzung bis zu Betreibung und Lohnpfändung. Nur wo es wirklich nichts zu holen gibt, kann in Ausnahmefällen ein Steuererlass verfügt werden.

E

wie Erbschaftssteuern: In den meisten Kantonen sind Erbschaftssteuern für Eheleute und direkte Nachkommen abgeschafft (siehe Auflistung in der Guider-Checkliste «Erbschaftssteuer in den Kantonen», exklusiv für Mitglieder). Nur weiter entfernte Verwandte wie Neffen oder Cousinen sowie nicht verwandte Dritte zahlen sie.

F

wie Fahrtkosten: Abzugsfähig sind grundsätzlich die Kosten für den öffentlichen Verkehr zwischen Wohn- und Arbeitsort. Nur in Ausnahmefällen dürfen auch Autokosten abgezogen werden. Dann nämlich, wenn Wohn- und Arbeitsstätte zu weit von der nächsten öffentlichen Haltestelle entfernt sind, wenn eine grosse Zeitersparnis erzielt werden kann oder der Steuerpflichtige zu gebrechlich ist, um öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Bei der Bundessteuer ist der Abzug seit dem Steuerjahr 2016 auf 3000 Franken beschränkt. Die Kantone haben für ihre Steuern unterschiedliche Regelungen.

G

wie Gesundheitskosten: Ihre Krankenkassenprämien können Sie unter dem Punkt Versicherungsprämien genau wie Auslagen für Unfall-, Lebens- und Rentenversicherungen abziehen. Allerdings entsprechen die zulässigen Maximalpauschalen in fast allen Kantonen in keiner Weise den wirklichen Kosten. Selbst getragene Krankheits- und behinderungsbedingte Kosten können in der entsprechenden Rubrik abgezogen werden.

H

wie Hypothekarzinsen: Eigenheimbesitzer können ihre Zinskosten vom steuerbaren Einkommen abziehen. Im Gegenzug müssen Eigenheimler den sogenannten Eigenmietwert als Einkommen angeben. Dieser berechnet sich kantonal unterschiedlich und beträgt in der Regel zwischen 60 und 70 Prozent einer erzielbaren Marktmiete. Werterhaltende Investitionen und Unterhaltskosten können ebenfalls abgezogen werden.

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Alle Jahre wieder muss die Steuererklärung ausgefüllt werden. Guider informiert seine Mitglieder darüber, wie Lotteriegewinne versteuert werden müssen, wie man sich gegen eine Steuerveranlagung wehren kann und führt zu weiteren praktischen Seiten mit Tools zur Steuerberechnung.

I

wie IV-Renten: Auch IV-Renten und AHV-Renten gelten genau wie Renten der Suva oder der Militärversicherung als vollwertiges Einkommen und müssen entsprechend zu 100 Prozent als solches versteuert werden.

J

wie Jackpot: Seit 1. Januar 2013 sind Lottogewinne bis 1000 Franken verrechnungssteuerfrei.

Seit 1. Januar 2014 sind Gewinne bis 1000 Franken bei der direkten Bundessteuer steuerfrei. Seit dann können pauschal fünf Prozent des Gewinnes als Einsatzkosten abgezogen werden, maximal aber 5000 Franken. Die Kantone mussten bis zum 1. Januar 2016 ebenfalls eine Freigrenze und einen Pauschalabzug einführen, wobei es unterschiedliche Regelungen gibt. Informationen dazu erhalten Sie vom zuständigen kantonalen Steueramt. Steuerfrei sind dagegen Gewinne in Schweizer Kasinos: Die Kasinos liefern dem Bund selbst einen Teil ihrer Bruttospielerträge ab.

K

wie Kirchensteuern: Als Privater zahlen Sie nur Kirchensteuern, wenn Sie Mitglied einer der in ihrem Kanton anerkannten Landeskirchen sind. In den meisten sind dies die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Kirche. Wollen Sie als Privater keine Kirchensteuer mehr entrichten, müssen Sie aus der Kirche austreten.

L

wie Leasing: Leasingraten, etwa für Autos, sind im Gegensatz zu anderen Schuldzinsen nicht steuerabzugsfähig. Laut Bundesgericht stellt ein Leasingvertrag aus steuerlicher Sicht keinen Kreditvertrag dar. Das Auto bleibt im Besitz der Leasingfirma, die Gebühr bezahlen Sie für die so genannte Gebrauchsüberlassung.

M

wie Mündigkeit: Regulär beginnt die Steuerpflicht mit dem 18. Geburtstag. Minderjährige sind jedoch für ihr Erwerbseinkommen selbständig steuerpflichtig. Ihr Vermögen und die Erträge darauf müssen aber die Eltern bis zur Volljährigkeit versteuern.

N

wie Naturalleistungen: Privat genutzte Geschäftsfahrzeuge und Geschäftshandys, Boni, Gratifikationen, Dienstaltersgeschenke sowie andere Naturalleistungen des Arbeitgebers gehören zum Einkommen.

O

wie Optionen: Mit Mitarbeiteroptionen und -aktien können steuerfreie Kapitalgewinne erzielt werden. Im Gegenzug müssen sie bei der Zuteilung als Einkommen versteuert werden. Kommt es bei den Optionen zu Verlusten, können zu viel bezahlte Einkommenssteuern nicht mehr zurückgefordert werden. Einzelheiten und Ausnahmen sind im Kreisschreiben Nr. 37 der eidg. Steuerverwaltung geregelt.

P

wie Pensionskasse: Freiwillige Nachzahlungen in die Pensionskasse sind voll steuerabzugsfähig. Die notwendigen Voraussetzungen erfahren Sie von Ihrer Pensionskasse. Der Nutzen der freiwilligen Zahlungen ist nicht ganz unumstritten. Das Problem ist, dass oft unklar ist, ob die Nachzahlungen in den obligatorischen oder in den überobligatorischen Teil fallen, der schlechtere Leistungen nach sich zieht. Wer Einkäufe tätigt, darf während drei Jahren keine Kapitalbezüge tätigen.

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Besteht bei Ihnen eine Vorsorgelücke? Haben Sie zudem gerade die Stelle gewechselt oder wollen Sie steuerlich profitieren? Mitglieder von Guider erfahren im Merkblatt «Lohnt sich der Einkauf in die Pensionskasse», welche Faktoren für eine solche Überlegung noch wichtig sind.

Q

wie Querulanten: Herumlärmen lohnt sich nicht, reden jedoch sehr wohl. Suchen Sie bei Unstimmigkeiten oder auch Unklarheiten das Gespräch. Sie werden erstaunt sein, wie offen man Sie beim Steueramt empfängt. Das Bild vom sturen, bürokratischen und unflexiblen Steuerbeamten trifft immer weniger zu.

R

wie Renovation: Werterhaltende Ausgaben für den Liegensschaftsunterhalt können von den Steuern abgezogen werden. Dazu gehören zum Beispiel die Renovation der Küche oder das Ersetzen einer Heizung. Nicht abgezogen werden können dagegen rein wertvermehrende Renovationen: der Einbau eines Wintergartens etwa. Ausnahme: Investitionen, die dem Energiesparen dienen, können auch bei Wertvermehrung abgezogen werden (ausser LU).

S

wie Spenden: Bund und Kantone gestatten einen Abzug für Spenden, sofern sie unbestritten gemeinnützigen Organisationen zugute kommen. Die Belege sollten unbedingt aufbewahrt werden. Beim Bund können maximal 20 Prozent des steuerbaren Einkommens abgezogen werden, bei den Kantonen zwischen 10 und 20 Prozent. Bei der Bundessteuer können Beiträge an politische Parteien bis maximal 10'000 Franken abgezogen werden. Ein Abzug ist auch bei den Staatssteuern möglich, die Höchstbeträge sind jedoch von Kanton zu Kanton verschieden.

T

wie Treuhänder: Ein solcher ist nur dann vonnöten, wenn sich Wesentliches im Leben verändert hat. Dies ist etwa der Fall beim Übertritt ins Pensionsalter, beim Kauf einer Liegenschaft, bei Todesfällen oder beim Gang in die Selbständigkeit. Achtung: Steuerberater darf sich in der Schweiz jeder nennen! Diplomierte Steuerexperten mit garantierten Qualifikationen findet man über die Treuhand-Kammer (www.expertsuisse.ch) oder den Treuhänderverband (www.treuhandsuisse.ch). Die Stundenansätze können ganz unterschiedlich sein, je nach Fachmann und Komplexität der Steuererklärung.

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Wie findet man den richtigen Treuhänder oder den passenden Steuerberater? Ist es ein Vorteil, wenn die Person einem Branchenverband angehört? Mitglieder von Guider finden die Antworten im Merkblatt «Steuerberater / Treuhänder» und erhalten weitere Tipps, was einen guten Experten ausmacht.

U

wie Unterhaltskosten: Alimente, die Sie für minderjährige Kinder ausserhalb Ihres Haushalts entrichten, können Sie voll von Ihrem Einkommen abziehen. Auf der Gegenseite müssen Empfänger von Alimenten diese als Einkommen deklarieren. Die Abzüge müssen vollumfänglich belegt werden. Alimente an volljährige Kinder können nicht mehr abgezogen werden. Ob dafür der Kinderabzug geltend gemacht werden kann, haben die Kantone unterschiedlich geregelt (siehe Auflistung in der Guider-Checkliste «Kinderabzüge in den Kantonen», exklusiv für Mitglieder).

V

wie Velo: Die Kosten für Ihr Fahrrad sind bei den Arbeitskosten abzugsfähig, sofern Sie Ihren Arbeitsweg mit dem Velo zurücklegen – in der Regel je nach Kanton zwischen 300 und 700 Franken. Wichtig: Sie können die Velopauschale auch dann abziehen, wenn Sie den Drahtesel nur unregelmässig benutzen.

W

wie Weiterbildung: Ab dem Steuerjahr 2016 gibt es einen neuen separaten Steuerabzug für die berufsorientierte Aus- und Weiterbildung. Er gilt für selbst getragene Kosten für alle Bildungsmassnahmen im Zusammenhang mit der eigenen Berufstätigkeit, ausser für die berufliche Erstausbildung. Sie können die selbst bezahlten Bildungskosten bei der Direkten Bundessteuer und in allen Kantonen abziehen. Beim Bund und den meisten Kantonen liegt der Maximalabzug bei 12'000 Franken.

X

wie Xanthippen: Zanksüchtige Frauen sind auf dem Steueramt genauso unbeliebt wie männliche Querulanten (siehe Punkt Q). Klar ist, dass Sie jederzeit das Recht haben, Steuerbescheide anzufechten – notfalls bis vor Bundesgericht. Sinnvoller ist es allerdings, das Gespräch zu suchen.

Y

wie Yaren, Hauptstadt des Offshore-Finanzplatzes Nauru im Pazifik: Ihr Geld mittels komplizierter Firmenkonstruktionen vor dem Fiskus in Sicherheit zu bringen ist nicht nur unmoralisch, sondern kann auch gefährlich sein. Viele Beteiligungsgesellschaften mit Sitz an exotischen Schauplätzen arbeiten unseriös.

Z

wie Zahnarzt: Selbst bezahlte Arzt- und Zahnarztkosten können separat vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, sofern sie einen gewissen Prozentsatz des Nettoeinkommens überschreiten – in den meisten Kantonen fünf Prozent. Die Kosten müssen medizinisch bedingt sein und vollumfänglich nachgewiesen werden. Rein kosmetische Massnahmen sind nicht abzugsfähig. Aus steuerplanerischer Sicht sollten Arzt- und Zahnarztkosten in derselben Steuerperiode anfallen. Entscheidend ist das Zahlungsdatum.

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