Die Tragödie in Crans-Montana hat 40 junge Menschen das Leben gekostet, 116 weitere sind verletzt, die meisten schwer. Die Berichte in den Medien überstürzen sich, es ist immer wieder von einem immensen finanziellen Schaden die Rede. Doch weshalb ist er so gross? Sind es die hohen Kosten der medizinischen Behandlung der Verletzten?

Behandlungskosten: grösstenteils versichert

Bei den Betroffenen aus der Schweiz dürfte eine Versicherung den grössten Teil übernehmen. So trägt die Unfallversicherung die Heilungskosten bei Menschen, die mindestens acht Stunden pro Woche angestellt sind. 

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Viele Verletzte gehen aber noch zur Schule. Sie sind über die Krankenkasse gegen Unfall versichert. Darum müssen sie einen Selbstbehalt und allenfalls die Franchise selber tragen. 

Später werden die Versicherungen prüfen, ob sie das gezahlte Geld von haftpflichtigen Personen zurückfordern können. Sprich: ob sie Regress nehmen. Das hängt vom Ausgang der Untersuchungen und von der rechtlichen Beurteilung ab. 

Bei den Gästen aus dem Ausland ist es nicht so klar, ob die Behandlungskosten gedeckt sind. Im schlimmsten Fall, wenn sie in ihrem Heimatland nicht ausreichend versichert sind, können ihnen Kosten in Rechnung gestellt werden.  

Grösster Schadenposten: Erwerbsausfall

Der grösste finanzielle Schaden entsteht für die jungen Menschen, wenn sie wegen der Silvesternacht nie ins Erwerbsleben einsteigen oder nur teilweise arbeiten können. Etwa eine Schülerin, die nächstes Jahr die Matura gemacht hätte. Sie bekommt zwar eine Rente der Invalidenversicherung (IV). Doch als Akademikerin hätte sie viel mehr verdient als die IV-Rente von rund 1700 Franken pro Monat. Das ist die Minimalrente von 1260 Franken plus der Zuschlag für Frühinvalide.

Selbst nach der Pensionierung wird sie die Auswirkungen noch spüren – wenn sie eine tiefere AHV-Rente bekommt oder keine Pensionskasse hat. Juristen reden hier von Rentenschaden. 

Berechnung: kompliziert

Bei der Berechnung stellen sich Fragen wie: Welche Karriere hätte die Betroffene machen können, wenn der verheerende Brand nie ausgebrochen wäre? Und vor allem: Wie viel hätte sie verdient? Es ist schwierig, diesen zukünftigen Schaden bei jungen Menschen zu berechnen. 

Betroffene brauchen anwaltliche Unterstützung

Zum Erwerbsausfall und zum Rentenschaden kommen zahlreiche weitere Ausgaben hinzu, die keine Versicherung der Betroffenen übernimmt. Etwa die privatrechtliche Genugtuung, die allfällige haftpflichtige Personen zahlen müssen. Es ist sehr kompliziert, den Schaden zu beziffern. Darum brauchen die Brandopfer auf jeden Fall eine Anwältin oder einen Anwalt. 

Wer für den Schaden haftet, ist nun Gegenstand der Untersuchungen und wird am Schluss ein Gericht entscheiden müssen.  

Quellen