Das Bundesamt für Justiz prüft derzeit, ob die Rechtsgrundlagen für die Herkunftssuche reformiert werden sollten. In einer Umfrage unter den Kantonen und den involvierten Organisationen befürwortet eine Mehrheit der Befragten die Schaffung eines vom Bund finanzierten, zentralen Kompetenzzentrums, allenfalls mit regionalen Zweigstellen. Wann eine neue gesetzliche Regelung geschaffen und in Kraft gesetzt werden könnte, ist laut Bundesamt für Justiz derzeit nicht absehbar.

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Gemäss geltendem Recht ist für die Herkunftssuche der Wohnsitzkanton einer adoptierten Person zuständig. Damit werden ausgerechnet jene Behörden mit der Suche nach leiblichen Eltern betraut, die einst Adoptionen unter fragwürdigen Bedingungen bewilligt hatten. Auf dieses Vorgehen einigte sich 2025 die Interkantonale Plattform «Internationale Adoptionen», ein Zusammenschluss der kantonalen Behörden. Die Herkunftssuche, die dazugehörige Beratung und psychosoziale Begleitung sollen für Betroffene kostenlos sein, empfiehlt das Gremium. Wie die Suche im Herkunftsland funktioniert und wer für diese Kosten aufkommt, regelt die Behördenempfehlung aber nicht.

Betroffene kritisieren unzureichende Unterstützung

Viele Betroffene beklagen die unzureichende Unterstützung bei der Herkunftssuche und berichten insbesondere bei internationalen Recherchen von nicht zielführenden Massnahmen. Den Kantonen fehlen in den Herkunftsländern häufig verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, weshalb sich die Suche oft auf formelle Anfragen vor Ort beschränkt. Sarah Ineichen, Präsidentin des Vereins Back to the Roots, fordert deshalb: «Für die Herkunftssuche braucht es eine unabhängige, vom Adoptionssystem losgelöste Fachstelle, die von der Schweiz finanziert wird und Betroffene kompetent und langfristig begleitet.» Sie verweist darauf, dass viele Adoptionsverfahren aufgrund mangelnder Kontrollsysteme der Schweizer Behörden rechtswidrig waren.

Arun Dohle von der Organisation Against Child Trafficking, die Herkunftssuchen in Indien durchführt, sagt: «Es braucht auch Kooperationspartner vor Ort. Die Heime in Indien sind nicht willens, Herkunftssuchen zu unterstützen und die nötigen Dokumente zur Verfügung zu stellen. Öffentliche Stellen des indischen Adoptionswesens sind genauso wenig in der Lage dazu. Sie haben weder die Erfahrung noch das Budget dazu.»

Quellen