Einer motzt immer, wenns um die Armee geht. Die Bürgerlichen, weil sie noch mehr Waffen und Fahrzeuge möchten. Die Linken, weil sie nicht noch mal über den neuen Kampfjet abstimmen können. Und besorgte Eltern, weil die Armee nichts Besseres weiss, als an einer Gewerbeausstellung Kinder Handgranatenattrappen werfen zu lassen. 

Dagegen hilft nur Kommunikation. Leider drückt sich Colonel EMG Oberhänsli, «commandant de la place d’armes de Bure», seit Jahren darum, in den RTS-Sendungen «120 secondes» und «52 minutes» Red und Antwort zu stehen. Mal hat ihn seine Frau in den Keller gesperrt, weil er die Schuhe nicht geputzt hat, mal ist er am Paddeln auf dem Bielersee.

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«L’armée suisse semble apprécier la chronique ‹52 minutes› sur la RTS, du moins le vrai commandant de la place d’armes fédérale de Bure.»

RTS.ch, 28. Oktober 2022

Achtung, Frauen!

Deshalb kommt jeweils sein Stellvertreter ins Studio. Lieutenant-Colonel Karl-Heinz Inäbnit parliert in breitestem Français fédéral drauflos, und was er von sich gibt, wirft meist kein gutes Licht auf die Armee. So will er etwa keine Frauen in der Truppe («Ich habe Angst vor ihnen»), oder er erklärt, warum man Fünftklässlern einen Schützenpanzer vorführen sollte («Damit sie später gern in den Krieg ziehen»).

In der Uniform des eingebildet-dummen Oberstleutnants steckt der welsche Kabarettist Vincent Kucholl, und auf dessen Tagesbefehl steht offensichtlich, das Militär und seine Exponenten genüsslich durch den Kakao zu ziehen. 

Befehl: Abzeichen ersetzen

Man hätte also beim VBS Anlass genug, über die Satiresendung verschnupft zu sein. Altgediente Militärs wissen jedoch: Den Feind schlägt man am besten mit dessen eigenen Waffen.

So schrieb Colonel EMG Philippe Brulhart, der echte Kommandant des Waffenplatzes Bure, seinem virtuellen Stellvertreter Inäbnit einen Brief. Er habe festgestellt, dass Inäbnit die falschen Truppenabzeichen an der Uniform trage: «Beiliegend sende ich Ihnen deshalb ein Abzeichen und einen Aufnäher, die exakt zur dargestellten Person passen.» Der falsche Lieutenant-Colonel Karl-Heinz Inäbnit wird somit fortan mit echten Truppenabzeichen im Fernsehen auftreten – und sich weiterhin über die Armee lustig machen.

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