In diesen Berufsgruppen kokst man besonders viel
In der Schweiz wird immer mehr gekokst. Eine neue Untersuchung zeigt: Viele greifen unter der Woche zum Pulver, um im Job zu funktionieren.

Veröffentlicht am 4. Juni 2026 - 15:16 Uhr

Vor allem Männer und junge Erwachsene koksen viel.
Koksen ist in der Schweiz fast so beliebt wie Kiffen: Seit den Nullerjahren ist der Kokainkonsum laut Sucht Schweiz klar angestiegen. Rund ein Prozent der Bevölkerung hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate Kokain konsumiert, zeigt die letzte Gesundheitsbefragung. Doch das tatsächliche Ausmass dürfte laut Abwasseranalysen noch viel höher liegen.
Dabei koksen nicht nur die Partygänger am Wochenende. Sondern man konsumiert auch unter der Woche. Eine neue Untersuchung von Sucht Schweiz zeigt: In einzelnen Berufsbranchen wird Kokain zur Leistungssteigerung, für Wachheit oder Selbstsicherheit genutzt. Besonders verbreitet ist dies in der Gastronomie, im Baugewerbe oder in der Kunst- und Unterhaltungsszene.
Vor allem Männer
Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Leistungsdruck, langen und unregelmässigen Arbeitszeiten, «ausgeprägter Gruppendynamik» und viel Unsicherheit.
Laut der Auswertung koksen vor allem Männer und junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren. Viele sind sozial integriert, gut ausgebildet und erwerbstätig. Präventionsangebote würden viele erwerbstätige Personen mit einem beginnenden problematischen Konsum nur unzureichend erreichen.
Individuellere Massnahmen
Der Bericht empfiehlt gezielte Massnahmen für Berufe mit hohem Risiko. Er bezweifelt, ob allgemeine öffentliche Kampagnen nützen, weil sie die betroffenen Menschen kaum erreichen. Die Kampagnen könnten sogar schaden, weil sie Neugier wecken bei Personen, die bisher kein Kokain konsumiert haben.
Am erfolgreichsten seien Massnahmen, die sich direkt an bestimmte Berufe und an besonders gefährdete Menschen richten.
- Bundesamt für Statistik: Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022. Übersicht
- Sucht Schweiz: Kokainkonsum in der Schweiz. Trends, Merkmale, Settings und Präventionsperspektiven




