Das Zürcher Migrationsamt sowie Regierungsrat und ­Verwaltungsgericht gingen so bei einem Algerier vor, der 1998 illegal eingereist war. Asylgesuch sowie Gesuch um ­vorläufige Aufnahme wurden damals abgelehnt. Der Mann blieb und konnte wegen seines Widerstands auch nicht zwangsweise ausgeschafft werden. Er wurde wiederholt straffällig und zusammen­gezählt zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis ­verurteilt. Für die Zürcher ­Instanzen genügte das, um ihm nach der Heirat mit einer Schweizerin den Verbleib im Land zu verweigern.

Dagegen wehrten sich der Mann und seine Ehefrau vor Bundesgericht. Sie bekamen recht: Die Richter hielten erstmals fest, dass der Verbleib im Land nur verweigert werden darf, wenn ein einzelnes Strafurteil über mehr als ein Jahr ausfällt – nicht aber bei notorischen Kleinkriminellen mit vielen Kurzstrafen, auch wenn diese insgesamt über ein Jahr hinausgehen. Der Mann darf vorläufig bleiben, das Verwaltungsgericht muss aber den Fall nochmals be­urteilen. Da der Betreffende Sozialhilfe bezieht, könnte ihm deshalb die Aufenthaltserlaubnis verweigert werden.

Bundesgericht, Urteil vom 15. April 2011 (2C_415/2010)