Alle Inhalte im Internet, auch Fotos, sind grundsätzlich geschützt und dürfen ohne Zustimmung des Urhebers nicht öffentlich verbreitet werden. Zulässig ist lediglich die Nutzung für den Eigengebrauch: Als Bildschirmhintergrund oder Poster in der Küche können Sie problemlos Bilder aus dem Netz verwenden. Wenn Sie dagegen für Ihre Website ein fremdes Bild nehmen, verstossen Sie eventuell gegen das Urheberrecht des jeweiligen Fotografen und handeln damit illegal.

Getty Images ist eine der grössten Bildagenturen mit einem Archiv von 80 Millionen Fotos. Diese Bilder sind online mit einem digitalen «Fingerabdruck» versehen. Die Agentur spürt kopierte Bilder mit einer speziellen Software auf und fordert von eigenmächtigen Usern im Nachhinein happige Gebühren.

Grundsätzlich ist gegen dieses Vor­gehen nichts einzuwenden. Getty verlangt aber bis zu 2000 Franken pro Bild und rechtfertigt das mit Lizenzgebühren, einem massiven Zuschlag wegen der ­Lizenzverletzung sowie dem administrativen Aufwand. Ob diese ziemlich hohen Forderungen vor Schweizer Gerichten bestehen würden, ist fraglich.

Da Sie aber auch in Deutschland ­eingeklagt werden könnten, wo deutlich höhere Entschädigungen denkbar sind, raten wir Ihnen, mit Getty in Kontakt zu treten und sich reumütig zu zeigen. Fragen Sie zudem an, ob man über die Höhe der Forderung diskutieren kann. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das möglich ist. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

Es gibt billige und kostenlose Bilder

Sollten Sie weiter Bilder aus dem Web nutzen wollen, finden sich günstigere Anbieter als Getty. Etwa Fotolia oder iStockphoto, wo Fotos bereits ab einem Euro erhältlich sind. Daneben gibt es ­Fotoportale, die Bilder sogar gratis zur Verfügung stellen. Hierfür bedarf es nur einer Registrierung, etwa bei Flickr oder Pixelio. Doch selbst dann müssen Sie ­immer die Quelle und den Fotografen­namen angeben, denn das Urheberrecht verbleibt immer beim Künstler.