Che Guevara kämpfte nicht nur für die Revolution, sondern zeitlebens auch gegen sein Asthma. Auch der Schauspielerin Elisabeth Taylor machte Atemnot immer wieder das Leben schwer. Jeder 14. Erwachsene und jedes zehnte Kind haben gemäss aktuellen Zahlen der Lungenliga von Asthma betroffen. Und es werden immer mehr. Schuld daran sind unter anderem die Zunahme von allergischen Reaktionen und die Luftverschmutzung Umweltbelastungen «Schmutzige Luft ist ein stiller Killer» .

Asthmatiker müssen oft eine Vielzahl von Medikamenten schlucken, um den Alltag einigermassen anfallsfrei zu bewältigen. Der Mechaniker Paul S. hatte eines Tages genug von der Atemnot und der vielen Medizin, insbesondere vom Kortison. Deshalb suchte er Hilfe durch Hypnose Therapie Wem hilft Hypnose? .

Positive Gedanken helfen gegen Asthma

Statt einfach den Rezeptblock zu zücken, bat der Arzt Paul S., sich auf etwas Angenehmes zu konzentrieren. Er dachte an seine letzten Ferien in den Alpen, an den einsamen Bergsee und daran, wie er seine Füsse im eiskalten Wasser baumeln liess. Seine Aufmerksamkeit richtete sich nach innen – er vergass seine Angst vor der plötzlichen Luftnot. Nach ein paar Sitzungen brauchte Paul S. tatsächlich weniger Tabletten Medikamente 10 Tabletten pro Tag – ist das nicht zu viel? , um sein Asthma in Schach zu halten.

Hypnose versetzt den Menschen in ein Stadium veränderter Wachsamkeit Psychologie Ist Hypnose gefährlich? , wobei sich Nerven und Muskeln entspannen. Der Atem geht regelmässig und langsamer, was gerade für Asthmatiker wichtig ist. In diesem Zustand entspannter Aufmerksamkeit ist der Geist sehr empfänglich für Suggestionen. Im Wechselspiel zwischen Psyche und Körper können die Sinne grossen Einfluss auf den Krankheitsprozess ausüben.

Japanische Ärzte haben herausgefunden, dass bei Asthmatikern Teile des vegetativen Nervensystems auf Hypnose reagieren. Die angeregten Nerven bremsen die Entzündungszellen in der Lunge – und diese setzen dadurch weniger von den Substanzen frei, die die gefürchteten Verkrampfungen der Bronchien hervorrufen. Hypnose vollbringt zwar keine Wunder, aber ihre Wirkung ist zu beweisen.

Weniger Medikamente dank Hypnose

Bei vielen Patienten lassen sich nach einigen Hypnosesitzungen die Asthmaanfälle weniger auslösen als vorher. Auch die Tests der Lungenfunktion fallen häufig besser aus. Die meisten Asthma-Betroffenen können ihre Medikamente reduzieren – nach Angaben einiger Therapeuten kommen bis zu 50 Prozent ihrer Patienten nach der Hypnosetherapie sogar ganz ohne Kortison aus.

Schwere Asthmaattacken enden für den Patienten häufig im Spital. Die Zahl dieser Hospitalisationen liess sich in manchen Studien durch Hypnosetherapie deutlich verringern. Fest steht auch, dass es fast der Hälfte aller Asthmatiker, die es mit Hypnose versucht haben, nachher deutlich besser geht. Sogar eine komplette Heilung soll möglich sein.

Eine Ergänzung, aber kein Ersatz für herkömmliche Asthma-Therapie

In der Regel findet die Hypnosetherapie in wöchentlichen Sitzungen statt. Viele Therapeuten unterrichten ihre Patienten auch in Selbsthypnose oder geben ihnen Tonbänder für den Gebrauch zu Hause mit. Die Übungen daheim oder im Büro ergänzen und vertiefen die Behandlung.

Manche Menschen lassen sich gut, andere schlechter hypnotisieren. In den meisten Fällen funktioniert die Methode jedoch zufriedenstellend. Ob sie gegen das Asthma wirkt, zeigt sich nach etwa ein bis anderthalb Monaten.

Die Hypnose ist allerdings kein Ersatz für medizinische Diagnostik und Therapie. Sie verspricht auch keine Heilung der Asthmakrankheit, bedeutet aber in den meisten Fällen eine wichtige Bereicherung der therapeutischen Möglichkeiten.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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