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HautDie Allrounderin

Schutzhülle, Sinnesorgan, Spiegel der Seele: Die Haut ist ein komplex aufgebautes Organ, das lebenswichtige Aufgaben übernimmt – und bei aller Robustheit doch sehr empfindlich ist.

von aktualisiert am 2017 M07 19

Die menschliche Haut leistet Erstaunliches: Sie bietet dem Körper Schutz gegen äussere Einflüsse wie Regen, Hitze, Kälte, Prellungen, Verletzungen und Infektionen. Ohne Haut wäre der menschliche Körper schutzlos. Die Haut ist die äussere Begrenzung des Körpers, die den Menschen von oben bis unten rundherum einhüllt. Mit etwa 1,8 Quadratmeter Fläche ist sie nicht nur das grösste Organ des Menschen, sie ist auch das schwerste: Die Haut macht rund 16 Prozent des Körpergewichts aus, bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen sind das immerhin elf Kilogramm.

Der Aufbau der Haut

Die Haut speichert Wasser und Fett. Zusätzlich wird in der Haut besonders das für die Knochen wichtige Vitamin D gebildet. Ähnlich wie eine Gore-Tex-Jacke bietet sie Schutz, ist aber gleichzeitig durchlässig. Sie reguliert durch Schwitzen den Wärmehaushalt des Körpers und ist Ausscheidungs- und Tastorgan in einem. Über die Rezeptoren in unserer Haut nehmen wir auch Berührungen und Schmerz wahr. Die Haut prägt das Erscheinungsbild eines Menschen und gibt seine Emotionen wieder: Vor Neid erblassen, vor Scham erröten, die Zornesröte im Gesicht – über unsere Haut kommunizieren wir mit der Aussenwelt und drücken damit – oft unwillentlich – Gefühle aus. Manche bezeichnen die Haut als Spiegel der Seele, der Persönlichkeit und des Befindens. Tatsächlich verschlimmern sich Symptome von Hautkrankheiten oft, wenn der Patient unter Stress oder Sorgen leidet. Hautkrankheiten sind für Betroffene häufig nur schwer zu ertragen, weil sie vor den Blicken der Mitmenschen kaum zu verbergen sind.
Die Haut kann die Vielzahl der Aufgaben so gut wahrnehmen, weil sie äusserst funktionell aus mehreren Schichten besteht:

  • Die Oberhaut (Epidermis) ist für das Aussehen eines Menschen besonders wichtig. Von der Dicke oder Zartheit der Hornschicht hängt es ab, ob bei hellhäutigen Menschen die Blutgefässe durchschimmern und der Teint dadurch rosig oder blass erscheint.
  • Die Lederhaut (Dermis) ist die nächste und stärkste Hautschicht. Sie ist ein gut durchblutetes, von Lymphbahnen, Muskelzellen und Nerven durchzogenes elastisches Bindegewebe. Ihre Aufgabe ist es, die Oberhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen und Berührungs- und Temperaturreize weiterzuleiten.
  • Die Unterhaut (Subcutis) setzt sich hauptsächlich aus Fettgewebe zusammen, das durch Bindegewebestränge in einzelne Fettläppchen unterteilt wird. Sie dient der Temperaturisolierung und als eine Art Dämpfer, der die inneren Organe vor Druck und Stössen schützt.

Schutz nach aussen

Die Zellmauer ist die Barriere gegenüber der Umwelt. Sie ist mit einem dünnen Wasser-Fett-Film überzogen, der vor allem aus Talg, Schweiss und aus Bestandteilen der Hornzellen gebildet wird. Da dieser Film leicht sauer ist, heisst er Säuremantel. Auch er erfüllt eine wichtige Schutzfunktion: Im Gegensatz zu hauteigenen Keimen finden fremde, schädliche Keime ungünstige Bedingungen vor. Deshalb trägt ein intakter Säuremantel zur Abwehr gegen Fremdstoffe bei. Darüber hinaus spielen die epidermalen Lipide für die Durchlässigkeit der Haut eine wesentliche Rolle. Die Pflege der Haut zielt darauf ab, die Lipidschichten zwischen den Hornzellen in einem möglichst intakten Zustand zu halten und für einen stabilen Säureschutzmantel zu sorgen. Denn nur so kann die Haut ihre Barrierefunktion erfüllen.