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ZeckenWas Eltern wissen müssen

Vorsicht mit kurzen Hosen beim Wandern: Zecken lauern in Bodennähe auf Mensch oder Tier.

Im Frühsommer sind Zecken besonders aktiv. Das verunsichert Eltern von Kindern, die viel draussen sind. Die 7 nützlichsten Tipps.

von aktualisiert am 27. März 2018

Weshalb herrscht schnell Angst, wenn von Zecken die Rede ist?

Weil Zecken Krankheiten übertragen können, in der Schweiz hauptsächlich zwei: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), besser bekannt als Hirnhautentzündung. 2014 waren nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) rund 9000 Personen von Lyme-Borreliose betroffen, etwa 100 von FSME. Beide Krankheiten können einen gravierenden Verlauf nehmen.

Jüngst wiesen Forscher einen neuen Erreger in Zecken nach – Bakterien, die Hepatitis auslösen können. Bislang allerdings nur bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem.

Werden immer mehr Leute von Zecken gestochen?

Das lässt sich so nicht sagen. Es zeichnet sich zwar ab, dass Zecken, bedingt durch die Klimaerwärmung, in neue Gebiete vordringen. Zudem sind immer mehr mit dem Borreliose-Bakte­rium infiziert. «Ausschlaggebend ist aber das Freizeitverhalten der Leute», sagt Jürg Grunder, Leiter der Forschungsstelle Phytomedizin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil und Entwickler einer neuen Präventions-App. Die Logik ist simpel: Wenn es warm und sonnig ist, halten sich mehr Leute im Freien auf und werden von Zecken gestochen, was in der Schweiz jährlich rund 20'000 Arztbesuche verursacht.

Wie beugt man gegen Zeckenstiche vor?

Lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln sowie geschlossene Schuhe tragen, Socken über die Hose stülpen. Ergänzend Schutzmittel wie spezielle Sprays verwenden. Und: möglichst nicht an Büschen und Sträuchern entlangstreifen, nicht durchs Unterholz oder durch hohes Gras gehen. Zecken lassen sich nämlich nicht von Bäumen fallen Zecken Schutz vor den Blutsaugern , sie warten vielmehr in Bodennähe auf Mensch oder Tier und klettern selten höher als einen Meter.

Wann bringt eine Impfung etwas?

Eine Impfung gibt es nur gegen Hirnhautentzündung. Das BAG empfiehlt sie ab einem Alter von sechs Jahren, und zwar dann, wenn man in einem Endemiegebiet wohnt oder sich zeitweise dort aufhält. In diesen Gebieten – laut BAG zählen fast alle Kantone des Mittellands dazu – tragen etwa ein Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich. Sich im Winter impfen zu lassen ist ideal. Die Kosten werden von der Grundversicherung getragen.

Weiter verbreitet ist Borreliose, die durch ein Bakterium ausgelöst wird. 5 bis 30, stellenweise gar bis zu 50 Prozent der Zecken sind mit dem Borre­liose-Bakterium infiziert. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung, sie wird mit Antibiotika behandelt. Sie muss aber rechtzeitig erkannt werden.

Wie lassen sich Zecken am Körper aufspüren?

Zecken lieben es feucht und warm und bevorzugen zarte Hautpartien. Empfehlenswert ist, sich und vor allem auch die Kinder nach einem Wald­spaziergang oder einer Wanderung daheim abzusuchen und besonders auf folgende Körperstellen zu achten: Haaransatz, hinter den Ohren, Nacken, Schultern, Achselhöhlen, Armbeugen, Bauchnabel, Schamgegend, Oberschenkelinnenseite und Kniekehlen; bei Kindern auch die Kopfhaut einbeziehen. Ebenfalls wirksam: Duschen und danach die Haut gründlich abreiben.

Wer am Körper eine Zecke entdeckt hat, sollte sie sofort aus der Haut herausziehen. Die Zecken sollten auch von den Kleidern entfernt werden. Die Kleider dann zum Trocknen aufhängen, denn in feuchter Bekleidung überleben Zecken mehrere Stunden. Wichtig ist, auf die leicht zu übersehenden Larven und Nymphen zu achten, also auf junge Zecken. Sie sind winzig und weisslich bis hellbraun.

Wann sollte man zum Arzt?

Wesentlich ist, die Einstichstelle zu beobachten. Treten Symptome wie Hautrötungen, Kopf- oder Gelenkschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden auf, sollte man unbedingt den Hausarzt aufsuchen. Die Liga für Zeckenkranke Schweiz empfiehlt: aufschreiben, wann man gestochen wurde, wo es war und wann die Zecke entfernt wurde. Ebenso wird empfohlen, die Zecke in einem beschrifteten Döschen aufzubewahren, falls es später eine Analyse braucht.

So entfernen Sie Zecken richtig

  • Die Zecke mit einer spitzen Pinzette direkt über der Haut greifen und mit leichtem, kontinuierlichem Zug senkrecht zur Hautoberfläche herausziehen.
  • Wer keine Pinzette zur Hand hat, entfernt den Parasiten am besten mit spitzen Fingernägeln oder kratzt ihn ab. Es ist unproblematisch, wenn ein Teil des Saugrüssels in der Haut stecken bleibt, denn dieser löst sich von selbst auf.
  • Nicht drehen und nicht quetschen.
  • Das Tier keinesfalls mit Öl, Butter oder Klebstoff bestreichen. Damit erstickt die Zecke zwar langsam, aber im Todeskampf gibt sie vermehrt Viren und Bakterien ab.
  • Nach dem Entfernen die Einstichstelle desinfizieren. Das beugt Entzündungen vor, nicht aber einer Krankheitsübertragung.

Weitere Informationen

«Tun Sie sich etwas Gutes.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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