Wer Lippenstift benutzt, isst pro Jahr ungewollt anderthalb bis zwei davon und nimmt Problemstoffe auf, die teils hochgiftig sind. So das Schwermetall Blei, das Nerven, Nieren, Knochen, Herz und Blut schädigt.

Wie viel Blei genau in Lippenstiften steckt, zeigt eine Analyse der Food and Drug Administration (FDA), einer Behörde des US-Gesundheitsministeriums. 400 Produkte wurden getestet, viele davon von bekannten Marken, die auch in der Schweiz erhältlich sind. Das Fazit: Beinahe alle Stifte ent­hielten Spuren von Blei, es gab aber grosse Unterschie­de (Test der U.S. Food & Drug Administration»). Der Höchstwert betrug 7,1 ppm (Teilchen pro Million).

Die Campaign for Safe Cosmetics, eine Koalition von Nichtregierungsorganisatio­nen, stuft die Werte als heikel ein. Weil sich Blei im Körper anreichere und hochtoxisch sei, müsse Nulltoleranz gelten: Vor allem Schwangere und Kinder seien auch vor kleinsten Mengen zu schützen. Die Kosmetikindustrie hingegen spricht von un­bedenklichen Werten.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält fest, dass Blei in Kosmetika grundsätzlich nicht tolerierbar sei. Spuren davon seien nur erlaubt, wenn sie technisch unvermeidbar sind und die Gesundheit nicht gefährden. Als tolerierbare Obergrenze der Rückstände nennt das BAG einen Wert von 1 ppm.

Lippenstifte sind nur eine Bleiquelle von vielen: Man findet Blei auch in Trinkwasser, Farben oder Gemüse.

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