Greenpeace kritisiert Nestlé und Danone
Quetschies stehen in der Kritik: Greenpeace hat in Produkten von Nestlé und Danone Mikroplastik gefunden.

Veröffentlicht am 3. Juni 2026 - 15:01 Uhr

Tausende Mikroplastikpartikel wurden in Quetschies gefunden.
Quetschies sind bei Eltern beliebt: Dem Nachwuchs sind sie unterwegs schnell in die Hand gedrückt und werden von der Industrie als praktischer Snack für zwischendurch beworben. Von Konsumentenschützern werden sie allerdings immer wieder wegen ihres hohen Zuckergehalts kritisiert. Und nun hat Greenpeace auch noch Mikroplastik in den Quetschies gefunden.
Untersucht wurden die Babynahrungsmarken Gerber von Nestlé und Happy Baby Organics von Danone. Die Produkte sind vor allem in Nordamerika erhältlich. Die Studie sei aber auch für Schweizer Kundinnen besorgniserregend, sagt Joëlle Hérin, Konsumexpertin bei Greenpeace Schweiz, zum Beobachter. Da sie auf einen Zusammenhang zwischen dem Material Polyethylen, mit dem die Quetschies ausgekleidet sind, und einigen der in der Babynahrung gefundenen Mikroplastikpartikel hindeute, könnte Mikroplastik in ähnlichen Mengen auch in anderen Quetschies zu finden sein.
Pro Gramm der getesteten Babynahrung fanden die Forschenden in Nestlés Gerber-Quetschies durchschnittlich bis zu 54 Mikroplastikpartikel. In Danones Happy-Baby-Organics-Quetschies waren es bis zu 99 Partikel. Gemäss Studie hat es in einem Gerber-Quetschie also über 5000 Mikroplastikpartikel. Beim Quetschie von Happy Baby Organics sind es über 11’000 Partikel.
«Tests genügen nicht»
Ein Nestlé-Sprecher sagt dazu gegenüber dem Beobachter, ihre Produkte seien sicher zum Verzehr: «Wir nehmen unsere Verantwortung bei der Ernährung von Säuglingen äusserst ernst und wenden entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette strenge Kontrollen an – einschliesslich der sorgfältigen Auswahl und des konsequenten Managements von Verpackungsmaterialien.»
«Die Unternehmen reagieren auf die Forschungsergebnisse mit Ausreden.»
Joëlle Hérin, Konsumexpertin bei Greenpeace Schweiz
Danone Schweiz teilt mit, dass die Quetschbeutel von Happy Baby nach strengen Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsstandards entwickelt und hergestellt würden und allen Vorschriften entsprächen. Die Produkte seien sicher. Zudem weise die Methodik von Greenpeace «gewisse Limitationen» auf, die bei der Einordnung der Ergebnisse berücksichtigt werden sollten, so ein Sprecher.
Greenpeace gibt sich mit diesen Statements nicht zufrieden. «Die Unternehmen reagieren auf die Forschungsergebnisse mit Ausreden», sagt Hérin von Greenpeace Schweiz zum Beobachter. «Stattdessen sollten sie Massnahmen ergreifen, um das Risiko einer Mikroplastik- und Chemikalienbelastung für Babys zu verkleinern. Die derzeitigen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften sowie die üblicherweise an den Produkten durchgeführten Tests genügen nicht, um Babynahrung auf potenzielle Plastikpartikel zu prüfen.»
Die Konzerne müssten sich Greenpeace zufolge dazu verpflichten, ihre Produkte weiter zu testen und Plastikbeutel wie Quetschies schrittweise durch plastikfreie, ungiftige und wiederverwendbare Verpackungen zu ersetzen.




