Fotos machen, bearbeiten und auf Facebook, Tango, Instagram oder Twitter mit Freunden teilen – im Alltag ist das dank Smartphones kein grosses Problem mehr.

In den Ferien lohnt es sich aber, die Sache etwas systematischer anzu­gehen. Denn der Handyspeicher und die Speicherkarten füllen sich auf ­Reisen rasend schnell mit Fotos und Videos. Manche fotografieren unterwegs auch lieber mit einer Kompakt- oder einer Spiegel­reflexkamera. Mit einfachen Regeln lässt sich die Datenflut eindämmen, und man vermeidet erst noch hohe Kosten beim Versenden der Bilder.

1. Genügend Speicherplatz schaffen, um die Fotos zu sichern

Früher musste man immer genügend ­Filme dabeihaben, heute muss man für genügend Speicherplatz sorgen – am besten schon zu Hause. Denn der interne Speicher der Smartphones ist oft zu klein. Zusätzlichen Platz schaffen MicroSD-Speicherkarten.

Am besten legt man in den Ein­stellungen des Smartphones gleich fest, dass Fotos und Videos auf der Speicherkarte und nicht im internen Speicher abgelegt werden. Wer hauptsächlich Fotos macht, braucht rund 8 bis 16 Gigabyte (GB) Speicherplatz. Damit ­lassen sich 2000 bis 4000 Fotos ­speichern oder 120 bis 240 Minuten Video in sehr guter Qualität.

Besitzer von iPhones müssen anders ­vor­gehen. Der interne Speicher lässt sich nicht durch Speicherkarten erweitern. Wenn der Speicher voll ist, hilft auf die Schnelle nur das Löschen unwichtiger Aufnahmen. Sinnvoller ist es, wenn man die Bilder am Abend jeweils auf einen ­externen Datenträger kopiert und danach den internen Speicher löscht.

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Sorgfältig mit dem Speicherplatz umzugehen ist noch aus einem anderen Grund ratsam. Ein technischer Schaden genügt, schon sind die Ferien­erinnerungen verloren. Auch daher lohnt es sich, statt einer Speicher­karte mit sehr viel Speicherplatz ein paar kleinere Karten zu verwenden. Es ist auch sinnvoll, während der Ferien auf ­einem externen Speicher regelmässig ­Sicherheitskopien anzulegen.

Wer ein Notebook mitnimmt, kopiert den Inhalt der Speicherkarte einfach über ­einen USB-Kartenleser auf die Festplatte. Die Bilder lassen sich auch über einen entsprechenden Adapter auf das iPad ­exportieren. Damit man den USB-Kartenleser an ein Android-Tablet anschliessen kann, muss das Gerät eine Mini-USB-Schnittstelle haben, die OTG-tauglich ist (OTG ist ein USB-Standard und steht für «USB On-The-Go», etwa «USB für unterwegs»).

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Zum Speichern kann man auch eine alte externe Festplatte einsetzen, die man mit einem WLAN-Adapter per Funk mit dem Smartphone verbinden kann. Mit einer dafür geeigneten App kopiert man die Aufnahmen auf die Festplatte. Manche Adapter besitzen einen SD-Karten-Einschub; das erleichtert das Kopieren. Alternativ gibt es WLAN-Festplatten, die das Funkmodul gleich mitbringen.

Wer weder Notebook noch Tablet mitschleppen will, setzt zum Sichern eine externe Festplatte wie Canvio AeroCast von Toshiba oder My Passport Wireless von Western Digital ein. Sie haben einen ­SD-Karten-Slot und speichern automatisch neu hinzugekommene Fotos, sobald man die Karte einschiebt.

Quelle: Ben Welsh/Corbis Glowimages
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2. Die Fotos bearbeiten

Früher war man froh, wenn die Fotos richtig belichtet waren. Heute ­machen Apps aus Urlaubsschnappschüssen im Handumdrehen kleine Kunst­werke. Mit den modernen Hilfsmitteln lassen sich die Bilder automatisch oder manuell ­optimieren, man kann Aus­schnitte ­herausschneiden, drehen oder ­spiegeln, Konturen schärfen oder rote Blitzlicht-Augen entfernen. Die Möglich­keiten sind fast unbegrenzt.

  • In allen Disziplinen gut schneidet SnapSeed Mobile von Google ab. Die Automatik optimiert Licht und Farbe der Bilder sehr gut. Auch die Effekte hinterlassen einen guten Eindruck und sind dank vielen Parametern variierbar.

  • Bewährt hat sich auch die App von Instagram. Sie verarbeitet aber nur quadratische Bilder. Intelligent gelöst ist die manuelle Korrektur der Lichtsituation mit nur einem Regler.

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  • Wer nur das Bild verbessern will, kann auch Perfectly Clear verwenden (kostet rund drei Franken).

  • Wer nur Effekte benötigt, wird mit XnRetro Pro glücklich (kostet etwa einen Franken).
Quelle: Ben Welsh/Corbis Glowimages

3. Die Fotos «taggen»

Wenn die GPS-Funktion aktiviert ist, speichern Smartphones die Koordi­naten im Foto gleich mit ab. Der Vorgang heisst im Fachjargon «Taggen». So weiss man immer, wo und wann das Foto gemacht wurde.

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Die meisten Kompakt- und Spiegelreflexkameras besitzen aber keinen GPS-Empfänger. Mit Hilfe des Smartphones lässt sich das Taggen jedoch später am PC nachholen. Dafür benutzt man während der Ferien eine App wie myTracks (iPhone) oder Open GPS Tracker (Android). Das funktioniert auch mit unabhängigen GPS-Loggern wie von i-gotU (etwa 100 Franken) oder dem miniHomer von Navin, sie zeichnen stän­dig die Uhrzeit und Koordinaten auf. Zu Hause werden die Fotos und das GPS-Protokoll auf die Festplatte des PCs kopiert. Kostenlose Geo­tagging-Software wie Geo­Setter (Windows) oder HoudahGeo (Apple) schaut schliesslich für jedes Foto im GPS-Protokoll nach und schreibt die zu­­gehörigen Koordinaten in die Fotodatei.

Quelle: Ben Welsh/Corbis Glowimages
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4. Die Fotos hochladen und versenden

Die schönsten Bilder binnen Sekunden nach Hause zu schicken ist technisch kein Problem mehr. Prinzipiell sollte man – wenn immer möglich – einer WLAN-­Verbindung den Vorzug geben. Sie ist schneller und oft kostenlos. Fotos auf dem Smartphone lassen sich dann direkt auf Facebook und Co. hochladen.

Etwas umständlicher ist es, Fotos von der ­SD-Karte einer separaten Kamera zu ­versenden – ausser sie verfügt über ein eigenes WLAN-Funkmodul. Man muss die Dateien in einem Zwischenschritt zuerst auf das Notebook, Tablet oder iPad kopieren.

Eine Internetverbindung über ­Mobilfunk ist meistens langsamer und teurer. Wer keinen speziellen Ausland-Datentarif bei seinem Mobilfunkanbieter abgeschlossen hat, sollte die Finger davon lassen. Sonst kostet bereits das Versenden eines einzelnen Bilds schnell mehrere Franken. Die Alternative: Man kauft sich zu Hause das nötige ­Datenvolumen. Bei Swisscom und Salt (ehemals Orange) kosten 200 MB Volumen rund 20 Franken. Das reicht, um ­etwa 50 Bilder per E-Mail zu verschicken.

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Wer Bilder auf ein soziales Netzwerk hochlädt, verbraucht unbemerkt zusätzlich Daten, da seine App von Facebook, Whatsapp oder Twitter auch gleich die eingehenden Nachrichten synchronisiert. Da lohnen sich Datenpakete mit 1000 MB (49 Franken bei Swisscom und Sun­rise) oder – was meist günstiger ist – der Kauf einer SIM-Karte im Ferienland.

Wer Bilder von einer separaten Kamera erst im Smartphone oder Tablet bearbeiten und dann übers Internet verschicken will, benutzt am besten eine ­MicroSD-Speicherkarte. Sie wird mit einem SD-Adapter in die ­Kamera eingesetzt und verrichtet dort ihren Dienst wie eine grosse SD-Karte. Danach muss man sie nur noch in den MicroSD-Speicherslot des Smartphones oder Tablets einsetzen.

Wem das zu mühsam ist, der kann ­Modelle mit eingebautem WLAN von Eye-Fi, Toshiba oder Transcend (ab etwa 30 Franken) verwenden. Sie speichern die Aufnahmen auf der SD-Karte, schicken sie aber parallel per WLAN auf das ­gekoppelte Smartphone, Tablet oder, je nach Kartenmodell, auf den Laptop.

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Quelle: Ben Welsh/Corbis Glowimages